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Gefährliche Schlupflöcher

Großbaustelle Niederklein Gefährliche Schlupflöcher

Seit die große Kreuzung in Niederklein teilweise gesperrt ist - die B62 bleibt in diese Richtungen befahrbar - spielen sich in dem Stadtallendorfer Stadtteil seltsame Szenen ab.

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Eng geht es zu auf der Hardt. Die Straße ohne Bürgersteige ist nur für Anlieger frei. Hier drängelt sich der Fahrer eines Frankfurter ­Bullis an der Absperrung und zwei entgegenkommenden Autos vorbei.

Quelle: Matthias Mayer

Niederklein. Eine Anwohnerin der Allendorfer Straße berichtet gegenüber der OP von kunstvollen Wendemanövern, die die Fahrer von 40-Tonnern vollführen, wenn ihnen im Angesicht der Baustelle bewusst wird, dass die zuvor passierten Umleitungsschilder und Absperrungen tatsächlich einen realen Hintergrund haben.

„Meinem Nachbarn haben sie schon den Hof kaputtgefahren“, erzählt die Anliegerin, die selbst durch die Baustelle vom größten Teil des Dorfes abgeschnitten ist. Wenn sie mit ihrer betagten Mutter zum Friedhof oder zur Kirche wolle, müsse sie von Rechts wegen über Stadtallendorf nach Kirchhain und von dort zurück nach Niederklein fahren.

Natürlich gibt es auch Wege, die Kreuzungsbaustelle zu umfahren. Die führen über kleine Anliegersträßchen, die nicht für den Durchgangsverkehr gebaut und zugelassen sind. Die ­kennen nicht nur die Niederkleiner. Karl-Hermann Schönhals wohnt auf der Hardt und sieht zu den Schichtwechseln die komplette Einpendler-Familie aus dem Vogelsberg an seinem Haus vorbeirollen, garniert durch den einen oder anderen 40-Tonner und einem großen Heer von Sprinter-Fahrern, gern mit dem Handy am Ohr.

Es wundere ihn ob der Enge der Straße nicht, dass in einer Nacht seine Grundstücksmauer angefahren wurde, sagte er der OP. Er sei dankbar, dass Polizei und das Stadtallendorfer Ordnungsamt trotz wüster Beleidigungen im Netz zumindest zeitweise dieses nicht ungefährliche Treiben ahnde.

Beim 15-minütigen Ortstermin der OP Auf der Hardt fuhren 29 Autos durch die nur für Anlieger freigegebene Straße. 20 Fahrzeuge trugen ein Marburger, die restlichen 9 Autos ein auswärtiges Kennzeichen. Von der B62 bogen unter anderem Fahrer aus Litauen, Bulgarien und Polen Richtung Stadtallendorf ab, von denen nicht zu erwarten war, dass sie als Anlieger bei Schertlers Teppichböden und Gardinen kaufen wollten.

von Matthias Mayer

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