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Statt in die Jugendarbeit fließt Geld in Treppen-Sanierung

Amöneburg Statt in die Jugendarbeit fließt Geld in Treppen-Sanierung

Auf Antrag der CDU kürzte der Haupt- und Finanzausschuss den Ansatz für die kommunale Jugendarbeit. Ins Sparschwein soll das Geld aber nicht fließen, sondern in die Sanierung einer Treppe.

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Amöneburg und das Geld – am Montag stimmen die Stadtverordneten über den Haushaltsplanentwurf ab.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. „Den bsj wollen wir nicht“, sagte CDU-Vorsitzender Jan-Gernot Wichert und betonte, seine Fraktion wolle aber sehr wohl die Jugendpflege stärken. Aus diesem Grund schlug er vor, den Ansatz in Höhe von 35000 Euro nicht aus dem Haushaltsplanentwurf zu streichen, wohl aber auf 10000 Euro zu kürzen.

„Wir können uns doch nicht den Ast absägen, auf dem wir sitzen“, warf Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg ein und erinnerte an die Diskussion über die Einführung einer professionellen, vom Marburger Verein bsj betreuten Jugendarbeit. Die Stadtverordneten hatten diese vor wenigen Wochen vertagt, weil sie zunächst die Meinung der Ortsbeiräte abfragen wollte. Noch liegen nicht alle Stellungnahmen vor und das Thema hängt in der Luft - da der Ansatz für Jugendarbeit nun aber gekürzt werden soll, ist der vom Magistrat eingereichte Antrag zumindest im kommenden Jahr hinfällig. Das wiederum verärgerte den Bürgermeister, der den Christdemokraten unfaires Handeln vorwarf.

Poller sind auch sehr wichtig

„Wir halten das nicht für unfair. Wir haben uns Gedanken gemacht“, kommentierte Wichert, dem vier Ausschussmitglieder folgten. Nur Winfried Kaul stimmte gegen die Kürzung des Ansatzes.

Kurz darauf plädierte Hartmut Weber (AWG) dafür, einen Ansatz von mehr als 20000 Euro für Poller auf dem Marktplatz zu streichen und das Geld in die Sanierung der Treppe am Burg-Café zu investieren.

Wieder verteidigte der Bürgermeister und Kämmerer seine Pläne: „Die Poller sind teuer aber wichtig für den Objektschutz der Stiftsschule.“ Sie sollten dafür sorgen, dass Rettungswege jederzeit frei bleiben, sagte er und hob hervor, dass die Stadtverordneten die Einrichtung der Poller beschlossen hätten.

Treppe hat seit Jahren höchste Priorität

Anschließend entbrannte eine kurze Grundsatzdiskussion: Weber, selbst in der Feuerwehr aktiv, entgegnete, der Brandschutz sei auch so gesichert. Durch Poller entstünde das Risiko, dass Autofahrer davor parkten und so die Wege endgültig versperrten. Der Bürgermeister plädierte indes dafür, die Themen „Poller“ und „Treppe“ nicht zu verknüpfen. Er störte sich daran, dass der Ortsbeirat Amöneburg die Sanierung als einziges Projekt für den Haushalt angemeldet hatte - allerdings hat die Treppe für das Gremium bereits seit Jahren höchste Priorität.

15000 Euro stehen im Haushalt dafür bereit - dann jedoch kam Weber auf die Idee, die frei gewordenen 25000 Euro aus der Jugendarbeit ebenfalls für die Treppe zu nutzen. „40000 Euro für eine Treppe? Donnerwetter...“, lautete der knappe Kommentar von Rudi Rhiel (FWG), dem Vorsitzenden des Haupt- und Finanzausschusses, der ebenso wie Kaul gegen den Vorschlag stimmte. Durch die Stimmen von AWG und CDU spricht der Ausschuss nun aber dennoch eine Empfehlung für die Umwidmung aus.

Am Montag um 19.30 Uhr stimmt die Stadtverordnetenversammlung im Bürgerhaus Mardorf über den (ausgeglichenen) Haushaltsplanentwurf ab.

von Florian Lerchbacher

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