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Verein soll Jugendarbeit übernehmen

Kirchengemeinde Herrenwald Verein soll Jugendarbeit übernehmen

Die Gläubigen von vier bisher unabhängigen Kirchengemeinden sehen der Fusion zu einer großen Gemeinde positiv entgegen - weil der Schritt freiwillig kommt, sagt Pfarrer Thomas Peters.

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Florian Schmidt (links) ist Jugendreferent der Kirchengemeinden Stadtallendorf und Neustadt beziehungsweise der künftigen Kirchengemeinde Herrenwald, in der auch Pfarrerin Kerstin Kandziora und Pfarrer Thomas Peters wirken.

Quelle: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. Zum 1. Januar 2018 wird aus den bisher unabhängigen evangelischen Kirchengemeinden Stadtallendorf, Neustadt, Speckswinkel und Erksdorf die Gesamtgemeinde Herrenwald (die OP berichtete). Die Fusion rückt also näher. Gemeinsam mit zahlreichen Ehrenamtlern sind die Pfarrer derzeit damit beschäftigt, das neue Konstrukt auszugestalten und Konzepte zu entwickeln.

„Ich bin positiv überrascht: Es gibt große Bereitschaft, etwas zu verändern und viel Wille zum Engagement“, freut sich Stadtallendorfs Pfarrer Thomas Peters über die bisher gute Resonanz. Ein wichtiger Aspekt sei, dass die Kirchengemeinden freiwillig aufeinander zugegangen seien, weil klar war, dass Erksdorf und Speckswinkel Veränderungen brauchen: „Das ist ein Weg, auf dem wir uns seit drei bis vier Jahren befinden und nichts kurzfristiges. Während des Prozesses haben wir gemerkt, dass wir das brauchen und wollen.“

Die Geistlichen gehen davon aus, dass eines Tages eine Pfarrstelle wegfallen werde, „und dann haben wir schon Strukturen und müssen nicht aus der Not heraus handeln“, betont Peters und erklärt, dass es pro Pfarrstelle 1000 bis 2000 Gläubige geben müsse. Speckswinkel und Erksdorf unterschreiten diesen Wert, Neustadt und Stadtallendorf liegen deutlich darüber und sorgen somit in der fusionierten Kirchengemeinde für den notwendigen Ausgleich.

Gottesdienste sollen 14-tägig stattfinden

Inzwischen steht fest, dass die Gemeindebezirke entsprechend der bisherigen Kirchengemeindegrenzen bestehen bleiben, sodass sich bei der Zuständigkeit der Pfarrer für die Seelsorgen und die kirchlichen Amtshandlungen wie Taufen, Konfirmationen, Trauungen oder Bestattungen nichts ändert.

Anders sieht das bei den Gottesdiensten aus. Für diese gibt es ein neues Konzept, dessen wichtigste Botschaft ist, dass sich an deren Anzahl nichts ändert. „Die Grundanliegen der Kirchenvorstandsmitglieder waren, auch zukünftig verlässliche Gottesdienstzeiten zu ermöglichen, aber gleichzeitig auch Freiräume für unterschiedliche Formate wie Familienkirche, Taizé-Andachten, Jugendgottesdienste oder die Tankbar zu schaffen“, berichtet Peters über die ausführlichen Diskussionen in den Gremien.

Gottesdienste in Erksdorf und Speckswinkel sollen zukünftig 14-tägig stattfinden, was zunächst zu einer Reduzierung im Gesamtgebiet der Herrenwaldgemeinde von 16 auf 12 führt – diese Lücke wollen die Pfarrer jedoch durch erwähnte alternative Gottesdienst-Formen wieder füllen. Für Neustadt ist geplant, dort wieder monatlich einen Abendgottesdienst stattfinden zu lassen, der dann den üblichen Termin sonntags um 10 Uhr ersetzt. Um die Details soll sich ein noch zu gründender Ausschuss kümmern, der dann den genauen Gottesdienstplan für die neue Kirchengemeinde entwickelt.

Gemeinde setzt auf CVJM

Dieser wird dann natürlich auch im neuen Gemeindebrief veröffentlicht, der den Namen „Plus“ tragen soll. „Damit wollen wir das Mehr, das wir bald haben, ausdrücken“, kommentiert Peters und ergänzt, dass das Plus auch an das christliche Symbol des Kreuzes erinnere. Einen Wehrmutstropfen gibt es für ihn aber dennoch: Das Erscheinen des neuen, 16- bis 24-seitigen Magazins, in dem Nachrichten aus den Gemeindebezirken stehen werden, bedeutet gleichzeitig auch das Ende des Stadtallendorfer Gemeindebriefs, der in seinem langen, ausklappbaren Format einzigartig war. Eine neue Homepage ist auch geplant. Diese soll unter www.kirchengemeinde-­herrenwald.de zu finden sein.

Bei der Kinder- und Jugendarbeit will die Gemeinde Herrenwald auf den Christlichen Verein junger Menschen (CVJM) setzen. Einen solchen gibt es bereits in Stadtallendorf. Gemeinsam mit diesem sollen die Grundlagen für einen CVJM Herrenwald geschaffen werden, um dann die kirchliche Jugendarbeit in den Orten zu unterstützen. „Ich freue mich, dass wir die gewachsene CVJM-Struktur in Stadtallendorf gemeinsam nun regional erweitern. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass eine Vereinsstruktur die Beständigkeit und eine hohe Beteiligungsmöglichkeit gewährleistet sowie gleichzeitig die Verbindlichkeit einer Mitgliedsstruktur ehrenamtliche Mitarbeit erleichtert. Schließlich helfen auch die überregionalen Strukturen des CVJM mit Ideen und Kompetenzen“, kommentiert Peters.

Nun gelte es, gemeinsam mit den Ehrenamtlern ein Konzept zu erarbeiten. Geplant ist, im kommenden Jahr eine neue Stelle zu schaffen, um einen gesonderten Zuständigen für die Kinder- und Jugendarbeit stellen zu können.

von Florian Lerchbacher

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