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Pfarrerin will vor allem gut zuhören

Neue Pfarrerin von Schweinsberg Pfarrerin will vor allem gut zuhören

Ihr Arbeitstag war bisher  nie eintönig und sein ­Verlauf häufig nicht vorhersehbar. Schweinsbergs junge Pfarrerin Katharina fühlt sich wohl dabei.

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Pfarrerin Katharina Siebert steht vor der Schweinsberger Stephanskirche.

Quelle: Michael Rinde

Schweinsberg. Die Umgebung und die in Schweinsberg an vielen Stellen offensichtliche Historie haben Katharina Siebert schnell begeistert. Beim traditionellen Weihnachtsmarkt war sie fasziniert davon, wie sich die Menschen für ihren Ort und für ihre Vereine engagieren. „Das Engagement ist toll hier“, sagt die 29-Jährige.

Seit 1. November lebt und arbeitet Siebert in Schweinsberg. Am zweiten Advent führte sie Dekan Hermann Köhler in ihr Amt als Pfarrerin für Schweinsberg, Niederklein, Rüdigheim und Erfurtshausen ein (die OP berichtete). Sie hatte die Möglichkeit, noch einige Wochen mit Pfarrerin Petra und ihrem Mann, Pfarrer Gerhard Zimmer zusammenzuarbeiten. Das habe ihr viel gebracht, sie habe viele Informationen über ihre Gemeinde, ihre künftige Arbeit wie aber auch über die Stephanskirche bekommen, sagt sie im Gespräch mit der OP.

Für sie ist es die erste Pfarrstelle, Katharina Siebert wurde im Oktober von Bischof Martin Hein ordiniert. Im Moment ist ihre Arbeit auch ein ständiges Dazulernen. „Im Vikariat erlebt man als angehende Pfarrerin alles zum ersten Mal. Doch die Rolle danach ist eine andere“, beschreibt sie die Situation, die sie derzeit erlebt.

Sie freut sich über das Vertrauen, das ihr die Menschen schon gleich nach ihrem Amtsantritt entgegenbringen. Krankenbesuche sind Teil der Seelsorge. Es sei schön zu sehen, dass das Dasein und bei ihnen bleiben manchem Kranken hilft“, sagt Schweinsbergs neue Pfarrerin.

In den nächsten Monaten will sich die Neu-Schweinsbergerin in ihrer Gemeinde vor allem darum kümmern, dass mehr Gruppenarbeit angeboten wird. Wobei sie noch keine Aussage dazu macht, was das für Gruppen sein könnten. Denn sie möchte erst erfahren, was sich Gemeindemitglieder wünschen oder was ihnen vielleicht fehlt.

„Ich möchte zunächst vor allem Zuhören“, sagt Katharina Siebert. Zuhören will sie zunächst auch im evangelischen Kindergarten wie auch in der Grundschule. Dort könnte es sein, dass sie in nächster Zeit auch einige Stunden in der Woche unterrichten wird. Pfarrerin Siebert ist für rund 1 300 Gläubige in ihren Gemeinden zuständig.

Vorfreude auf weitere Arbeit mit Flüchtlingen

Zu ihrer Stelle gehört aber noch ein weiteres Aufgabengebiet, eines, auf dem sie schon Erfahrungen gesammelt hat. „Dass die Flüchtlingsarbeit Teil meiner Stelle sein wird, hat mich gefreut“, sagt sie. Ein Viertel oder 25 Prozent ihrer Stelle ist der Flüchtlingsseelsorge im Kirchenkreis Kirchhain zugeordnet. Wie genau ihre zukünftige Arbeit auf diesem Gebiet aussehen wird, zeigt sich in den nächsten Wochen in Absprache mit Dekan Köhler.

Sie hat in Homberg (Efze), dem Ort ihres Vikariats, junge Syrer unterrichtet, die bereits gut Deutsch sprachen. Für sie knüpfte sie auch Kontakte. Künftig möchte sie beispielsweise gerne Beziehungen zu einzelnen Flüchtlingsfamilien aufbauen, eine Beziehung entwickeln, sie begleiten. Wieder wählt Katharina Siebert das Wort Zuhören. Sie will aber auch bei Behördengängen helfen. Langfristige Integration von Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, wäre ihr Ziel. „Seelsorge kann sehr vieles bedeuten“, macht sie klar.

Die Frage, warum sie Pfarrerin geworden ist, hat sie schon häufig gestellt bekommen. Sie sei von ihrer Zeit bei der Kinder- und Jugendarbeit geprägt worden. Es habe verschiedene Entwicklungsphasen gegeben. Haupt- und ehrenamtliche Jugendarbeiter hatten daran ihren Anteil. Ebenso wie das Singen im Chor, das ihr schon früh Freude gemacht hat. 

Zur Person

Katharina Siebert stammt aus  Bebra.
Sie studierte in Neuendettelsau, Montpellier und Marburg evangelische Theologie.
Ihr Vikariat, der Vorbereitungsdienst auf die Arbeit als Pfarrer, folgte in Homberg (Efze). 

Das Theologiestudium hat sie von Beginn an fasziniert. „Ich habe mich gleich aufgehoben gefühlt“, sagt sie rückblickend. Es hat sie daran auch gereizt, sich mit grundlegenden Fragen rund um ihren Glauben auseinanderzusetzen.
Im Pfarramt Schweinsberg ist sie wie ihre Vorgänger auf sich gestellt, eine Sekretärin gibt es dort nicht. Aber bisher hat sie die auch zu ihrem Amt gehörende Büroarbeit noch nicht „überrannt“.

Das Radfahren ist ihr großes Hobby, auch wenn das Fahrrad derzeit witterungsbedingt im Keller steht. Sie ist damit bereits an der Weser entlang bis zur Nordsee gefahren. Ihre freie Zeit nutzt sie außerdem, um den Kontakt zur Familie und zu guten Freunden zu halten. „Und ich möchte gerne wieder in einem Chor mitsingen“, nennt sie ein Zukunftsziel.

von Michael Rinde

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