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Kinder kochen wie einst in der Steinzeit

Ferienspiele Kinder kochen wie einst in der Steinzeit

14 Tage lang nutzten rund 400 Kinder das inhaltlich breit angelegte Ferienspielangebot der Stadtallendorfer Stadtjugendpflege.

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Mit Akribie höhlten die Kinder die Kürbisse im Jugendzentrum aus.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Kürbisse faszinieren. Mit ruhiger Hand schneidet Peter, genau beobachtet von Betreuer Daniel Witt, die Augen aus dem orangefarbenen Ungetüm heraus. Die Augen sind in diesem Fall schaurig-große Löcher. Rund 40 Kinder hatten sich für das Kürbisschnitzen im Jugendzentrum eingetragen.

Wie alle Veranstaltungen des Herbstferienprogramms ist auch das Kürbisschnitzen ausgebucht. Es gab wieder Warte­listen. Die Angebote in den Herbst- und Osterferien hatte die Stadtallendorfer Stadtjugendpflege erst vor wenigen Jahren ins Leben gerufen. Inzwischen sind sie nicht mehr wegzudenken, so groß ist das Interesse von Kindern und Eltern.

Angebote innerhalb weniger Tage ausgebucht

An einem Freitag hatte die Stadtjugendpflege die Programmheftchen zeitgleich an den Schulen verteilt. „Nachmittags standen schon 60 Eltern im Jugendzentrum und wollten ihre Kinder für einzelne Programmpunkte anmelden“, freut sich Stadtjugendpfleger Walter Mengel über die Resonanz. Innerhalb weniger Tage waren die Angebote ausgebucht.

Etwas, was Kindern und Betreuern besonders viel Spaß gemacht zu haben scheint, war in diesen Herbstferien das Angebot „Tage im Wald“. Kinder erlebten mitsamt ihrer Betreuer den Wald spielerisch. „Alle hatten richtig Spaß, es stimmt nicht, dass Kinder mit Natur nichts mehr anfangen können“, sagt Mengel. Er bekennt, dass ihm persönlich dieses Angebot am meisten Freude gemacht ­habe. In Absprache mit dem Forst durften Kinder und Betreuer im Wald nahe der Forstkapelle ein Feuer machen und dort kochen - und zwar wie in der Steinzeit.

Ansturm auf den "Tag rund ums Pferd"

Als Erstes ausgebucht war der Tag rund ums Pferd. „Pferde bleiben bei Mädchen eben besonders beliebt“, sagt Mengel, der bei der Planung zunächst etwas unsicher gewesen war, ob das Angebot wie erhofft gut ankommt.

Es gab auch ganz andere Angebote, etwa eine Kölnfahrt für ältere Mädchen oder die Fahrt von „Großeltern und Enkeln“ gemeinsam nach Wiesbaden. Kinder bauten unter Anleitung von Sebastian Habura wieder Seifenkisten in Weidenhausen. Oder sie bastelten gemeinsam Bumerangs. Nur das Drachensteigen musste durch ein Alternativprogramm ersetzt werden, weil schlichtweg der Wind fehlte.

Kinder zeichnen Comics, drehen eingene Filme

Creativ ging es beim Entwerfen eigener Comics zu oder auch beim Dreh des eigenen Films. Die Beiträge sind inzwischen schon auf You Tube im Internet zu sehen. Es gab auch einzelne Veranstaltungen, die zwar anmeldepflichtig, aber kostenlos waren. „Da hatten wir in einem Falle das Problem, dass angemeldete Kinder einfach nicht gekommen sind. Das war sehr schade, denn auch für dieses Angebot gab es Kinder, die sehr gerne teilgenommen hätten“, bedauert Mengel. Es ging um das „Kartoffelfeuer mit Geländespielen“.

Insgesamt haben rund 400 Kinder teilgenommen, die breite Mehrzahl an mehreren Veranstaltungen. Schon jetzt gibt es Wünsche und Nachfragen für das nächste Ferienspielangebot der Stadtjugendpflege zur Osterzeit. Doch: „Wir nehmen erst Anmeldungen entgegen, wenn wir das Programm herausgegeben haben, alles andere wäre gegenüber Kindern und Eltern nicht fair“, betont Mengel.

Mit etwas Abstand folgt noch eine Halloween-Party

Dass es wieder eine Veranstaltung im Wald geben wird, ist aber jetzt schon ausgemachte Sache. Sechs Betreuer kümmerten sich um Vorfeld und während der zurückliegenden zwei Wochen um die jungen Ferienspielteilnehmer.

Ganz zu Ende sind die Ferienspiele damit noch nicht. Angesichts des vollen Zeitplans haben sich die Organisatoren entschieden, die beliebte Halloween-Party mit etwas Abstand zu veranstalten. Sie findet erst am Freitag, 27. Oktober, statt. Noch etwas später, am 11. November, ist schließlich herbstliches Kochen geplant.

Peter freut sich schon darauf. „Das wird dann so, als ob noch einmal Ferien sind“, sagt er. Danach bringt er seinen fertigen, sehr furchterregenden Kürbis, auf den Tisch zu den anderen Meisterwerken, die an diesem Donnerstagnachmittag entstanden sind.

von Michael Rinde

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