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Stadtverordnete setzen auf Windkraft

Amöneburg Stadtverordnete setzen auf Windkraft

Die Amöneburger wollen eine „zweite Frucht im Wald anbauen“ und daher beim Regierungspräsidium einen Antrag stellen, um zwei Windparks auf der „Mardorfer Kuppe“ zu installieren.

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Geht es nach dem Willen der Stadtverordneten, dreht sich bald nicht nur ein kleines Windrad in einem Blumenkasten. Die Amöneburger wollen zwei Windparks bauen.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Neun Windräder könnten in frühestens zwei Jahren im Wald bei Roßdorf stehen, derer sieben bei Mardorf – das zumindest ist die Hoffnung der Stadt und der Waldinteressenten. Seit rund zwei Jahren beschäftigt das Thema die Amöneburger, nun wollen sie die Umsetzung angehen und einen Antrag ans Regierungspräsidium (RP) stellen.

Schon beim vergangenen Regionalplanverfahren hatten Stadt und die Juwi Wind GmbH, für die sich die Waldeigentümer als Investor entschieden, einen Antrag gestellt, Flächen in den Gemarkungen Roßdorf und Mardorf als Vorranggebiete für Windenergienutzung auszuweisen. Aus verfahrenstechnischen Gründen seien diese zurückgewiesen worden, sagt Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg – das RP habe jedoch den Zusatz angefügt, dass die rund 400 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Flächen grundsätzlich für die Gewinnung von Windenergie geeignet seien.

Noch dazu gibt es laut Bürgermeister an den auserkorenen Stellen ohnehin kaum noch Bewuchs, da die Stürme der vergangenen Jahre für große Windwurfflächen gesorgt hätten, die nur noch schwer aufforstbar seien.

Zahlreiche Amöneburger könnten durch eine Bürgergenossenschaft, die Juwi für die Windparks anbieten will, finanziell profitieren, freute sich SPD-Vorsitzender Winfried Kaul. „Die Stadt kann es sich eigentlich nicht leisten, das Projekt nicht zu unterstützen“, sagte Dirk Wieber (CDU) mit Verweis auf die Gewerbesteuereinnahmen und zusätzliche Gewinne: 16 Windräder würden ein Vielfaches der Energie erzeugen, die in der Stadt Amöneburg verbraucht wird. Hartmut Weber (AWG) betonte, das Gebiet sei hervorragend geeignet, zudem entspreche das Projekt dem aktuellen Umdenken der Menschen bei der Energieversorgung. Rudi Rhiel (FWG) ergänzte, es sei richtig, wieder eine Verwendung für die kahlen Stellen des Waldes zu finden. Der „lange Weg“ und die bei den Waldeigentümern geleistete Überzeugungsarbeit habe sich gelohnt.

von Florian Lerchbacher

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