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Verdienstkreuz-Träger ist jetzt Ehrenstadtrat

Würdigung Verdienstkreuz-Träger ist jetzt Ehrenstadtrat

Nur wenige Monate vor den Bürgermeisterwahlen löst jedes Thema in der Stadtverordnetenversammlung Diskussionen aus. Bei einer Sache waren sich die Stadtallendorfer jedoch einig: der Ehrung von Nils Runge (SPD).

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Christian Somogyi (links) und Stadtverordnetenvorsteherin Ilona Schaub ehrten Nils Runge.

Quelle: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. Es fiel Nils Runge sichtlich schwer, sich aus der Kommunalpolitik zurückzuziehen. Die Gesundheit lässt ein weiteres Engagement aber schlicht nicht zu. Als der 74-Jährige dann aber erfuhr, dass die Stadtallendorfer ihn zum Ehrenstadtrat ernennen, standen ihm Überraschung wie Rührung gleichermaßen ins Gesicht geschrieben.

„Wir würdigen die Arbeit von Jahrzehnten“, betonte Bürgermeister Christian Somogyi, der dem Träger des Bundesverdienstkreuzes die Ehrenurkunde überreichte. Er stellte dabei heraus, dass Runge drei Punkte ausmachten: der Mensch Nils Runge an sich, seine Verbundenheit zur Bundeswehr und sein Engagement für die Stadt Stadtallendorf.

35 Jahre für die Stadt politisch im Einsatz

Der Sozialdemokrat hatte sich 35 Jahre lang in verschiedenen Positionen politisch für die Stadt und die Belange der Bürger eingesetzt und dabei an prägenden Entscheidungen mitgewirkt, zum Beispiel gehörte er zu jenen, die den Rathausanbau und den Stadthallen-Neubau beschlossen. Zudem gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Eintracht-Volleyballabteilung, der er viele Jahre vorstand, engagierte sich als ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Gießen und am Landgericht Marburg und war von 2009 bis 2012 Vorsitzender des Seniorenbeirats. Der gelernte Dreher hatte bei der Firma Fritz Winter gearbeitet, war 20 Jahre lang Mitglied des Betriebsrats und gehörte dem Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer an.

„Wir haben uns immer bedingungslos auf dich verlassen können. Du hast dich mit Herzblut für die Belange der Stadt eingesetzt und dafür gekämpft, dass es allen gut geht“, lobte Parteigenosse Werner Hesse und bedauerte, dass Runge sich aus der Politik zurückziehen muss: „Du hättest der Stadt auch in Zukunft viel geben können - aber wir verstehen Deine Entscheidung natürlich.“

Der Geehrte selbst erinnerte sich daran zurück, wie er über die Bundeswehr nach Stadtallendorf kam. Dabei betonte er, dass er als Wehrdienstleistender unschöne Dinge habe durchleben müssen und am Ende mit der Bundeswehr gebrochen hatte. Dennoch wolle er die Zeit nicht missen. Vor allem sei es ein Glücksfall gewesen, in die Stadt zu kommen.

von Florian Lerchbacher

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