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"Stadtpfarrer" macht den Abschluss

Oktav "Stadtpfarrer" macht den Abschluss

Reges Treiben und lange Fahrzeugkolonnen rund um die Lindau-Kapelle weisen seit Tagen auf die Magdalenen-Oktav hin, zu der alljährlich Hunderte Gläubige aus ganz Oberhessen kommen.

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Gemeinsam zelebrierten am Sonntag die Diakone Gerhard Jungmann (von links), Dr. Paul Lang, Ortspfarrer Marcus Vogler, Prof. Dr. Christoph Müller aus Fulda, Diakon Thomas Hielscher und Diakon Wilfried Jockel den Gottesdienst.Foto: Karin Waldhüter

Amöneburg. Die Anziehungskraft der Lindau-Kapelle ist besonders während Magdalenen-Oktav unglaublich groß. Dann pilgern Hunderte Gläubige ein Stück den Berg hinauf, um während der Magdalenen-Oktav inne zu halten. Auch am Sonntagabend waren viele Gläubige schon mehr als eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes angekommen, um tief versunken zu beten. Viele hatten Klapp-stühle mitgebracht, denn die wenigen Sitzplätze in und vor der Kapelle sind begehrt und schnell belegt.

Im Jahre 1343 war die Kapelle der Heiligen Maria Magdalena geweiht worden. Sie stellte Hauptzelebrant Professor Christoph Müller am Sonntagabend in den Mittelpunkt seiner Predigt. Der renommierte Neutestamentler aus der Domstadt Fulda zeigte in Bezug auf die Schrifttexte auf, welch großen Schatz ein Heiligtum wie die Kapelle mit ihrer Oktav darstellen kann. Er warf gemeinsam mit den Gläubigen und Messdienern einen Blick in ein mitgebrachtes Schatzkästchen. Die Lindau-Kapelle sei auch eine Art Schatzkammer, eine Schatzinsel im Amöneburger Becken: Die Tradition der Erinnerung an die Heilige Maria Magdalena, die als Osterzeugin bis heute zur Weitergabe des Glaubens an Christus ermutige, sei der Schatz.

Allabendlich besuchten zwischen 400 und 500 Gläubige die Gottesdienste. Zur festlichen Eröffnung am Dienstag war Pfarrer Peter Bulowski als Prediger und Zelebrant nach Oberhessen gekommen. Bulowski wirkte von 1985 bis 1987 als Schulpfarrer in Amöneburg. Er zeigte Hoffnungszeichen für eine Kirche im Umbruch auf.

Neupriester Markus Agricola erteilte den Primizsegen

Pfarrer Andreas Schött aus Bauerbach zog die Zuhörer am Mittwoch in seinen Bann. Das Leben der Tagesheiligen Birgitta von Schweden deutete er als Aufforderung, als Christ auch Leid anzunehmen. Lange Wartezeiten nahmen Hunderte von Gläubigen am Donnerstag in Kauf. Am Ende der Messfeier empfingen sie einen persönlichen Primizsegen von Neupriester Markus Agricola. Der langjährige Leiter der Marburger Malteser war im Juni diesen Jahres im Fuldaer Dom zum Priester geweiht worden.

Dass die Lindaukapelle ein besonderer Ort ist, ein Ort, wo Himmel und Erde sich berühren, das vermittelte Dechant Markus Blümel aus Eiterfeld am Freitag. Mit großem Charme und Einfühlungsvermögen ermunterte er seine zahlreichen Zuhörer, ihren persönlichen Pilgerweg an der eigenen Haustür zu beginnen. Zum ersten Mal in die Lindaukapelle kam in diesem Jahr der Marburger Hochschulseelsorger Dr. Martin Stanke. Auch er inspirierte als guter Prediger.

Der pensionierte Marburger Pfarrer Albert Köchling schließlich feierte den Gottesdienst mit den Gläubigen gestern. An diesem Abend nehmen traditionell auch die Kolpingfamilien der Region mit ihren Bannern am Wallfahrtsgottesdienst teil.

Am Dienstag um 19.30 Uhr endet die Oktav. Zelebrant und Prediger ist Amöneburgs künftiger „Stadtpfarrer“ Marcus Vogler. Ab September trägt er, ein Novum in der Geschichte der Bergstadt, die seelsorgliche Verantwortung für alle fünf Amöneburger Stadtteile - assistiert von Pater Lucjan aus Kirchhain und drei Diakonen.

Insgesamt acht Blaskapellen der Region gestalten seit inzwischen über einem Jahrzehnt die Lindauoktav mit. Mit ihrem Engagement geben sie der Oktav einen unverwechselbaren Charakter. Bratwürste und Getränke laden zum Verweilen nach den Gottesdiensten. Ein gut bestückter Devotionalienstand besticht jährlich mit Besonderheiten der Region. In diesem Jahr gehören dazu etwa Sonderbriefmarken von oberhessischen Kirchen, ein eigener Fotokalender „Das Jahr in der Lindau“, Lindau-Gelee und lokale Spirituosen. Geistliches Schriftgut, Rosenkränze und Andachtsgegenstände finden täglich viele Interessenten.

von Karin Waldhüter^und Dr. Paul Lang

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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