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Verkehrsbelastung bewegt Anlieger

Bürgermeisterwahl Stadtallendorf Verkehrsbelastung bewegt Anlieger

Die OP konfrontierte die fünf Bürgermeisterkandidaten mit einem Foto von der Niederkleiner Straße, aufgenommen zu einer Hauptverkehrszeit und bat sie um Stellungnahmen.

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In der Niederkleiner Straße drängt sich Auto an Auto. Das Bild entstand während der Hauptverkehrszeit.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Sie ist eine Hauptverkehrsader Stadtallendorfs und vor allem in den frühen Morgenstunden und bei Schichtwechseln großer Unternehmen chronisch überlastet. Wäre der seit Jahrzehnten diskutierte Bau der Querspange, einer Verbindung von der Niederkleiner Straße bis zum Bahnhof, eine Lösung? Oder muss über ganz andere Modelle in den nächsten Jahren geredet werden?

Vieles wird dabei vom nächsten Bürgermeister abhängen. Welche Linie will er verfolgen? Was lässt sich vielleicht auch kurzfristig verbessern?

Zugenommen haben die Beschwerden von Anliegern über nächtliche Raser. In der Verwaltung gibt es die Überlegung, in der Niederkleiner Straße stationäre Blitzer aufzustellen (die OP berichtete). Es wären die ersten in der zweitgrößten Stadt des Landkreises. Die OP-Redaktion legte den fünf Bürgermeisterkandidaten ein aktuelles ­Foto aus der Niederkleiner Straße vor, verbunden mit der Frage: „Was sehen Sie“?

Was sehen Sie auf diesem Foto?

Jürgen Berkei (CDU): Es ist ein Gesamtkonzept notwendig

Ich sehe die Niederkleiner Straße, in der ich selbst früher gewohnt habe. Schon immer eine der Hauptverkehrsachsen.

Die Behinderungen durch Anliefer- bzw. Pendlerverkehr insbesondere zu Stoßzeiten müssen dringend gelöst werden. Allerdings nicht ausschließlich lokal.

Für den Lkw-Verkehr benötigen wir ein Gesamtkonzept, das auf den Zeitpunkt abgestellt ist, wenn die endgültigen Verkehrswege fertiggestellt sind – hierzu zählt vorrangig die A 49 mit ihren beiden Abfahrten in Nord und Süd.

Von Schnellschüssen hinsichtlich Neubau und/oder Umlegung von Einfahrten örtlicher Firmen rate ich ohne verlässliche Datengrundlage und Verkehrszählungen ab.

Nach entsprechender strukturierter Vorarbeit will ich einen städtischen Verkehrswegeplan für die nächsten 10 Jahre umsetzen, der auch die Frage pro und contra der sogenannten Querspange mit berücksichtigt.

Christian Somogyi (SPD): Situation bessert sich durch Autohof

Ich sehe die Niederkleiner Straße während einer Rushhour. Eine der Hauptverkehrsadern, die sich über Jahrzehnte zum Nadelöhr entwickelt hat.

Stadtallendorf als zweitgrößte Stadt im Landkreis Marburg-Biedenkopf und pulsierender Industriestandort benötigt für den dynamischen Ziel- und Quellverkehr dringend ein neues Verkehrskonzept.

Der Handlungsbedarf ist erkannt. Neben dem Angebot Bahn- und Busverkehr ist der Ausbau der Bundesstraße 454 eine der wichtigsten Infrastrukturprojekte, um den innerstädtischen Verkehr zu entlasten.

Die Umsetzung des geplanten Autohofes und die Verlagerungen von Produktionsstätten aus der Innenstadt werden zu einer deutlichen Erleichterung beitragen. Veränderungen von Werkseinfahrten sind notwendig, aber leider nicht kurzfristig umsetzbar.

Gespräche mit Hessen­ ­Mobil und den Unternehmen werden geführt.

Manfred Thierau (Bürgerunion Stadtallendorf): Bevölkerung leidet unter Staus und Lärm

Zu erkennen ist ein Verkehrschaos durch stockenden und zähfließenden Verkehr. Unser Straßennetz ist zu Hauptstoßzeiten überlastet, die Bevölkerung leidet unter Staus, schlechter Luft und Lärm.

Den derzeitigen Zuständen könnte durch stadtplanerische Maßnahmen und mit der Entwicklung eines Verkehrskonzeptes entgegengewirkt werden.

Durch den im Gewerbegebiet Nord-Ost geplanten Lkw-Autohof könnte zukünftig der Zielverkehr zu unseren großen Industrieunternehmen besser koordiniert und gesteuert werden und damit auch zu einer Entlastung des Verkehrsaufkommens beitragen.

Der von den städtischen Gremien angedachte Bau einer Querspange ist auf deren Umsetzbarkeit hin zu überprüfen. Zu einer Entlastung des Bereiches wäre es sinnvoller gewesen, anstatt eines Tankstellenneubaus eine weitere Zufahrt zur Firma Winter für den Schwerlastverkehr zu schaffen.

Peter Fuhrmann (parteilos): Bild zeigt Stillstand in der Politik

Die Problematik auf der Niederkleiner Straße ist jedem bekannt. Lkw blockieren die Fahrbahn; Radwege verlaufen in Zickzack-Form; die Fahrbahn ist beidseitig zugeparkt.

Dieses Bild steht aber für weitaus mehr. Es zeigt sinnbildlich den Stillstand und die Uneinigkeit in der derzeitigen Stadtallendorfer Politik.

„Viel Gedränge, wenig vorankommen!“ Gerade beim Punkt Niederkleiner Straße kommen die Parteien seit Jahren nicht zusammen. Wenn es an der Spitze zu keinem Wechsel kommt, wird sich daran auch nichts ändern.

Ein parteigebundener Bürgermeister wird nie objektiv entscheiden können. Ich möchte dabei nicht weiter tatenlos zusehen. Es muss einen Neuanfang geben.

Als parteiloser Bürgermeisterkandidat biete ich den Parteien die Möglichkeit, gemeinsam an der Neugestaltung zu arbeiten, um somit die ideale Lösung für unsere Stadt zu finden.

Mubarik Sabir (parteilos): Beschwerden häufen sich immens

Seit Jahren verzeichnen wir eine enorme Verkehrsbelastung auf der Niederkleiner Straße. Die Beschwerden der Bewohnerinnen und Bewohner häufen sich immens. Doch was wurde in den letzten Jahren getan, um dieses Problem zu bewältigen?!

Es wird Zeit zu handeln. Es wird nichts anderes übrigbleiben, als uns Gedanken über den Bau eines zusätzlichen Weges zu machen.

Dieses Problem betrifft nicht nur die Industrie, sondern auch spezifisch fast die gesamte Stadt. Es sind unterschied­liche Behebungsmöglichkeiten vorhanden. Sie müssten von der Stadtverwaltung überprüft werden.

Das Stadtoberhaupt selbst muss Einsatz zeigen und die Richtung vorgeben. Es kann nicht sein, dass in den vergangenen Jahren dieses Problem nicht die Priorität erhalten hat.

In der Zukunft wird die Verkehrsbelastung durch den Bau der A 49 eine weitere große Herausforderung für uns darstellen.

von Michael Rinde

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