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Stadtallendorf und Wabern werben

Intercity-Halte Stadtallendorf und Wabern werben

Erst seit gut einem halben Jahr hält ein Intercity der Linie 26 einmal morgens um 5.46 Uhr in Stadtallendorf. Vielleicht werden es ab Dezember deutlich mehr Fernzüge, dann in beide Fahrtrichtungen.

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Ein Intercity fährt durch den Stadtallendorfer Bahnhof. Die Stadt setzt alles daran, dass ab Dezember dort möglichst viele halten und Fahrgäste einsteigen werden. Archivfoto: Matthias Mayer

Stadtallendorf. Erstmals äußerte sich die Bahn dazu, ob sie mit dem Interesse der Stadtallendorfer Fahrgäste an eben jenem einzelnen Inter­city (IC) Richtung Frankfurt zufrieden ist. Der Zug werde sehr stark nachgefragt, heißt es seitens der Bahn. Eine endgültige Bewertung steht aber noch aus. Offen ist auch, wie viele der Einsteiger in Stadtallendorf zu ihrem Arbeitsplatz in das Rhein-Main-Gebiet pendeln und wie viele wirklich eine Fernzugverbindung nutzen wollen.

Beim Thema weitere Intercity-Halte in Stadtallendorf ist das Unternehmen Bahn deutlich zurückhaltender. Zwar gibt es keinerlei Dementi für Überlegungen, der Gemeinde Wabern Halte wegzunehmen und sie Stadtallendorf zuzuschlagen. Entschieden ist aber definitiv nichts. Es gebe noch Gespräche, so eine Unternehmenssprecherin gegenüber der OP, eventuelle Halte würden noch geprüft, heißt es aus der Frankfurter Bahnzentrale.

Von Gesprächen mit der Bahn berichtet auch Claus Steinmetz, der Bürgermeister der kleinen Gemeinde Wabern, wo es seit Jahrzehnten einen „Systemhalt“ für Intercity gibt. Sprich: Wabern wird regelmäßig angefahren. Steinmetz gibt sich „verhalten optimistisch“, dass es gelingt, die Pläne der Bahn zu stoppen oder zumindest abzumildern. Er verweist darauf, dass seine Gemeinde in den vergangenen Jahren massiv in ihren Bahnhof investiert hat, um die Situation zu verbessern. Die Rede ist von 2,4 Millionen Euro.

Somogyi wirbt fürbedarfsgerechtes Angebot

Mit weiteren 570000 Euro will sich die Gemeinde an der Anhebung und barrierefreien Ausstattung der Bahnsteige beteiligen. Die Nachricht über die neuen Absichten hat in der Gemeinde und beim Schwalm-Eder-Kreis „wie der Blitz eingeschlagen“, wie Steinmetz sagt. Der Waberner Bürgermeister weiß ein breiteres Bündnis an Unterstützern hinter sich, einschließlich des Landrates des Schwalm-Eder-Kreises bis hin zur Industrie- und Handelskammer.

Unterstützer hat allerdings auch die Stadt Stadtallendorf. Bürgermeister Christian Somogyi, dass es zwar noch keinerlei Entscheidungen seitens der Bahn gebe. „Aber man darf sich nicht auf historischen Errungenschaften ausruhen, sondern muss ein bedarfsgerechtes Angebot schaffen“, sagt Somogyi in Bezug auf Wabern. Er sei sicher, dass die Bahn als modernes Wirtschaftsunternehmen eine marktgerechte Entscheidung treffen werde. In Stadtallendorf gab es in der Vergangenheit zwei größere, nichtöffentliche Verkehrskonferenzen mit Vertretern der Bahn. Somogyis Waberner Amtskollege will die Bedürfnisse des vermeintlichen Konkurrenten Stadtallendorf hingegen nicht bewerten.

Im Februar hatte sich ein Bündnis aus den Industrieunternehmen Ferrero, Eisengießerei Fritz Winter und HOPPE und der Führung der Division Schnelle Kräfte, des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Stadt Stadtallendorf an den Bahnvorstand gewandt. Unterstützung bekommt die zweitgrößte Stadt des Landkreises auch von der Nachbarstadt Neustadt und aus Alsfeld. Für den Ostkreis wäre ein Intercity-Systemhalt in Stadtallendorf eine deutliche Aufwertung. Bisher müssen Fernreisende sich nach Marburg in der einen oder Treysa in der anderen Richtung orientieren. Dass in Stadtallendorf gleich mehrere Intercitys täglich halten, hatte die „junge Stadt im Grünen“ übrigens schon einmal erlebt. Und zwar zehn Tage lang während des Hessentages 2010 bei einem Sonderfahrplan. So üppig dürfte das zukünftige Fernzugangebot allerdings kaum ausfallen.

Ab Oktober wird es wohl allerspätestens Klarheit in Sachen IC-Halte geben. Dann werden die Zughalte für die Zeit nach dem turnusmäßigen Fahrplanwechsel veröffentlicht.

von Michael Rinde

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