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Städtische Kita bleibt am Steinweg

Abbruch der Verhandlungen Städtische Kita bleibt am Steinweg

Für den städtischen Kindergarten am Steinweg bleibt alles, wie es ist. Das teilten Bürgermeister Jochen Kirchner und Hauptamtsleiter Dirk Lossin vor dem Ausschuss für Umwelt und Soziales mit.

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Der Umzug der Kita am Steinweg ins Gemeindezentrum am Falkenweg ist endgültig vom Tisch. Der Kirchhainer Kindergarten bleibt an seinem alten Standort.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Die Evangelische Kirchengemeinde Kirchhain muss sich zur Umsetzung einer Vorgabe der Landeskirche von ihrem großem Gemeindehaus am Steinweg und vom Gemeindezentrum am Falkenweg trennen, wie diese Zeitung mehrfach berichtete. Da der Kindergarten am Steinweg an das Gemeindehaus angebaut und mit dem Gebäude zudem mehrfach verzahnt ist, sah die Kirchengemeinde kaum eine Chance, für das stattliche Gebäude einen Käufer zu finden, und wandte sich deshalb an die Stadt.

Die Stadt zeigte sich auch gesprächsbereit, und diese Gespräche führten laut Dirk Lossin im November 2014 auch in die Nähe eines Vertragsabschlusses. Lossin, der unter anderem auch für das Kindergartenwesen zuständig ist, berichtete dem Ausschuss ausführlich über die Verhandlungen mit dem Kirchenvorstand und einem Vertreter der Landeskirche. Diese richteten sich zunächst auf ein von der Stadt vorgeschlagenes Tauschgeschäft. Die Stadt zeigte sich zunächst grundsätzlich bereit, den Kindergarten-Anbau abzugeben und das Gemeindezentrum Falkenweg zu übernehmen. Als die prognostizierten Zahlen für die Kindergarten-Neuanmeldungen ergaben, dass die Stadt möglicherweise Raum für eine weitere Gruppe benötige, richtete sich der Fokus auf eine Übernahme des Gemeindehauses am Steinweg durch die Stadt.

Projekte scheiterten an finanziellen Forderungen

Beide Projekte scheiterten laut Jochen Kirchner letztlich an den finanziellen Forderungen der Kirche. Mit der Umnutzung von Gebäuden für kommunale Zwecke sei die Verpflichtung zur energetischen Sanierung verbunden. Diese hätte die Stadt am Falkenweg zusammen mit notwendigen Umbauten mindestens 200.000 Euro gekostet. „Diese Belastung für die Stadt hat die Kirche nicht eingepreist“, erklärte der Kämmerer.

Der Kindergarten-Anbau am Steinweg ist ein besonderes rechtliches Konstrukt, das Jochen Kirchner vorstellte. Die Kirche war Bauherr, als der Anbau zwischen 1998 und 2000 entstand. Die finanzielle Hauptlast trug damals die Stadt Kirchhain mit 500000 Mark, gefolgt vom Land Hessen, das das Bauvorhaben des freien Trägers großzügig förderte. „Wir wollten den Kindergarten nicht ein zweites Mal bezahlen“, begründete der Bürgermeister mit Blick auf die Preisforderung der Kirche und den auf 50 Jahre abgeschlossenen Mietvertrag den Abbruch der Verhandlungen.

Offenbar kann die Kirchengemeinde ihr Immobilienproblem auch ohne die Stadt lösen. Nach Kenntnis von Dirk Lossin gibt es mehrere Kaufinteressenten für das Gemeindezentrum am Falkenweg. Und die Ausschussvorsitzende Helga Sitt (Bündnis 90/ Die Grünen) berichtete von Überlegungen des Kirchenvorstands, die Wohnungen im Obergeschoss des Gemeindehauses an Flüchtlingsfamilien zu vermieten.

Kapazität im Steinweg wächst von 45 auf 50 Kinder

Die Stadt ist unterdessen nicht mehr auf eine Raumreserve im Gemeindehaus angewiesen. Dirk Lossin schilderte die aktuelle Situation im neuem Kindergartenjahr. Auch unter den seit dem 1. September geltenden Bestimmungen des Kifög-Gesetzes werde Kirchhain in den stark nachgefragten Einrichtungen in der Kernstadt noch bis in den März hinein allen Kindern einen Kindergartenplatz bieten können. „Dann sind wir aber pickepackevoll“, sagte der Hauptamtsleiter.

Aufnahmemöglichkeiten bis ins zeitige Frühjahr hinein seien nicht zuletzt dank einer der Kifög-Bestimmung möglich, wonach die größtmögliche Belegungszahl von Kitas während eines Kindergartenjahres geändert werden könne. Er erläuterte die neue Regelung am Beispiel der Kita am Steinweg. Zum Jahresende vollendeten dort einige U3-Kinder das dritte Lebensjahr und fielen damit aus der aufwendigeren U3-Betreuung. Deshalb wachse die Kapazität im Steinweg nach den Weihnachtsferien von 45 auf 50 Kinder. „Das verschafft uns Luft“, sagte Dirk Lossin. Über eine Raumreserve verfüge die Stadt in der Krabbelstube Schwalbennest, die in diesem Kindergartenjahr leer stehe. Die Anmeldungen für das Schwalbennest hätten nicht für die Bildung einer Gruppe gereicht.

von Matthias Mayer

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