Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Regen

Navigation:
Im Einsatz für mehr Lebensqualität

25 Jahre Tagesstätte der LOK Im Einsatz für mehr Lebensqualität

Die Tagesstätte der LOK gibt ihren Klienten seit 25 Jahren Halt. Mit einem Grillfest, Livemusik und der Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu besichtigen, wurde das Jubiläum gefeiert.

Voriger Artikel
Mattia Pau zeigt coole Moves
Nächster Artikel
„Jeden Tag Erfolgserlebnisse im Beruf“

Im Anschluss an den offiziellen Teil bestand die Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu besichtigen. Im großen Aufenthaltsraum präsentieren sich Mitarbeiter und Klienten: Ergotherapeutin Barbara Schwarzmayr (vorne links), Mitarbeiterin Rosi Unger (Dritte von rechts), Köchin Diana Scharrenberg (vorne rechts) und Ergotherapeut Dennis Obermann (hintere Reihe, rechts).

Quelle: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Die Tagesstätte der LOK ist Teil des „Vereins für Beratung und Therapie“, der sich bei seiner Gründung im Jahre 1980 das Ziel gesetzt hat, für Stadtallendorf und den Ostkreis ein Netz psychosozialer Versorgungsangebote zu entwickeln. Unter dem Namen LOK hat der Verein damals die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle und die Sexual- und Schwangerschaftsberatungsstelle aufgebaut.

Heute arbeiten unter dem Namen der LOK die Schuldner- und Insolvenzberatung, die Migrationsberatung und die Sozialberatung für Zugewanderte. Vor 25 Jahren erweiterte die LOK ihre sozialpsychiatrischen Angebote für psychisch kranke Menschen durch die Einrichtung des betreuten Wohnens und der Tagesstätte. Finanziert wird die Tagesstätte durch den Landeswohlfahrtsverband.

32 Tagesstätten-Plätze in der Wetzlarer Straße

Zum Jubiläum war auf dem Parkplatz der Einrichtung ein Festzelt aufgebaut worden. Hier begrüßte Ergotherapeutin Barbara Schwarzmayr im Namen aller Mitarbeiter der Tagesstätte die Gäste. Darunter zahlreiche Klienten der Einrichtung, Angehörige, gesetzliche Betreuer, Ehrenamtliche, Vertreter von Pflegediensten, des Gesundheitsamtes, Ärzte und Mitarbeiter. Im Oktober 1992 war die Tagesstätte mit zunächst sechs Plätzen eingerichtet worden. „Ja, es war nicht einfach“, erklärte Schwarzmayr und dankte rückblickend für die politische und fachliche Unterstützung durch Stadt und Kreis und den Landeswohlfahrtsverband.

Die Idee sei von der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle ausgegangen und die „erste“ Tagesstätte in der Bahnhofstraße klein und beschaulich und mit dem betreuten Wohnen, nur einige Monate früher gegründet, in den gleichen Räumen untergebracht gewesen. Heute ist die Tagesstätte in der Wetzlar Straße ansässig. Sie bietet 32 Plätze und durchschnittlich werden 45 Menschen von vier Ergotherapeuten, zwei sozialpsychiatrisch geschulten Fachkräften, einer Köchin, zwei Reinigungskräften und fünf Fahrern betreut.

Das Haus ist werktags von 9 bis 15.45 Uhr geöffnet. Eine Ausnahme bildet der Dienstag mit Öffnungszeiten von 11 bis 17 Uhr. Die Klienten sind zwischen 22 und 76 Jahre alt und kommen aus dem gesamten Ostkreis des Landkreises und dem Ebsdorfer Grund. „Die Versorgung besteht darin, dass eine Tagesstruktur für Menschen mit Krankheitsbildern aus dem psychiatrischen Bereich geboten wird. Sieben unterschiedliche Nationalitäten und Kulturen der Besucher machen die Arbeit und das Zusammensein spannend und abwechslungsreich“, so Schwarzmayr.

Ihre Arbeit und Mitwirkung daran, mit einer chronischen Erkrankung ein gesünderes und qualitätsvolleres Leben zu führen werde von Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern und gesetzlichen wie ehrenamtlichen Betreuern unterstützt. Ihnen sprach Schwarzmayr einen besonderen Dank aus.

Bundesteilhabegesetz sorgt für Veränderung der Arbeit

Schwarzmayr lud alle ein, die Räumlichkeiten zu besichtigen und die Live-Musik von Sängerin Sylvia Kordes und die angebotenen Speisen zu genießen. Die Ergotherapeutin sprach das neue Bundesteilhabegesetz an. Das seit Anfang 2017 gültige Gesetz verändere die Möglichkeiten und die Finanzierung solcher Einrichtungen, erläuterte sie im Gespräch.

„Die Hürde wird größer werden hierher kommen zu können, weil die Betroffenen ihre Bedürfnisse selbst einfordern müssen“, verdeutlichte Schwarzmayr. Was schwierig sei, weil sie das oft selbst nicht könnten. Für maximal drei Stunden täglich gibt es in der Einrichtung ein therapeutisches Arbeitsangebot, das dafür sorgt, dass die individuelle Leistungsfähigkeit erprobt oder aufgebaut werden kann.

„Das Angebot ist sehr beliebt, denn von dieser kleinen Motivationsförderung kann man dann mal bei einem Ausflug eine Tasse Kaffee mit Kuchen genießen“, berichtete die Ergotherapeutin. Ein Klient, so Schwarzmayr weiter, habe eine neue Definition gefunden. Für ihn heiße die LOK „Leben ohne Klinik“ und viele nach ihm hätten sich diese Sicht zu Eigen gemacht. Ein bis zwei Mahlzeiten werden täglich in der Gemeinschaft unter Anleitung zubereitet und gemeinsam verzehrt. Daneben wird eingekauft, gelacht, gespielt, gesungen, getanzt, entspannt und gebastelt, aber vor allem wird geredet. Dabei soll Problembearbeitung eingeübt und theoretisch durchgespielt werden.

„Miteinander reden gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Tagesstätte“, verdeutlichte Schwarzmayr. Wichtig sei es, ein Forum zu geben, in dem jeder Mensch vertrauensvoll mit anderen seine Probleme, Bedürfnisse oder Ängste besprechen könne.

Zu den Aufgaben der Mitarbeiter gehören neben Ausflügen auch Gespräche mit Angehörigen, Betreuern und anderen Diensten. Immer dienstags ab 15 Uhr findet in der Einrichtung ein offenes Kaffeetrinken statt, wo sich Interessierte informieren können.

von Karin Waldhüter

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr