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Schweinsbergs Brunnen kommt vom Netz

Verkeimung Schweinsbergs Brunnen kommt vom Netz

Die Bewohner Schweinsbergs müssen ihr Wasser weiter abkochen. Langfristig planen die Stadtwerke einen Umbau an der Technik, kurzfristig gibt es Wasser aus Niederklein.

Schweinsberg. Zwar haben sich die Ergebnisse durch das ständige Spülen des Ortsnetzes deutlich verbessert. Aber bisher gab es keine drei Proben von aufeinanderfolgenden Tagen, die frei von Keimen waren. Das Abkochgebot gilt ununterbrochen seit dem 31. August. Seitdem nehmen Mitarbeiter ständig Wasserproben am Tiefbrunnen, der Druckerhöhungsanlage, dem Bürgerhaus und im Ortsnetz.

Die Stadtwerke haben sich jetzt für einen neuen Schritt entschieden, um des Problems Herr zu werden. Der Schweinsberger Brunnen, der den Stadtteil versorgt, wird abgekoppelt. Der Hochbehälter Schweinsberg wird ab voraussichtlich heute mit Wasser aus Niederklein aufgefüllt, das wiederum vom Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke stammt. „Es ist derzeit noch leicht gechlort“, erläutert Giselher Pontow, Leiter der Stadtallendorfer Stadtwerke. Die leichte Chlorung stammt noch von einer früheren Verkeimung im ZMW-Gebiet.

Technik soll aufgerüstet werden

Die Stadtallendorfer Stadtwerke hoffen, dass durch das „Ersatzwasser“ die Verkeimung aus dem Ortsnetz verschwindet. Dann könnte auch das Abkochgebot aufgehoben werden. Wann das möglich sein wird, lässt sich laut Pontow aber noch nicht vorhersagen.

Währenddessen soll die Technik in Schweinsberg aufgerüstet werden. Am Tiefbrunnen ist eine UV-Anlage geplant. Ihre Strahlung tötet Keime ab. Bis die Anlage installiert ist, wird das Wasser für den Hochbehälter weiterhin aus Niederklein hergepumpt.

„Sobald wir die Kriterien der Gesundheitsbehörden erfüllen und das Abkochgebot aufheben können, werden wir die Schweinsberger Bevölkerung sofort informieren“, verspricht Pontow. Das wird dann über Lautsprecherdurchsagen der Feuerwehr und Handzetteln, auf der Internetseite der Stadt und natürlich in der OP erfolgen. Feuerwehr und Jugendfeuerwehr hatten die Stadtwerke bereits massiv unterstützt, als das Abkochgebot kurzfristig in Kraft gesetzt werden musste.

Starkregen könnte verantwortlich sein

Das Interesse in der Schweinsberger Bevölkerung am Trinkwasserproblem ist ungebrochen hoch. An Spitzentagen zählten die Stadtwerke knapp 50 Anrufe.

Die bei Proben festgestellten coliformen Keime können Babys, Kleinkindern, Senioren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich werden. Bei der ersten auffälligen Probe war laut Stadtwerke eine sehr hohe Keimzahl an der Druckerhöhungsanlage festgestellt worden.

Woher die Keime genau stammen ist nach wie vor nicht klar. „Es ist durchaus möglich, dass sie durch die vielen Starkregen Ende August in das Wasser geraten sind“, sagt Pontow. Das Keimproblem in Schweinsberg sei leider sehr hartnäckig.

von Michael Rinde

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