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500 Besucher kommen zum OP-Wahlforum

Bürgermeisterwahl 500 Besucher kommen zum OP-Wahlforum

500 Besucher wollten gestern Abend die fünf Stadtallendorfer Bürgermeister-Kandidaten beim OP-Wahlforum in der Stadthalle sehen. Sie erlebten lebhafte und kontroverse Diskussionen.               

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In der Stadtallendorfer Stadthalle diskutierten gestern die Bürgermeisterkandidaten im OP-Wahlforum.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Wer wird Bürgermeister in Stadtallendorf? Diese Frage wird möglicherweise am Sonntag, 24. September entschieden. Sollte es eine Stichwahl geben, findet diese am 22. Oktober statt.

Rund 500 Bürger nutzten gestern Abend in der Stadthalle das zum Teil turbulente Wahlforum der Oberhessischen Presse, um sich ein persönliches Bild von den Kandidaten zu machen. Erörtert wurden die Themen Innenstadtentwicklung, die Wohnraum-Problematik und  der auf Kante genährte Haushalt.

Zum Einstieg in den Abend hatten die beiden Moderatoren, der stellvertretende OP-Chefredakteur Till Conrad und OP-Redakteur Michael Rinde die Stadtentwicklung gewählt und dabei den Fokus auf die Niederkleiner Straße und die Stadtmitte gerichtet.

500 Besucher wollten am Donnerstagabend die fünf Stadtallendorfer Bürgermeister-Kandidaten beim OP-Wahlforum in der Stadthalle sehen. Sie erlebten lebhafte und kontroverse Diskussionen.

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Amtsinhaber Christian Somogyi (SPD) bekannte, dass sich die Niederkleiner Straße in den vergangenen Jahren zu einem verkehrlichen Nadelöhr mit zunehmendem Ziel- und Quellverkehr entwickelt habe. Am runden Tisch mit Anliegern und Unternehmen seien Lösungsansätze erarbeitet worden. Allerdings sei das Land Hessen und nicht die Stadt für die Straße zuständig. Vor 2022 komme die Ertüchtigung der Straße nicht in den Entwicklungsplan von Hessen Mobil, sagte er.

Manfred Thierau (BUS) stimmte dem zu: „Fakt ist, dass die Stadt nicht für die Straße zuständig ist.“ Es müsse ein Konzept erarbeitet werden, das der jetzigen Entwicklung entgegenwirke. Ziel müsse sein, den Lkw-Verkehr gezielt auf die Firmengelände zu leiten.

Ist die Stadtmitte noch zu retten? Jürgen Berkei (CDU) warnte vor falscher Nostalgie. „Das Kaufverhalten hat sich geändert. Die Innenstadt wird nicht mehr so sein, wie vor 20 Jahren. Ich wünsche mir, dass wir anderweitig Leben reinbekommen, wo heute tote Hose ist“, sagte er. Deshalb sei er beispielsweise dafür, dass der ehemalige Ihr Platz eine neue Nutzung bekommt.

Einen anderen Weg schlug Mubarik Sabir (parteilos) vor. „Ich bin dafür, dass wir selbst zur Belebung der Innenstadt auf Investorensuche gehen. Die Innnenstadt braucht Frequenzbringer", sagte er und nannte als Beispiele eine Bowling-Bahn, ein Kino-Center und ein Schnellrestaurant.

Peter Fuhrmann (parteilos) möchte die Bürger befragen, was sie im Ortskern wollen. In der Stadtmitte habe die Stadt den ersten Schritt getan – Hallenbad-Sanierung, Edeka-Markt, Pfeiffer-Markt – und den zweiten Schritt nicht bedacht: die fehlenden Parkplätze in der Innenstadt.

Zum engen Wohnungsmarkt sagte Christian Somogyi, dass die Ausweisung von Baugebieten mit der Nachfrage kaum Schritt halten könne. In den nächsten Jahren würden 160 Bauplätze entstehen – auch für Mehrfamilienhäuser. Allein die Herrenwald Wohnbau verlange von der Stadt keine 50 000 Euro pro gebaute Wohnung, sprach er ein Problem an.

Jürgen Berkei warb für eine Umnutzung verwaister gewerblicher Immobilien für ­Wohnzwecke. Nach dem Kirchhainer Modell lasse sich das Problem auch durch Aufstockung mindern. Manfred Thierau möchte mit den Wohnungsbaugenossenschaften reden, damit diese in der Stadt investieren. Bereitschaft dazu sieht er bei der Wohnbau GmbH.

Peter Fuhrmann möchte das Problem nicht auf die Kernstadt beschränken und fordert deshalb eine bessere Busanbindung für die Dörfer. Die Busse müssten für die Jugend attraktiver gemacht werden – möglicherweise durch ein WLAN-Netz.

Ähnlich äußerte sich Mubarik Sabir. „Wer möchte nach Erksdorf oder Hatzbach ziehen, wenn der Bus nur alle zwei Stunden fährt. Wir brauchen eine verbesserte Mobilität.“ Worauf Jürgen Berkei konterte: „Mit Bussen lässt sich der Leerstand in Erksdorf und Hatzbach nicht bekämpfen.“        

von Matthias Mayer

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