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Neue Variante erhält den alten Teich

Sanierungsdiskussion Neue Variante erhält den alten Teich

Die Stadtallendorfer Verwaltung hat eine Variante für den Umgang mit dem "Marli-Teich" am Iglauer Weg erarbeitet. Demnach soll die Teichanlage gesichert werden. Ein Park ohne Teich wäre dann vom Tisch.

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Der „Marli-Teich“ befindet sich seit mehreren Jahren in keinem guten Zustand.

Quelle: Archivfoto

Stadtallendorf. Vielleicht ist der gordische Knoten bei der Zukunftsplanung für den ­„Marli-Teich“ durchschlagen.­ Am Donnerstagabend stellte­ die Stadtverwaltung eine neue Planung vor. Seit Dezember vergangenen Jahres waren alle Planungen einschließlich Bauantrag auf Beschluss des Stadtparlaments dafür ausgesetzt worden (die OP berichtete). Ein Grund waren Proteste aus der Bevölkerung gegen eine ­beschlossene Zuschüttung des Teiches.

Jetzt könnte die Teichanlage nur umfassend gesichert werden, einschließlich einer Herrichtung der Wege und der Schaffung eines neuen Ablaufes für den Teich. Zentral ist die dringend nötige Sicherung der Uferanlagen. Bürgermeister Christian Somogyi machte­ klar, dass die Zeit inzwischen drängt. Die Sicherheit der Uferanlagen sei bald nicht mehr gewährleistet. „Es fehlt nicht mehr viel, dann müssen wir einen Bauzaun um den Teich aufstellen“, so seine klare Aussage. Um das Teichufer zu sichern, soll es mit Erde abgeschüttet werden. Hinzu kommen Stützmauern. Alle losen Steine werden entfernt. Die Mauerkronen könnten mit einer Holzüberdeckung versehen werden, um als Sitzgelegenheit zu dienen. Durch die Abschüttung des Ufers wird sich die Wasserfläche geringfügig verkleinern, von geschätzten 700 Quadratmetern auf rund 600 Quadratmeter.

Kosten in Höhe von 360.000 Euro

Der Teich soll komplett leergepumpt werden, Schlamm wird entfernt. Danach wird der ­Boden verdichtet, der Teich aber nicht abgedichtet. Das kostet bis zu 70000 Euro mehr. Außerdem muss ein Stromanschluss her, der sich bisher im alten, abgerissenen Wohnhaus der Herrenwald ­befand. Die Wassertechnik einschließlich der kleinen Fontäne wäre komplett zu erneuern.

Bei Erkundungen wurden ­alte Zuleitungen und Abläufe entdeckt, die aber komplett dicht sind. Die Verwaltung rät dazu,­ eine neue Beleuchtung einzuplanen und die Wege zu pflastern oder zu asphaltieren.

All das hat auch seinen Preis. Die Kosten waren seinerzeit ausschlaggebend für den Beschluss, den Teich aufzugeben und durch einen Park mit Rasenmulde zu ersetzen. Die jetzt vorgestellte Variante „Teichsicherung“ kostet rund 397000 Euro, die seinerzeit beschlossene Planung ganz ohne Teichanlage sollte 360000 Euro kosten. Eine großzügige Sanierung und Neugestaltung mit Teich war auf 472000 Euro Kosten veranschlagt worden. Allerdings: Noch ist ungewiss, ob die Stadt einen bisher eingeplanten Zuschuss von 125000 Euro aus dem Programm Soziale Stadt für die Teichsicherung auch nutzen könnte. Fachbereichsleiter­ Klaus Hütten zeigte sich auf Nachfrage „nicht allzu optimistisch“. Entschieden ist das aber noch nicht.

Entscheidung nach der Sommerpause

Im Bauausschuss stieß die vorgestellte Planung aber durchaus auf Zustimmung. Die jetzige ­Variante sei vielleicht ein Kompromiss zu den früheren Überlegungen, meinte Hans-Georg Lang, CDU-Fraktionsvorsitzender. Seinerzeit hatten CDU und SPD sich mit ihrer breiten Mehrheit für die Variante ohne Teich ausgesprochen, Grüne, FDP und Bürgerunion waren für den Erhalt. Sie hatten auch den Antrag gestellt, die Entscheidung nochmal zu überprüfen. Bernt Klapper (B90/Die Grünen) mahnte, bei allen Überlegungen die Teichökologie im Blick zu haben. Winand Koch (FDP) hob hervor, dass „die Anwohner mit dieser neuen Variante am besten bedient wären“.

Die Entscheidung fällt nach der Sommerpause.

von Michael Rinde

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