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Neue OP-Serie: Eisenbahnen

Start stand unter keinem guten Stern

Seit 175 Jahren gibt es Eisenbahnen in Deutschland. Die OP nimmt das Jubiläum zum Anlass, um die Eisenbahn-Situation im Landkreis Marburg einst und jetzt zu dokumentieren. Am Anfang steht ein Porträt der Wohratalbahn.

Wo bleibt der Zug aus Gemünden? Ein neu gesetztes Gleisstück vor dem liebevoll restaurierten Wartehäuschen Ernsthausen-Wambach bietet die fast perfekte Illusion vom Fortbestand der Wohratalbahn.

© Matthias Mayer

Kirchhain. Sie ist schon längst Geschichte, die 19,3 Kilometer lange Bahnstrecke, die zwischen der feierlichen Eröffnung am 1. Mai 1914 und der Abfahrt des letzten Personenzuges am 28. Mai 1972 die Städte Kirchhain und Gemünden/Wohra miteinander verband. Güterzüge rollten noch bis zum 19. Dezember 1981 über die in ihrer Substanz angegriffenen Gleise durch das Wohratal. Dann war auch damit Schluss. Bereits zum 31. Januar 1981 wurde die Strecke offiziell stillgelegt. Im Frühjahr erledigte die Mannschaft des Abrisszuges den Rest. Binnen zweier Monate verschwanden alle Gleise. Bei Kirchhain wurden eine Brücke gesprengt und ein Bahndamm der Wohratalbahn abgetragen. Auf der Strecke eroberte sich die Natur die Trasse zurück.

Die Geschichte dieser Bahnstrecke, die in den 60er Jahren mit der zunehmenden Motorisierung der Bevölkerung immer mehr Fahrgäste verlor, stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Ursprünglich war geplant, die bereits am 1. Oktober 1911 eröffnete Kellerwaldbahn zwischen Gemünden und Zimmersrode von Gemünden aus bis nach Frankenberg zu verlängern. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges verhinderte jedoch dies, sodass die Wohratalbahn nie die eigentlich angedachte Bedeutung erlangte.

von Matthias Mayer

Mehr über die Wohratalbahn lesen Sie in der Montagsausgabe der OP.

[Marius Mayer]

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