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Stadtallendorf schafft es abermals

Förderprogramm Stadtallendorf schafft es abermals

Zehn Jahre lang profitierte das Industriezentrum vom Förderprogramm Soziale Stadt. In dieser Zeit flossen 3,64 Millionen Euro in kleine wie große Projekte. Jetzt kommen weitere Bezirke in die Bund-Länder-Förderung.

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Der Heinz-Lang-Park ist auch dank Unterstützung aus dem Programm vor sechs Jahren umgestaltet worden.

Quelle: Rinde

Stadtallendorf. Unter dem Titel „Inseln in der Stadt“ lief das erste Förderprogramm. Daran lehnte sich der erfolgreiche zweite Antrag mit dem schlichten Titel „Inseln in der Stadt II“ an. Am Dienstag verkündete Stadtentwicklungsministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen), dass Stadtallendorf zu den vier hessischen Kommunen gehört, die neu in das Bund-Länder-Programm aufgenommen wurden. Neu trifft bei der zweitgrößten Stadt des Landkreises dabei nur zu einem Teil zu. Da die Stadt Stadtallendorf für die Region einen wichtigen Integrationsbeitrag leiste und städtebauliche Missstände vorliegen, könne ein zweites Quartier in das Programm aufgenommen werden“, erklärte Ministeriumssprecherin Franziska Richter am Dienstag gegenüber der OP.

Ende vergangenen Jahres hatte die Stadt den Förderantrag in Wiesbaden formell gestellt. Stand beim ersten Programm der südliche Teil Stadtallendorfs im Vordergrund, so hat die Stadt jetzt die Rohrborn-Siedlung, das alte Dorf, das Umfeld der Wetzlarer Straße und auch das DAG-Gebiet zur Förderung angemeldet.

Ob das Land am Ende alle diese Gebiete als förderfähig anerkennen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Der Bewilligungsbescheid wird erst Mitte November überreicht, Ministerin Hinz kommt dafür persönlich nach Stadtallendorf.

Vom Erfahrungsschatz profitieren

Dass das Ministerium aber zu diesem frühen Zeitpunkt des Programms in Stadtallendorf bereits konkretere Vorgaben für die räumlichen Fördergebiete macht, ist wenig wahrscheinlich. Denn jetzt wird es im ersten Schritt darum gehen, Bestandsaufnahme zu machen und daraus konkrete Projekte zu entwickeln.

Dabei dürfte Stadtallendorf vom vorhandenen Erfahrungsschatz profitieren. Gestern überwog bei Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) vor allem die Freude über die Zusage aus Wiesbaden. „Wir haben zeigen können, dass bei uns allein aufgrund unserer Sozialstruktur weiterhin Bedarf für eine gezielte Förderung vorhanden ist“, sagt Somogyi.

Das Förderprogramm wird wieder von einem Fachbüro begleitet. Der bisherige Projektmanager Markus Hirth hatte den ersten Abschnitt begleitet und auch den neuerlichen Förderantrag mit der Stadtverwaltung erarbeitet. Doch diese Projektbegleitung wird die Stadt nun zunächst ausschreiben müssen. Wobei Somogyi gegenüber der OP ausdrücklich die bisherigen Leistungen Hirths in Stadtallendorf lobt.

Mit der Zweitauflage entsteht die Situation, dass quasi die gesamte Kernstadt Teil des Programmes sein wird. Das macht auch Sinn bei einer Stadt wie Stadtallendorf, wo sich einzelne Bezirke nur schwerlich isoliert betrachten lassen. Beispiel Heinz-Lang-Park. Dank „Sozialer Stadt“ wurde der Park seinerzeit neu gestaltet und erheblich aufgewertet.

Verbindungen zwischen Bezirken verbessern

Jetzt könnte es im nächsten Schritt zum Beispiel auch darum gehen, Wegebeziehungen zu dieser „grünen Lunge“ im Zentrum zu verbessern. Um Verbindungen geht es auch Bürgermeister Somogyi.

Er nennt die vielen kleineren Vorhaben, die dank des Programms umgesetzt werden konnten, etwa die Wegeführung zur Südschule, neue oder modernisierte Spielplätze wie zum Beispiel in Stadtallendorf Süd, Skateranlagen - allesamt Vorhaben, die das Lebensumfeld von Bürgern verbessert haben, und zwar häufig im direkten Dialog mit den Menschen vor Ort.

Auch die Zahlen aus dem erfolgreich abgeschlossenen ersten Förderprogramm „Inseln in der Stadt“ zeigen die Bedeutung: In den zehn Jahren Laufzeit erhielt die Stadt Stadtallendorf nach früheren Angaben 3,64 Millionen Euro Fördergelder von Bund und Land.

Damit wurden Investitionen von 6,8 Millionen Euro mitfinanziert. Die Förderquote lag im Durchschnitt bei etwa 53 Prozent.

Für das erste Jahr bewilligt das Land der Stadt Stadtallendorf 185000 Euro Fördergeld.

Außerdem veröffentlichte das für Stadtentwicklung verantwortliche Ministerium auch weitere Fördersummen für teilnehmende Kommunen: Im Ostkreis ist die Stadt Neustadt in das Programm Soziale Stadt gestartet. Wie die OP ausführlich berichtete, bekommt die Junker-Hansen-Stadt im ersten Förderjahr bereits stattliche 1,167 Millionen Euro.

nFür Marburg genehmigte das Ministerium für Projekte in Ockershausen und Stadtwald 209000 Euro. Weitere 241000 Euro stehen für Vorhaben im Stadtteil Waldtal bereit.

"SOZIALE STADT"

Das Förderprogramm wird je zur Hälfte von Bund und Land finanziert. Aktuell werden 30 Standorte in 22 Städten und Gemeinden in Hessen über das Programm gefördert. Im laufenden Förderjahr fließen knapp 21 Millionen Euro an die Teilnehmer. Der Eigenanteil der Kommunen beträgt laut Ministerium 10,4 Millionen Euro. Im nächsten Jahr plant das Land eine Aufstockung des Förderprogramms.

von Michael Rinde

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