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Etwas größer und deutlich teurer

Erksdorfer Feuerwehrgerätehaus Etwas größer und deutlich teurer

Die Stadt ist im Wort. Voraussichtlich nächstes Frühjahr fällt der Startschuss für den Bau des neuen Erksdorfer Feuerwehrgerätehauses. Es soll rund 910000 Euro kosten.

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Das vom Architektenbüro Schmidt&Strack erstellte Modell zeigt das künftige Erksdorfer Gerätehaus in der Langensteiner Straße. Links ist der Entwässerungsgraben angedeutet.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Das Grundstück ist gefunden, es liegt in der Langensteiner Straße, direkt neben einem großen Entwässerungsgraben. Inzwischen hat das Architektenbüro Schmidt&Strack die Entwürfe fertiggestellt und die aktuelle Kostenberechnung vorgelegt.

Am Dienstagabend war das Projekt zentrales Thema im Ausschuss für öffentliche Sicherheit, Soziales und Kultur.

Architekt Karsten Schmidt präsentierte die Planungen, die einige Besonderheiten aufweisen. So ist das Grundstück abschüssig, der Baugrund lehmig. Die Fläche muss aufgefüllt werden, allein das verursacht Zusatzkosten von rund 45000 Euro. Die Auffüllung ist auch notwendig, damit in den Wintermonaten bei Alarm keine Steigung überwunden werden muss. Aktuell liegt das Grundstück rund zweieinhalb Meter unterhalb des Straßenniveaus.

Knackpunkt sind die Projektkosten

Auch der schmale Zuschnitt der Grundstücksfläche stellte die Planer vor eine Herausforderung. Sie passten die Lage des Gebäudes an, der Parkplatz für die Einsatzkräfte liegt vor dem Gebäude. Ansonsten orientiert sich das Raumprogramm am Feuerwehrgerätehaus Hatzbach, das ebenfalls von Schmidt & Strack geplant wurde. Allerdings wird Erksdorfs neues Gerätehaus etwas größer. Die Einsatzabteilung der Erksdorfer Feuerwehr ist etwas größer als die der Hatzbacher. Darum fällt die Umkleide auch etwas größer aus.

Knackpunkt in der folgenden Ausschussdebatte waren die Projektkosten. Die liegen mit 910000 Euro deutlich höher als vor Jahren noch vorausberechnet. Hinzu kamen bereits ausgegebene 50000 Euro für den Grundstückskauf. Das Gerätehaus Hatzbach kostete rund 700000 Euro.

Zur Erinnerung: Im Jahr 2013 hatte das Stadtparlament mal einen Orientierungswert von 500000 Euro Baukosten für die Gerätehäuser Hatzbach und Erksdorf festgelegt. Klaus Ryborsch (CDU) regte sich über die Kostensteigerung in Erksdorf dementsprechend auf. Das sei nach außen, also gegenüber den Bürgern, nicht mehr zu vermitteln. Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) wie auch Architekt Schmidt nannten Gründe. Einer ist die schon erwähnte Aufschüttung.

Ein weiterer liegt in der generellen Preissteigerung im Baugewerbe, die nach Angabe des Architekten bei etwa vier Prozent pro Jahr liegt. Ein weiterer Faktor, der etwa 50000 Euro Mehrkosten ausmacht, ist der Umstand, dass Erksdorfs Gerätehaus etwas größer ausfallen wird. Letztlich geht es um 15 Quadratmeter. Schmidt erläuterte die derzeitige Marktsituation. Bauunternehmen haben Hochkonjunktur, was sich auch beim Preisniveau bemerkbar macht. „Ob sich die Lage im Winter entspannen wird, lässt sich nicht sagen“, warnte Schmidt vor falschem Optimismus.

Keine Alternative zum Standort

Ryborsch warf die Standortfrage auf. Warum man sich letztlich für dieses Grundstück entschieden habe, wenn es solche Mehrkosten auslöse. Aus Sicht Somogyis gab es keine Alternative, auch im Hinblick auf die Hilfsfristen und eine möglichst zentrale Lage des Gebäudes.

Eines stand am Dienstagabend dabei zu keinem Zeitpunkt zur Debatte: Ein Ausstieg aus dem Bauvorhaben.

Zumal die Stadt den Löwenanteil der Baukosten von 680000 Euro über das Kommunale Investitionsprogramm des Landes (KIP) finanziert.

Ausgangspunkt aller Überlegungen war einmal der Bau ­eines gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses für die Wehren in Hatzbach und Erksdorf. Doch dies scheiterte letzten Endes am Erksdorfer Widerstand, dem die Stadt Rechnung trug, weil sie auf keinen Fall gegen den Wunsch der Wehr handeln wollte.

Erksdorf braucht auch neues Fahrzeug

„Jetzt kostet uns das Erksdorfer Gerätehaus möglicherweise so viel wie ein gemeinsames Gebäude“, merkte Winand Koch (FDP) an. Im Juli 2012 hatte die Stadtverwaltung die Kosten für den Bau eines gemeinsamen Gerätehauses mal mit 850000 Euro beziffert.

Die Notwendigkeit von Neubauten stand bei beiden Wehren nie infrage. Neben dem baulichen Zustand beider Altgebäude spielt die Tatsache eine Rolle, dass auch Erksdorfs Feuerwehr zeitnah ein neues, größeres Fahrzeug braucht und erhält.

Die endgültige Entscheidung fällt das Stadtallendorfer Stadtparlament am 31. August. Im Ausschuss gab es bei allen kritischen Worten zur Kostenentwicklung ein einstimmiges Votum, nunmehr den Bauantrag zu stellen und die Ausschreibungen vorzubereiten.

Das Stadtallendorfer Stadtparlament tagt ab 19.30 Uhr im Sitzungssaal neben der Stadthalle.

von Michael Rinde

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