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Verein lässt die Nacht der Keller wieder aufleben

Am 23. September ist es soweit Verein lässt die Nacht der Keller wieder aufleben

Der Amöneburger Heimat- und Verkehrsverein rettet ein Stück Kulturspektakel: Während der Kulturspektakel-Verein sich in der Auflösung befindet, darf die Nacht der Keller überleben.

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Günter Graff (links) und Michael Plettenberg (mit Kellergeist auf dem Knie) ist die Vorfreude auf die Nacht der Keller schon jetzt anzumerken.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. „Die Nacht der Keller ist eine wunderbare Werbung für Amöneburg, die ihresgleichen sucht“, erklärt Günter Graff, der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsverein, warum er die Veranstaltung wiederbeleben will. Am 23. September werden die Pforten von neun Kellern und die des Stadtmuseums offenstehen. In den Gebäuden gibt es dann verschiedene Attraktionen - wobei auch die urigen Gewölbekeller oftmals schon Attraktionen sind.

„Ich finde die Art der Veranstaltung sehr interessant“, sagt Graff, dessen Verein die Nacht der Keller in Zusammenarbeit mit der Stadt ausrichtet, und betont mit einem Augenzwinkern: „Ich hatte das Gefühl, die Bürger waren damit sehr zufrieden - und das hat man hier ja eigentlich nie gehabt.“

Im Vergleich mit dem Jahr 2015, als die Amöneburger Pech mit dem Wetter hatten, gibt es in diesem Jahr nur einen Programmpunkt unter freiem Himmel: Vor dem Bierbraukeller von Jochen Opitz am Marktplatz feiert die neugegründete Band „Finally Back“ mit Norbert Rausch (Drums), Thomas Hardt (Keyboard und Gesang), Michael Hoppe (Gitarre und Gesang) und Uwe Styra (Bass und Gesang) ihren Premierenauftritt.

Im Keller dreht sich derweil alles ums Bier. Es gibt Informationen zur Vielfalt und Historie des Getränkes, aber auch eine Verkostung von selbstgebrautem Kellerbier.

Papierkunst und internationale Märchen

Im Franziskanerkeller (Am Markt 3) gibt es Cocktails, im Kunstkeller (Brückerstraße 2) stellen Lokalmatador Norbert Heiland und Renate Höhle (Frankfurt) Bilder aus. Im Rathauskeller (Brückerstraße 1) wartet der Verein für internationale Bildung und Kultur mit iranischer Musik einer Gruppe aus Neustadt auf, im „Klangkeller der Jungmusiker“ (Markt 19 und 20) treten Schülerbands der Musikschule Misar auf. Im Rockkeller (Am Markt 13) sorgt DJ Gunthard Michel für Musik, im Musikkeller (Gasthaus Kathrein) tritt das Bottroper Gitarrenduo „Tom & Simon“ auf.

Papierkunst gibt es in der Untergasse 13 zu sehen. Dort zeigt eine Frau die Kunst des Papierfaltens. Im Burgkeller der Schlossruine präsentiert der Heimat- und Verkehrsverein eine seiner Wechselausstellungen. Und im Museum trägt Karin Kirchhain internationale Märchen vor - vor zwei Jahren hatte sie noch im Turm der Schlossruine gesessen, doch dort war es schlicht zu zugig.

„Ein bisschen schade ist, dass die alte Propstei nicht mehr dabei ist. Das ist ein riesiger Hof mit Wahnsinnskeller. Aber die Eigentümerin hat sich gegen die Teilnahme entschlossen“, bedauert Bürgermeister Michael Plettenberg.

Nachtwächter tritt auf

Auf hilfsbedürftige Menschen sollen an den Kellern Helfer warten, die beim Ein- und Ausstieg über die teils krummen und schiefen Treppen assistieren (die Stadt hat zur Sicherheit eine zusätzliche Veranstaltungsversicherung abgeschlossen). Zudem ist ein „Amöneburger Nachtwächter“ unterwegs - gespielt von Stadtführer Martin Kewald-Stapf - der eingereichte Gedichte zu den jeweiligen Kellern beziehungsweise Häusern vorträgt. So geht es im Kunstkeller von Norbert Heiland beispielsweise um die Zeit, als sich in dem Haus eine Apotheke befand.

Auch die Gastronomie sei gut vorbereitet auf die Veranstaltungsnacht, sagt Graff und hebt das neue „Pizza-Kebab­haus“ hervor, das extra eine „Keller-Pizza spezial“ entwickelt habe (Vorbestellung unter 06422/9479979).

Der Heimat- und Verkehrsverein setzt zudem einen Shuttle­bus ein, der Besucher des Festes von den Parkplätzen auf den Marktplatz (und zurück) bringen soll. Zudem überreichen die Mitglieder jedem Besucher, der den Eintrittspreis bezahlt, einen „Kellergeist“ - einen kleinen Schnaps, der in den Köpfen der Gäste herumspuken will.

von Florian Lerchbacher

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