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Stadtallendorf profitiert vom Bauboom

Neubaugebiete Stadtallendorf profitiert vom Bauboom

Die Stadt Stadtallendorf hat ihre eigenen Bauplätze im Gebiet Kronäcker in rekordverdächtiger Zeit verkaufen können. Derzeit gibt es zumindest in der Kernstadt keine städtischen Bauflächen mehr.

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Das Neubaugebiet Kronäcker hatte sich weit schneller entwickelt, als von der Stadt erwartet. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Angesichts von Niedrigstzinsen für Immobilienfinanzierungen ist auch in Stadtallendorf die Nachfrage nach städtischen Bauplätzen hoch. Dabei konzentrieren sich die Bauwilligen offenbar vor allem auf die Kernstadt.

Zwar will zumindest in der Stadtverwaltung keiner das Wort „Bauboom“ in den Mund nehmen, doch ist die Nachfrage ungebremst groß, wie Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) und Klaus Hütten, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Bauwesen, im Gespräch mit der OP bestätigen.

Das Beispiel Neubaugebiet Kronäcker zeigt es: Innerhalb von 3 Jahren hat die Stadt dort 39 Bauplätze verkauft. „Wir als Stadt haben weiterhin Anfragen nach Bauplätzen, können sie aber derzeit nicht befriedigen“, sagt Somogyi. Private Bauplätze seien im Stadtgebiet, auch in der Kernstadt, aber nach wie vor vorhanden, wie Hütten ergänzt.

An dem städtischen Bauplatzmangel soll sich etwas ändern. So führt die Stadt laut Somogyi vielversprechende Verhandlungen über Flächen hinter der Kirche St. Michael. Weitere Entwicklungsmöglichkeiten sieht er im Gebiet Kronäcker wie auch am Kirchhainer Weg. Dort wolle die Stadt gerne die vorhandene Wohnbebauung langfristig abrunden.

Vom Magistrat hat die Stadtverwaltung den klaren Auftrag zu Verhandlungen bekommen. „Es bleibt erklärter politischer Wille, dass wir als Stadt die Oberhand über die weitere Entwicklung der Wohnbebauung behalten“, sagt Somogyi.

Unter Zeitdruck sieht er die Stadt dabei nicht. Er will sich von Grundstückseigentümern auch preislich nicht unter Druck setzen lassen. Flächeneigentümern, die angesichts des Bedarfs der Stadt auf höhere Quadratmeterpreise spekulieren, erteilt der Magistrat schon jetzt klare Absagen. Die Stadt werde nicht um jeden Preis Flächen ankaufen, unterstreicht Somogyi.

Allerdings ist der Bedarf, den die Stadtverwaltung in den nächsten anderthalb Jahrzehnten sieht, erheblich: Allein 100 bis 120 Bauplätze kommunale Bauplätze müssten in dem Zeitraum entstehen, um die Nachfrage langfristig befriedigen zu können. Hinzu kommen die Baugrundstücke, die sich in privater Hand befinden und zum Verkauf stehen oder in Zukunft veräußert werden.

Auch wenn sich die Nachfrage derzeit auf die Kernstadt konzentriert, gibt es auch in den Stadtteilen Handlungsbedarf. In Schweinsberg haben Verwaltung und Politik bereits reagiert. Das Gebiet „Nördlich der Feldwiesen“ ist vergleichsweise kurzfristig um eine zweite Bauzeile ergänzt worden. Auch dort haben sich laut Klaus Hütten überraschend viele Nachfragen ergeben, die nun befriedigt werden sollen. In Erksdorf wie auch Niederklein besteht ebenfalls Bedarf für ein kommunales Gebiet. „Bei uns gibt es durchaus Überlegungen, dort etwas zu entwickeln“, sagt Hütten. Für den größten Stadtteil Niederklein spricht die Stadtverwaltung von „einem großen Potenzial an Restflächen“. Für Hatzbach gibt es indessen keine Planungen. Dort läuft derzeit noch das Dorferneuerungsprogramm. Das bedingt die Verpflichtung der Stadt, dort während dieser Zeit keine Neubaugebiete zu entwickeln, wie Hütten erklärt.

In Stadtallendorf besteht aber nicht nur Bedarf an Neubauflächen. So gibt es beispielsweise seitens der Bundeswehr bedingt durch die laufenden Neustationierungen verstärkte Nachfrage nach Wohnungen (die OP berichtete). Am Divisions-Standort Stadtallendorf sind vor allem Mannschaften und Offiziere stationiert, die langfristig vor Ort bleiben sollen - auch wenn viele von ihnen derzeit zumindest Wochenend-Heimfahrer sein dürften.

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