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Stadtverordnete werfen ihre Bedenken über Bord

Bürgerbus darf weiterfahren Stadtverordnete werfen ihre Bedenken über Bord

Die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung begann mit der Amtseinführung von Bürgermeister Michael Plettenberg – und verlief auch danach nach seinen Vorstellungen.

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Erster Stadtrat Peter Hörl (links) und Stadtverordnetenvorsteher Dr. Stefan Heck (rechts) führten den wiedergewählten Bürgermeister Michael Plettenberg ins Amt ein und überreichten ihm die ­Ernennungsurkunde.Foto: Florian Lerchbacher

Amöneburg. „Ich will die Erwartungen sehr gerne erfüllen und hoffe auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“, sagte der zum 1. September wiedergewählte Bürgermeister Michael Plettenberg nach seiner Amtseinführung und konnte auch während des weiteren Verlaufs der Stadtverordnetenversammlung fröhlich lächeln – ohne gute Miene zum vermeintlich bösen Spiel machen zu müssen.

Der Grund ist simpel: Die Stadtverordneten segneten, nachdem sie in Ausschüssen einige geäußerte Bedenken überkommen hatten, Anträge zur Jungviehweide und zum Bürgerbus ab (die OP berichtete). Zwei Punkte, die Plettenberg sehr am Herzen liegen. Für beide Themen präsentierte die CDU Änderungsanträge, die auf Zustimmung stießen: Seine Fraktion tue sich zwar immer noch schwer damit, landwirtschaftliche Flächen abzugeben, betonte Vorsitzender Jan-Gernot Wichert in Sachen Jungviehweide. Als Kompromiss schlug er vor, ein Stück des Gebietes trotzdem als Ausgleichsfläche für ein Stück Autobahn bei Gießen bereitzustellen – unter der Voraussetzung, dass die Pachtgemeinschaft den Rest des Gebietes bis 2032 unter den bisherigen Bedingungen nutzen darf. Noch dazu solle die Stadt künftig keine Flächen mehr für Ausgleichsmaßnahmen Dritter zur Verfügung stellen.

Mit dem zweiten Punkt wollte sich die FWG nicht anfreunden: Es sei die falsche Botschaft, Autobahnen zu nutzen, aber im Gegenzug keine Ausgleichsflächen zur Verfügung stellen zu wollen, kommentierte Karl Jennemann. Die SPD hatte keine Einwände, regte aber an, die „nicht so übliche Naturschutz-Leistung“ am Radweg zu bewerben.

Einstimmig sprachen sich die Stadtverordneten dafür aus, den Bürgerbusbetrieb fortzuführen. Auch dabei setzte sich ein CDU-Änderungsantrag durch. Dieser beinhaltet, dass das Projekt bis 2018 weiterläuft und nach der Sommerpause eine Evaluation stattfindet. Zudem steht die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges erst im Jahr 2019 auf der Agenda – und nicht bereits im Jahr zuvor, wie der Bürgermeister angeregt hatte.

Im Vorfeld der Sitzung hatten die ehrenamtlichen Fahrer und der Seniorenbeirat Handzettel an die Stadtverordneten verteilt. Darin mahnten sie, dass es bei dem Projekt nicht um Fahrgastzahlen gehe, sondern um Teilhabe und darum, die Eigenständigkeit älterer Menschen zu fördern: „Noch leben wir überwiegend in dörflich geprägten Gemeinschaften mit guter Nachbarschaft und ohne mitleidlose Anonymität. Wir sollten alles dafür tun, uns diese Lebensumstände zu erhalten und förderliche Maßnahmen entsprechend zu achten, anzuerkennen und zu unterstützen.“

von Florian Lerchbacher

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