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Stadt setzt Belohnung aus

Brandserie in Stadtallendorf Stadt setzt Belohnung aus

Längst geht der Schaden durch die 28 gelegten Brände der vergangenen Monate in den höheren fünfstelligen Bereich. Die Polizei geht von mehreren Tätern aus, möglicherweise aus einer Gruppe.

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Feuerwehrleute stehen in der Nacht vom 9. auf den 10. März vor einem Wohnhaus in der Schillerstraße. Im Gebäude angezündeter Müll hatte dort zu extremem Rauch geführt.

Quelle: Michael Hoffsteter

Stadtallendorf. Die in der Nacht zum vergangenen Freitag, 10. März, gelegten Brände einschließlich der Feuer in einem Haus in der Schillerstraße und der Georg-Büchner-Schule haben die Situation in Stadtallendorf verschärft. Erstmals kam in der Schillerstraße ein Mensch zu Schaden. „Die Heftigkeit der Taten hat eindeutig zugenommen und eine andere Dimension erreicht“, erklärt Heinz Frank, Leiter der Polizeistation Stadtallendorf.

Die Stadt reagiert. „Wir setzen für Hinweise, die zur Festnahme der Täter führen, eine Belohnung von 500 Euro aus“, ­erklärte Bürgermeister Christian Somogyi gegenüber der OP. Die Täter hätten bewusst mit Menschenleben gespielt, das sei nicht hinnehmbar. Zugleich erinnerte er abermals an die enorme Belastung für die freiwilligen Feuerwehrleute aus der Kernstadt und zeitweise auch von Stadtteilwehren. Stadtbrandinspektor Uli Weber verdeutlicht das an einem simplen Beispiel: Wenn ein Feuerwehrmann nachts um 3 Uhr aus dem Schlaf geholt werde und später um 6 Uhr zur Frühschicht müsse, sei für denjenigen die Nacht zu Ende.

"Anstrengend und belastend für die Kameraden"

28 Einsätze haben Polizei und Feuerwehr in der Kernstadt Stadtallendorfs seit vergangenem August registriert, 14 allein in diesem Jahr. Zumeist handelte es sich um brennende Mülltonnen und Container. Einmal standen die brennenden Tonnen gefährlich dicht an der Wand eines Hauses in der Wetzlarer Straße. Alle Einsätze standen mitten in der Nacht an und konzentrierten sich auf Teile der Stadtmitte und das Musikerviertel. Bei brennenden Müllcontainern alarmiert die Leitstelle je nach Angaben der Anrufer zunächst die Rufbereitschaft, das sind bis zu zwölf Feuerwehrleute, die mit mindestens ­einem wasserführenden Fahrzeug ausrücken.

Kommt es wie während der Brandserie schon mehrfach zu gleichzeitigen Feuern in verschiedenen Straßen, folge ein Alarm für die gesamte Wehr, Vollalarm genannt, erläutert Uli Weber. Das betrifft dann bis zu 60 freiwillige Einsatzkräfte, deren Nachtruhe jäh beendet wird. „Das alles ist anstrengend und belastend für die Kameraden“, sagt der Leiter der Stadtallendorfer Feuerwehren. Als die Einsatzkräfte Ende vergangener Woche beim Brand in der Schillerstraße eintrafen, fühlte sich Weber angesichts der Einsatzlage und der Örtlichkeiten an das verheerende Feuer in dem verwinkelten Gebäude in der Straße „Spaltanlage“ erinnert. Ein 48 Jahre alter Hausbewohner musste mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden.

In Gebäuden der Georg-Büchner-Schule hatte es am frühen Freitagmorgen ebenfalls gebrannt. Kreissprecher Stephan Schienbein sprach gestern von einem „erheblichen Schaden“, der durch Einbruch und Brand entstanden sei. Genau zu beziffern sei er noch nicht. Derzeit gebe es nach der Rauchentwicklung in den Gebäuden noch eine Schadstoffuntersuchung.

Täter müssen Schäden und Feuerwehreinsätze zahlen

Wenn es zu dem von allen erhofften polizeilichen Fahndungserfolg kommt, wird es in jedem Falle sehr teuer für die überführten Täter. Neben den Sachschäden werden sie auch die Feuerwehreinsätze zu bezahlen haben. Pro Einsatzstunde berechnet die Stadt für einen Feuerwehrmann 25 Euro, hinzu kommen Kosten pro Fahrzeug, alles nach Gebührenordnung.

Die Polizei hofft nach den jüngsten Bränden weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung, insbesondere zu verdächtigen Beobachtungen in der Nacht auf vergangenen Freitag rund um die Brandorte in der Schillerstraße, Stadionweg, Hinter der Post, Niederkleiner Straße oder dem Lohpfad. Zwei mögliche Tatverdächtige hatte die Polizei bereits in der Nacht vom 18. und auf den 19. Februar festgenommen. Gegen die 19 und 20 Jahre alten Männer laufen die Ermittlungen. „Wir haben sie im Zuge der jüngsten Brand­serie auch überprüft“, sagt Heinz Frank ohne weitere Details zu nennen.

von Michael Rinde

  • Hinweise auf die Täter oder zu verdächtigen Beobachtungen an die Kriminalpolizei Marburg, 06421 / 40 60 oder die Polizeistation Stadtallendorf, Telefon 064 28 / 930 50.
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