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Kostenpflichtig - aber eigentlich nicht

Parkgebühren am Hallenbad Kostenpflichtig - aber eigentlich nicht

Zwei Stunden können Besucher der Innenstadt in Stadtallendorf kostenlos parken. So weit, so gut. Nur für einige Gäste des Hallenbads war die zeitliche Begrenzung bisher ein Problem.

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Für die Stellflächen unmittelbar vor dem Alldomare gibt es künftig eine extra für Hallenbadbesucher geschaffene Sonderregelung.

Quelle: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. Ein entspannter Tag im Hallenbad - für viele Menschen die perfekte Form der Erholung. Allerdings nicht, wenn über dem Kopf des Bade­gastes das Damoklesschwert in Form der ablaufenden Parkscheibe beziehungsweise des damit einhergehenden Knöllchens schwebt. Die Stadt Stadtallendorf hat das Problem erkannt und bringt nun auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung eine Veränderung auf den Weg: Sie erhebt auf den Stellplätzen „An der Teichwiese“, also unmittelbar vor dem Hallenbad, quasi erstattungsfähige Parkgebühren.

Im Februar war eine Satzung in dem Gremium noch gescheitert. Daraufhin gründete sich der fraktionsübergreifende ­Arbeitskreis Parkplatzsituation, um sich auf die Suche nach einer kompromissfähigen Lösung zu machen. Und zwar eine, „die nicht Tür- und Toröffner für die Einführung allgemeiner Parkgebühren im Stadtgebiet ist“, wie Sigrid Waldheim (SPD) betonte.

Besucher der Innenstadt kommen künftig weiterhin in den Genuss des kostenlosen Parkens - für zwei Stunden mit Parkscheibe, die sie natürlich sichtbar im Auto auslegen müssen. Sie können aber künftig auch „An der Teichwiese“ auf gesondert ausgewiesenen Stellflächen parken, wo Gebühren fällig werden, die Fahrzeuge aber auch länger als zwei Stunden stehen dürfen. Die Höchstparkdauer­ beträgt zwölf Stunden. Zwischen 7 und 12 Uhr werden pro halber Stunde 50 Cent fällig.

Erstattung nur für Nutzer des Vier-Stunden-Tarifs

Das geht mit einer Sonderregelung für Hallenbadbesucher einher: Diese können sich die Gebühren erstatten lassen - allerdings nur beim Vier-Stunden-Tarif. „Wer beim Besuch des Hallenbads den Zwei-Stunden-Tarif wählt, bekommt die Gebühren nicht erstattet, weil man in der Nähe für diesen Zeitraum kostenlos parken kann“, erläuterte Waldheim in der Stadtverordnetenversammlung. Und auch Nutzer des Tagestarifs bekämen kein Geld zurück: „Da lässt sich nicht abgleichen, wie lange sie sich wirklich im Hallenbad aufhalten“, so Waldheim. Ziel sei es schließlich, die Plätze für die Badbesucher zu reservieren - und zu verhindern, dass sie von Menschen blockiert werden, die beispielsweise einen ausgiebigen Innenstadtbummel machen wollen.

Es bekommen also nur Nutzer des Vier-Stunden-Tarifs die Gebühren erstattet. Sie bekommen aber auch kein Geld zurück, sondern der Preis wird einfach vom Eintrittspreis abgezogen. Und es ist auch nicht möglich, damit noch ein Geschäft zu machen: Die Erstattung ist auf den Eintrittspreis limitiert.

Stadt muss nun Automaten und Schilder aufstellen

Zwischenzeitlich angedacht war auch eine Variante, dass nur ein Teil des Geldes erstattet und der Rest durch einen Gutschein für das Wallokal im Hallenbad aufgefangen wird. Von dieser Variante verabschiedeten sich die Stadtallendorfer aber aufgrund des komplizierten Abrechnungs- und Überprüfungsverfahrens.

Die Stadt muss nun einen Parkscheinautomaten anschaffen und entsprechende Schilder aufstellen. Die Stadtverordneten segneten den Vorschlag jedenfalls einstimmig ab. Die Mitglieder Bürgerunion enthielten sich - aus Prinzip, weil sie gegen Parkgebühren sind, aber diese Lösung die einzig mögliche sei, den Badenden Plätze­ zur Verfügung zu stellen, ­erklärte Vorsitzender Manfred Thierau. Stefan Rhein (CDU) betonte, er segne den Plan nur ab, weil die Anlage, die gebührenpflichtig werde, explizit genannt sei. Bernt Klapper (Grüne) monierte, das Konzept sorge zwar dafür, dass Badbesucher kostenfrei parken könnten - das Projekt aber für die Stadt nicht kostenfrei sei: Sie habe einen erhöhten Aufwand bei der Abrechnung und müsse einen Automaten anschaffen: „Aber letztendlich ist das der einzig mögliche Kompromiss.“

von Florian Lerchbacher

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