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Eine Geschichtswerkstatt für Schüler

Unterrichtsprojekt Eine Geschichtswerkstatt für Schüler

Ein Schulmuseum zum Anfassen, Ausprobieren und zum entdeckenden Lernen: Die Landgräfin-Elisabeth-Schule (LES) beherbergt in ihren Räumlichkeiten ein Kleinod, das ­erhalten werden soll.

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Gespannt folgen Grundschüler aus Wittelsberg den Erläuterungen von Hartmut Möller, der die Handhabung einer Leseuhr erklärt.

Quelle: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. „Wer durch diese Tür geht, verlässt das Gestern und kommt ins Heute!“, steht auf einer Glastür des Schulmuseums geschrieben. Durch die Glasscheibe sieht der Besucher Stühle, Tische und einige Computer. Bleibt man im „Gestern“ sieht man alte Schreibmaschinen, Fotoapparate, in die man noch eine Filmrolle einlegen muss, einen Diaprojektor oder einen Plattenspieler. Raum an Raum ausgestellt dokumentieren die Gegenstände begreifbar und anschaulich den Übergang von den analogen Medien und Materialien hin zu den digitalen Geräten und Datenträgern.

Doch noch mehr ist im Schulmuseum zu sehen. Ein Schwerpunkt der Ausstellung sind einige alte Schulmöbel, dazu gehört auch eine schwenkbare Tafel, wie es sie schon lange nicht mehr gibt.

Interessant sind auch eine alte Leseuhr aus den 1950er-Jahren oder die Unterlagen zur ­Verkehrserziehung. Hartmut Möller, Förderschullehrer an der Landgräfin-Elisabeth-Schule, hatte mit Unterstützung von Schülern der achten Klasse zum 50. Schuljubiläum, das im vergangenen Sommer gefeiert wurde, mit viel Liebe zum Detail die einzelnen Ausstellungsteile zusammengetragen.

Dabei waren beim Durchsehen der Lagerreste viele interessante alte Stücke entdeckt worden. In einem Regal leuchtet zum Beispiel ein Globus, ein Kassettenrecorder und ein Megaphon liegen gleich darunter. Neben den Ausstellungstücken liegen Kärtchen mit der Frage „Was könnte das sein?“.

Die Antwort erfährt der Interessierte beim Umdrehen der Kärtchen auf der Rückseite. „Das entdeckende Lernen soll neugierig machen“, verdeutlicht Hartmut Möller.

Andere Schulen besuchen Museum

Wichtig ist dem Förderschullehrer auch, dass es nicht zugeht wie in einem Museum, sondern das alles angefasst und ausprobiert werden kann.

Geplant sei eine Art Geschichtswerkstatt für Schüler, die sich mit dem Thema befassen und dann selbst zu Experten werden und als Schulexperten an der Schule als Berater zur Verfügung stehen sollen. „Eine Frage ist jetzt, ob sich die Schülerzahl weiter so in den Minusbereich entwickelt und der Raum auch weiterhin nicht gebraucht wird“, erklärt Möller.

Die Tendenz, dass weniger Schüler in die LES kommen, gehe auf die inklusive Beschulung zurück, erläutert der Pädagoge. Die Landgräfin-Elisabeth-Schule ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung und wird derzeit von 67 Schülern besucht. Überlegt wird derzeit auch, einen eigenen Verein zu gründen, der die Trägerschaft für das Schulmuseum übernimmt.

Darüber werde derzeit im Kollegium, das positiv hinter dem Projekt stehe, diskutiert. Zu dem Konzept gehört auch, Schulen aus der näheren Umgebung einzuladen.

Gesucht wird noch ein Plattenspieler

Beim Termin mit der OP besuchen die Schüler der Klasse 3a der Grundschule Wittelsberg das Schulmuseum. Die Schüler beschäftigen sich derzeit im Sachunterricht mit dem Thema „Schule vor 100 Jahren“ und auch Denice, Erik, Anthony und Michael aus der Klasse BO 9 der LES sind gekommen.

Während sich die Schüler der LES noch etwas zurückhaltend zeigen, hat sich Möller neben die schwenkbare Tafel gestellt und erklärt den Schülern die Handhabung der Leseuhr, den Kasten mit den Buchstaben in Druckschrift und Schreibschrift und den halbrunden Stempel.

Begleitet werden die Wittelsberger Schüler von Klassenlehrerin Anne Clemens. „Das Schulmuseum ist toll, sehr beeindruckend und es ist eine feine Sache, nicht nur die Dinge auf Arbeitsblättern zu sehen. Das macht noch einmal einen anderen Eindruck auf die Schüler“, erklärt Clemens.

Derzeit sind die Verantwortlichen auf der Suche nach einem funktionierenden Plattenspieler. „Wir wären froh, wenn uns jemand ein Gerät zur Verfügung stellen könnte“, so Möller.

von Karin Waldhüter

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