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Rattengift kostet zwei Hunde das Leben

Böse Absichten? Rattengift kostet zwei Hunde das Leben

Gibt es in Stadtallendorf einen Bürger, der Hunde vergiften will? Oder war jemand schlicht und ergreifend beim Auslegen von Rattengift unvorsichtig? Diese Frage wollen Stadt und Polizei klären.

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Hundehalter sollten in diesen Tagen besondere Vorsicht walten lassen, wenn sie mit ihren Tieren im Wasag-Gebiet oder bei Erksdorf Gassi gehen. Es gilt aufzupassen, was sie fressen.

Quelle: Thorsten Richter

Stadtallendorf. Auffällig oft musste Dr. Ute Vogel im vergangenen Monat Hunde behandeln, die Rattengift gefressen hatten. Die meisten konnte sie retten, bei einem kamen alle Hilfsversuche zu spät. Und dann weiß die Kirchhainer Tierärztin noch von einem weiteren Fall, in dem ein Hund verstarb. Die Obduktion des Kadavers ergab, dass das Tier Rattengift im Körper hatte.

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob böse Absicht hinter den Fällen steckt und ein Hundehasser im Gebiet der Wasag und bei Erksdorf vergiftete Köder auslegt - oder ob ein Bürger, der auf seinem Grundstück ein Problem mit Ratten hat, schlicht unvorsichtig war. Dieser Frage will die Stadt Stadtallendorf nun auf den Grund gehen. „Der Halter des bei uns verstorbenen Tieres hat berichtet, dass er Schilder gesehen habe mit dem Hinweis, dass Rattengift ausgelegt worden sei“, berichtet Vogel und ergänzt: „Die Stadt jedenfalls war nicht informiert und wusste nicht Bescheid.“ Das Rattengift kann jedenfalls auf zwei Arten in die Körper der Hunde kommen: Entweder fressen sie es direkt - oder sie verputzen ein Beutetier wie Ratten oder Mäuse, das zuvor die giftigen Kugeln gefressen hat.

Erbrechen und Durchfall sind die ersten Symptome, die eine Rattengift-Intoxikation auslöst. Dann kommt es zu einer rapiden Verschlechterung des Befindens der Tiere. Spätestens jedoch, wenn der Kot der Hunde schwarz ist, sollten die Halter sie zum Tierarzt bringen. „Schwarzer Kot ist ein Nachweis für Dünndarmblutungen“, erläutert Vogel. Grob zusammengefasst verhindert Rattengift im Körper eines Hundes die Neubildung von Gerinnungsfaktoren.

Tierärztin ist gewarnt

Will heißen: Sollte ein Tier das Gift fressen, müssen die Symptome nicht am gleichen Tag auftauchen, da dann immer noch Gerinnungsfaktoren im Körper enthalten sind. Es kann viel eher noch ein paar Tage dauern, bis der Hund die ersten Anzeichen einer Intoxikation zeigt. Die Tierärztin ist jedenfalls aufgrund der Häufigkeit der Fälle und wegen der einen gesicherten Rattengift-Intoxikation gewarnt: „Wenn auch nur der Verdacht besteht, geben wir die entsprechenden Mittel. Das Bestimmen der Gerinnungsfaktoren dauert eine Zeit, und das kann zu lange sein.“

„Wir können nicht sagen, ob hier jemand mit Vorsatz handelt“, betont Marco Sommer, Leiter des städtischen Fachbereichs 1, noch einmal. Er hofft nun, dass sich Halter von betroffenen Hunden an ihn wenden und ihm den jeweiligen Fall schildern. Ziel ist es herauszufinden, woher die Vergiftungen stammen - und ob sich ein Zusammenhang zwischen den „Tatorten“ Wasag und Erksdorf erkennen lässt.

Ähnlich sieht das die Polizei: Bisher lägen keine Anzeigen vor, berichtet Sprecher Jürgen Schlick. Den Kollegen in Stadtallendorf sei nichts bekannt - aber: Sie nehmen Hinweise entgegen und wollen in Kenntnis gesetzt werden, um ermitteln zu können.

Und auch die Tierärztin hat einen dringenden Appell, um weitere Vergiftungsfälle zu verhindern: Wer Rattengift ausgelegt habe, möge entweder deutlicher darauf hinweisen oder sich ebenfalls an die Stadt wenden und dies melden. Hundehaltern gibt sie mit auf dem Weg, beim Gassigehen in diesen Tagen besonders aufzupassen, was die Tiere fressen.

  • Marco Sommer von der Stadtverwaltung ist erreichbar unter Telefon 06428/707-206, die Polizei in Stadtallendorf unter 06428/93050.

von Florian Lerchbacher

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