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Stadtmitte hat ein eigenes Forum

Stadtallendorf Stadtmitte hat ein eigenes Forum

Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Stadtallendorfs Stadtparlament die Schaffung eines "runden Tisches" zur Zukunft der Stadtmitte beschlossen. Inzwischen arbeitet das Gremium.

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Auf dem früheren Baumarktgelände entsteht ein Edeka-Markt. Der „runde Tisch“ befasst sich unter anderem mit der genauen Positionierung des geplanten Markt-Neubaues. Archivfoto: Hirsch

Stadtallendorf. Politik, Einzelhandel, Immobilien-Besitzer und Stadtverwaltung sitzen „an einem Tisch“. Gemeinsam wollen sie nach Wegen suchen, die Attraktivität der Stadtmitte zu erhöhen. Das Fernziel, das über allem zu stehen scheint, hat Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) selbst ausgegeben: Er will Stadtallendorf in seiner Funktion als „Mittelzentrum“ weiterentwickeln.

Der Begriff Mittelzentrum stammt eigentlich aus der Regionalplanung und kennzeichnet die Bedeutung, die eine Stadt im Gesamtgefüge einer Region besitzt. Im Kreis Marburg-Biedenkopf hat die Universitätsstadt Marburg die Funktion des Oberzentrums.

Bei seiner Arbeit soll sich der mehrfach im Jahr tagende „runde Tisch“ auf das Gebiet von der oberen Niederkleiner Straße mit dem künftigen Gesundheitszentrum, dem neuen Einkaufszentrum alter Busbahnhof über die gewachsene ursprüngliche Stadtmitte bis hin zum Bahnhof und dem Rathaus kümmern.

Aus dem ersten „runden Tisch“, der am Monatsanfang tagte, sind Arbeitsgruppen hervorgegangen. Ein Thema ist dabei wiederum auch der Bau des neuen Edeka-Marktes auf dem Grundstück des ehemaligen Herkules-Baumarktes. Die dafür nötige Bebauungsplan-Änderung soll nunmehr im Mai in den politischen Gremien beraten werden. Am Standort des Marktes wird dabei wohl nicht mehr gerüttelt, es geht vielmehr um dessen Ausrichtung und Gestaltung. Diskussionen der Vergangenheit will Somogyi dabei nun zügig abhaken. „Bei einigen wiederkehrenden Themen müssen wir jetzt auch zu einem Abschluss kommen“, sagt Somogyi. Langfristig hat er eine „Stärkung“ des Teiles der Marktstraße im Blick, die an den Bahnhof angrenzt. Redebedarf gibt es bei anderen Themenfeldern ohnehin noch genug. Peter Zein vom Vorstand der Werbegemeinschaft „Stadtallendorf aktiv“ leitet eine Arbeitsgruppe für das große Themengebiet „Stadt-Marketing“.

Ihm wäre es im nächsten Schritt wichtig, möglichst viele, die das Thema betrifft, an einen Tisch zu bekommen. Dazu zählt Zein zum Beispiel auch Nicht-Mitglieder von „Stadtallendorf aktiv“ wie die diversen Lebensmittel- und Drogeriemarkt-Kette. Zum Auftakt wäre für Zein beispielsweise eine Übereinkunft über Grund-Öffnungszeiten oder die Ausleuchtung von Geschäften wichtig. Zein hat noch mehr Anstöße, etwa eine kinderfreundlichere Gestaltung der Stadtmitte. „Es tut sich was in Stadtallendorf“, betont Zein. Er will mit seiner Arbeitsgruppe bis Mai erste Ergebnisse erreichen.

Fachbereichsleiter Klaus Hütten leitet eine Arbeitsgruppe, bei der es um schnelle Veränderungen geht, sie trägt den bezeichnenden Namen „Ad-hoc-Maßnahmen“. Bei mehreren Begehungen im Laufe eines Jahres soll es um kleinere bauliche Verbesserungen wie auch um das immer wieder im Blick stehende Thema Sauberkeit gehen.

Für ein konkretes Projekt, das ohnehin in die Zuständigkeit von Klaus Hütten fällt, gibt es schon Geld im Haushalt. Dafür stehen 300000 Euro bereit. Es geht um die Verbesserung der Wegeführung zwischen den verschiedenen Elementen der Innenstadt: zwischen Einkaufszentrum alter Busbahnhof, der Stadtmitte oder dem künftigen Edeka-Markt. Derzeit entsteht die Feinplanung.„Wenn wir mit allen Beteiligten auf einen Nenner kommen, dann verbauen wir dieses Geld noch in diesem Jahr“, sagt Hütten.

Bürgermeister Somogyi ist im Zusammenhang mit dem „runden Tisch“ vor allem ein Leitgedanke wichtig: „Alle Beteiligten müssen mitziehen. Die Stadtmitte ist nicht allein das Thema der Stadt“.

Eigentlich hatte das Stadtparlament auch einen „runden Tisch“ zur Zukunft der Niederkleiner Straße beschlossen. Laut Somogyi hat es seitens der dort vertretenen Einzelhändler bisher noch keine Interessensbekundungen für ein solches Gremium geben. Er sieht dort das Hauptproblem in der Verkehrssituation. „Eine Lösung wird Zeit brauchen“, sagt Somogyi. An einem kleinen Projekt zur Stärkung arbeitet „Stadtallendorf aktiv“ bereits seit längerem intensiv: dem donnerstäglichen Wochenmarkt, der nach seiner Winterpause wieder aufleben soll. Das Problem war es bisher, genügend zusätzliche Markthändler zu finden. Doch von diesem Donnerstag an soll sich wieder Zug um Zug mehr rund um den Marktbrunnen tun, verspricht Reiner Bremer von Werbegemeinschafts-Vorstand und Stadtverwaltung.

von Michael Rinde

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