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"Das Feldhemd" soll an die Heimat erinnern

Ausstellung "Das Feldhemd" soll an die Heimat erinnern

Die Malerin Joanna Kujawa stellt derzeit einen Teil ihrer Kunstwerke im Freizeitzentrum in der Herrenwaldkaserne aus. Sie möchte, dass die Soldaten ihre Bilder betrachten.

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Joanna Kujawa präsentiert stolz ein Foto ihres preisgekrönten Bildes.Foto: Klaus Böttcher

Stadtallendorf. Die Vernissage umrahmte eine fünfköpfige Bläsergruppe des Heeresmusikkorps aus Kassel. Zu der Eröffnung hatte die Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS) geladen, von der die vierwöchige Ausstellung unterstützt wird. Der katholische Standortpfarrer Markus Ramisch freute sich, dass neben den Soldaten und den zivilen Vertretern aus dem Bereich der Bundeswehr auch Vertreter der Stadt und von der KAS gekommen waren.

Er stellte die Frage: „Bundeswehr und Kunst – wie passt das zusammen?“ Der Aufhänger für die Ausstellung ist einerseits ein beim Bundeswehrwettbewerb prämiertes Bild und andererseits die vielen Reisen der Künstlerin Joanna Kujawa, auch in Länder, in denen die Bundeswehr im Einsatz war oder noch ist. Ihre gewonnenen Eindrücke gibt sie in den Bildern wieder. Pfarrer Ramisch sagte zu den Reisen, die sie zusammen mit ihrem Mann unternommen hatte: „Vieles ist von den Eindrücken wieder verschwunden, aber die Bilder bleiben.“ Durch die vielen Studienreisen sei sie fasziniert und inspiriert, sagte Kujawa. Das drückt sich auch in dem Bild „Das Feldhemd“ aus, mit dem sie beim Kunstwettbewerb der Bundeswehr im vergangenen Jahr den vierten Platz erreicht hatte.

Zu dem Thema „Akzeptiert, integriert und respektiert. Die Bundeswehr in der Welt zu Hause“ malte sie in Acryl auf Leinwand einen kleinen, ausländischen, winkenden Jungen, der ein Feldhemd eines Soldaten trägt. In dem Kommentar zu dem Werk heißt es unter anderem: „Das winkende Kind ist für den Soldaten/die Soldatin vielleicht ein Stück der weit entfernten Heimat, ein Augenblick der Erinnerung an die eigenen Kinder, die sehnsuchtsvoll auf seine/ihre Rückkehr warten.“

Das prämierte Bild war nur als Fotografie zu sehen, da das Original derzeit zu einer Wanderausstellung gehört. Divisionskommandeur Generalmajor Andreas Marlow erklärte, warum man Kunst in die Kaserne hole: Das preisgekrönte Bild spreche jeden an, aber auch die anderen Bilder regten zu Gedanken an. Außerdem werde durch die Ausstellung die Militärseelsorge in den Vordergrund gebracht. Er rief dazu auf, dass alle Soldaten die Ausstellung besuchen sollten und sagte: „Kunst und Kultur auf der Welt sind heute nicht mehr selbstverständlich.“

Die Künstlerin ist im früheren Oberschlesien, heute Polen, geboren und übersiedelte 1990 nach Deutschland. Nach dem Studium der katholischen Theologie und slawischer Sprachen arbeitete sie als medizinisch-technische Assistentin, als Lkw-Fahrerin oder Verkäuferin sowie Pfarrhelferin. Seit 2014 ist sie Angestellte bei der Bundeswehrverwaltung.

„Leben heißt lernen“, beschreibt sie ihr Motto. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie derzeit Kurse zum Erlernen der Sprachen Arabisch und Chinesisch besucht.

von Klaus Böttcher

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