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Zusammengerückt lässt sich auch feiern

Altstadtfest Zusammengerückt lässt sich auch feiern

Die Vereinigung der Stadtallendorfer Altstadtvereine stellte mit Unterstützung von rund 200 Helfern das 19. Altstadtfest in etwas abgespeckter Form auf die Beine.

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Zwei Schläge genügten Bürgermeister Christian Somogyi und das Bier lief in die Krüge. Pfarrer Diethelm Vogel (links) und Christoph Gohout (rechts) hielten die Krüge parat. Hilfestellung gab Edgar Müller von der Brauerei.

Quelle: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. „Hauptsache das Altstadtfest findet statt“, diesen Satz hörte man während der Festeröffnung am Samstagnachmittag vielerorts. Für das alte Dorf hat das Fest längst einen identitätsstiftenden Charakter. Das Fest aufgrund des anhaltenden Regens absagen war für die Vereine, die seit 1982 in der Vereinigung der Altstadtvereine (VAV) zusammengeschlossen sind, keine Option. Dafür waren die Vorfreude auf das Fest und der bis dahin geleistete Aufwand schon viel zu groß und viele Stammgäste hatten trotz des Regens ihr Kommen zugesagt. Seit zwei Wochen liefen zu diesem Zeitpunkt die letzten Vorbereitungen des fünfköpfigen Vorstands, mit dem Vorsitzenden Christoph Gohout, Tobias Müller, Michael Müglich, Patrick Nasemann und Christoph Boege, bereits auf Hochtouren.

So fiel die Entscheidung zusammenzurücken, alles an Überdachung aufzubauen was möglich ist, einer der drei engagierten Musikkapellen abzusagen, die beiden Grillstände zu einem großen zusammenzulegen, mehr Stehtische aufzubauen und das Fest auf den Bereich der Kreuzung Mittelstraße und Kirchweg zu beschränken. Die Stadt hatte große Sonnenschirme und der Verein „750 Jahre Erksdorf“ kurzfristig Pavillons zur Verfügung gestellt. Im Dauerregen hatten die Helfer am Vortag die Bühne aufgebaut und die Lichterketten angebracht.

Am Samstagmorgen folgte der restliche Aufbau und die Helfer wurden dabei „nass bis auf die Haut“, wie Anwohnerin Jutta Görge erzählt. „Alle Anwohner sind mit Herzblut dabei, egal bei welchem Wetter“, erzählt sie.

Mit einer kurzen Verspätung begann der traditionelle Fassanstich am Samstagnachmittag, weil die Helfer erst noch in trockene Kleidung wechseln mussten. Mit mehr als 100 Gästen waren überraschend viele Besucher an den Altstadtbrunnen gekommen.

Erstes Fass ist mit zwei Schlägen bezwungen

„Man darf nicht nur auf schönes Wetter warten, man muss lernen, im Regen zu tanzen“, stellte Christoph Gohout, der Vorsitzende der VAV, in seiner Begrüßung fest und blickte kurz zurück auf die Anfänge des Festes. Er vergaß nicht zu erwähnen, dass in diesem Jahr die Mitglieder des Tischtennisvereins neu mit dabei sind. Vor 35 Jahren fand der erste Fassanstich statt, damals mit Berthold Littich als Vorsitzendem. Gohout würdigte alle Helfer für ihren Einsatz, die trotz Regen mitgeholfen hatten und stellte namentlich den neuen Kassierer Michael Müglich vor.

„Wir haben nicht mehr so viele traditionelle Feste wie das Altstadtfest, deshalb bin ich froh, dass es weiterhin stattfindet“, betonte Bürgermeister Christian Somogyi in seinem Grußwort. Er überreichte im Namen der Stadt einen Scheck und einen weiteren Scheck in Höhe von 3000 Euro. Den Betrag hatten Sponsoren zur Verfügung gestellt. Als Pfarrer werde man ja des öfteren für das Wetter verantwortlich gemacht, erklärte Pfarrer Diethelm Vogel. „Es hört ja keiner mehr auf den Pfarrer, noch nicht einmal der liebe Gott“, sagte er lachend.

Nach zwei gezielten Hammerschlägen lief schließlich auch das Bier in die Krüge und Bürgermeister Somogyi konnte verkünden: „Das Altstadtfest ist eröffnet“. Donnernde Böllerschüsse des Schützenvereins „Horrido“ begleiteten den traditionellen Akt. Für zusätzliche Freude sorgte die Nachricht, dass die Eintracht Stadtallendorf in der Regionalliga auswärts mit 1:0 in Führung gegangen war und die Ankündigung durch Edgar Müller, Verkaufsleiter der Bitburger Brauereigruppe, einen Hektoliter Freibier zu sponsern.

Am Abend bewirteten die Vereine mit Hilfe vieler ehrenamtlicher Helfer rund 700 Besucher: Musikalische Unterhaltung bot erstmals die neunköpfige Partyband „Soundaholics“ aus Fulda. „Für das Wetter war die Besucherzahl schon gut. Von allen Seiten gab es nur positive Rückmeldungen“, zog Christoph Gohout gestern gegenüber der OP eine positive Resonanz.

Bis um ein Uhr war es trocken geblieben. Die letzten Gäste feierten bis um drei Uhr in der Frühe. Mit einem Frühschoppen, Erbsensuppe mit Würstchen, Kaffee und Kuchen, einem Kinderkarussell und einem Spieleangebot für Kinder und Musikbegleitung durch die Stadtallendorfer Musikanten wurde am Sonntag weitergefeiert. Um die hohen Anforderungen des Altstadtfestes zu bewältigen, waren 200 Helfer an beiden Tagen im Einsatz.

von Karin Waldhüter

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