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Stausebach auf dem Weg zur Nahwärme

Machbarkeitsstudie liegt vor Stausebach auf dem Weg zur Nahwärme

Stausebach hat beste Chancen, das nächste ­Bioenergiedorf des Landkreises zu werden. Dafür sprechen die Zahlen der Machbarkeitsstudie, die inzwischen vorliegen.

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Dieser kleine Kasten kann künftig die Zentralheizung in den Stausebacher Heizungskellern ­ersetzen. Marcus Gigl von der Firma Yados stellte die Übergabestation vor. Foto: Matthias Mayer

Stausebach. Die vom in der Region bekannten Planungsbüro Berghamer & Penzkofer erarbeitete Studie kommt zu dem Schluss, dass sich in Stausebach ein Nahwärmenetz ab 100 Hausanschlüssen wirtschaftlich betreiben lässt. Die 16-köpfige Initiativgruppe aus Stausebach, die das Projekt vorantreibt, hat bereits 79 anschlusswillige Haushalte gefunden. Damit steht die Initiativgruppe deutlich besser da, als die meisten heutigen Bioenergiedörfer zum Zeitpunkt ihrer Genossenschaftsgründung.

Von dieser ist die Initiativgruppe noch ein Stück entfernt. Zuvor gibt es am Samstag, 11. Juni, ab 15 Uhr eine große Informationsveranstaltung. Damit alle Stausebacher auch Platz finden, wird dazu eigens eine hinter dem Kirchplatz gelegene Maschinenhalle leergeräumt. Bei dieser Gelegenheit wird die Initiativgruppe das geplante Nahwärmenetz und die Machbarkeitsstudie vorstellen. Fragen zu der Materie beantworten Vertreter der EAM, des Genossenschaftsverbandes, der VR-Bank Hessenland, anderer Bioenergiegenossenschaften, des Landkreises, der Stadt Kirchhain sowie der Firma Yados, die voraussichtlich die Hausübergabe-Stationen liefern wird.

Das Geschäftsmodell: Die EAM produziert in ihrem Biomassezentrum Stausebach die Heizenergie. Die wird eingespeist in ein von der Genossenschaft zu bauendes und zu betreibendes Nahwärmenetz, an das alle Genossenschaftsmitglieder angeschlossen werden. Durch den Verkauf der Nahwärme an ihre Mitglieder werden die Kosten für das Nahwärmenetz refinanziert. In der Regel ist die Genossenschaft nach 20 Jahren schuldenfrei. Der Wärmepreis wird allein von der Genossenschaftsversammlung festgelegt. Wenn sich 100 von 149 Stausebacher Haushalten ans Netz anschließen, wird der Wärmepreis nach Berechnungen von Berghamer & Penzkofer mit 8,6 Cent pro Kilowattstunde absolut konkurrenzfähig sein.

Netz kostet 2,26 Millionen

Die Baukosten für das Nahwärmenetz liegen laut Machbarkeitsstudie bei 2,26 Millionen Euro. Nach den Berechnungen der EAM lässt sich das Projekt schon für 1,46 Millionen Euro verwirklichen.

Geplant sind gleich zwei Netze. Ein Netz versorgt Stausebach mit Nahwärme und ein Netz das Kirchhainer Schulzentrum und das Phönix-Hallenbad.

Allein das Schulzentrum habe einen höheren Wärmebedarf als ganz Stausebach, sagte ein Mitglied der Initiativgruppe am Rande einer Sitzung in der ­Garage des Stausebacher Feuerwehrhauses der OP. Aber auch das Hallenbad ist ein ganz wichtiger Baustein für die zu gründende Genossenschaft, benötigt es doch mit Ausnahme der Sommerpause in den Ferien auch in der warmen Jahreszeit, in der nur wenig Nahwärme verkauft werden kann, viel Heizenergie.

Damit die Nahwärme ins Haus kommt, braucht es eine Übergabestation, die die alte Heizungsanlage ersetzt. Marcus Gigl von der Firma Yodas stellte der Initiativgruppe eine Übergabestation aus seinem Hause vor, die individuell auf die Erfordernisse der einzelnen Häuser konfiguriert werden kann. Standardmäßig gibt es einen Zu- und Ablauf, ein durch einen Fühler am Haus gesteuertes Ventil, eine Pumpe, einen Schmutzfilter, einen Wärmetauscher für den Heizungskreislauf, einen integrierten Wärmemengenzähler und ein Multifunktionsdisplay zur Steuerung der Anlage, über das ständig der Wärmeverbrauch angezeigt werden kann.

Zusätzlich können die Stationen beispielsweise mit einer zweiten Pumpe für eine Fußbodenheizung, einem Wärmetauscher für die Warmwasser-Aufbereitung, Schaltungen für mehrere Heizungskreisläufe oder ein Fernbedienungsmodul, das eine Steuerung der Anlage über das Smartphone ermöglicht, ausgestattet werden.

n Die Initiativgruppe bietet allen Stausebachern die Gelegenheit, bei der Einweihung des Nahwärmenetzes in Wasenberg am 10. Juni Nahwärme zum Anfassen zu erleben. Der Bus fährt um 16 Uhr an der Bushaltestelle an der Kirche ab. Die Fahrt ist kostenlos. Anmeldungen nimmt Reinhard Nicolai unter 06422/7330 entgegen.

von Matthias Mayer

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