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Neue Agentur soll Wissenslücken füllen

Denkmalschutz Neue Agentur soll Wissenslücken füllen

Im Ostkreis gründen die sechs Kommunen und der Landkreis gemeinsam eine Denkmalagentur, die Hauseigentümer unterstützen wird.

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Im Samtbau unterzeichneten die Bürgermeister, der Erste Kreisbeigeordnete und weitere Beteiligte die Verträge für die neue Denkmalagentur.

Quelle: Stefanie Wellner

Stadtallendorf. Die sechs Bürgermeister aus dem Ostkreis Michael Emmerich, Thomas Groll, Peter Hartmann, Olaf Hausmann, Michael Plettenberg und Christian Somogyi, ihre Ersten Beigeordneten, der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow sowie die Vertreter der Denkmalschutzbehörde unterzeichneten im Konferenzzimmer des Samtbaus in Schweinsberg eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit beim Denkmalschutz.

Das bedeutet die Gründung einer Denkmalagentur. Diese soll dazu beitragen, Chancen aufzuzeigen und Menschen dazu motivieren, eine Sanierung und gegebenenfalls Vermarktung eines Denkmals in Angriff zu nehmen.

Der Hausherr, Curt-Ekkehard Freiherr Schenck zu Schweinsberg, gab einen kurzen Einblick in die Historie des Gebäudes und der Familie. „Wir befinden uns im Konferenzzimmer. Das ist genau der richtige Raum für eine Vertragsunterzeichnung. Die Bestuhlung, auf der Sie Platz genommen haben, sind Originale, die von Beginn an hier waren“, erklärte er.

Wissen muss zu den Menschen kommen

Marian Zachow erläuterte die Hintergründe der Agenturgründung. Grundlage war die Studie des Fachbereichs Ökonomie der Stadt- und Regionalentwicklung an der Universität Kassel im Auftrag des Landkreises. Im Moment verfiele ortsbildprägende, häufig denkmalgeschützte Bausubstanz zunehmend, so Zachow.

Gründe dafür wären unter anderem, dass Fördermöglichkeiten oder steuerliche Vorteile sowie alternative Optionen für eine Nutzung nicht bekannt wären und über positive Erfahrungen zu wenig gesprochen würde. Das führe zu dem Klischee, die Denkmalbehörden wären zu kompliziert. „Wenn das Wissen nicht bei den Menschen ist, muss es zu den Menschen kommen“, forderte Zachow.

Vernetzung fördern

Die Denkmalagentur soll das in Zukunft durch aufsuchende Beratung leisten. Mitarbeiter sollen Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden gezielt aufsuchen und innovative Nutzungs- und Vermarktungsstrategien entwickeln und unterstützen.

Die Agentur soll zudem die Vernetzung fördern sowie über Förderungen und alternative Finanzierungsmöglichkeiten informieren. „Bemerkenswert ist, dass der Ansatz interkommunal ist. Die Denkmalpflege und Vitalität der Ortskerne liegt uns ja allen am Herzen“, erklärte Zachow, „Wir wollen den Trend umdrehen, vom negativen Ansteckungseffekt des Leerstandes hin zum positiven Ansteckungseffekt von Sanierungen.“

Eine Steuerungsgruppe, bestehend aus Vertretern der beteiligten Kommunen und des für den Denkmalschutz zuständigen Fachbereichs der Kreisverwaltung, koordiniert die Arbeit der Denkmalschutzagentur. Die Agentur wird die Eigentümer von relevanten Objekten gezielt ansprechen und beraten.

Der Service ist für die Eigentümer in den teilnehmenden Kommunen kostenlos. Derzeit ist eine Stelle ausgeschrieben. Wenn diese besetzt ist, startet die Agentur mit ihrer Arbeit. Das Projekt läuft erst einmal zwei Jahre, dann soll die Arbeit der Agentur überprüft werden.

von Stefanie Wellner

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