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Stadt will ihre Kita-Plätze ausbauen

Stadtverordnetenversammlung Stadt will ihre Kita-Plätze ausbauen

Einen entsprechenden Beschluss gibt es zwar noch nicht, doch alles deutet darauf hin, dass die Stadt Rauschenberg im kommenden Kindergartenjahr in der "Mäuseburg" eine sechste Gruppe anbietet.

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Die Stadt Rauschenberg strebt an, die Kapazität der „Mäuseburg“ zu erhöhen.Archivfoto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Zurzeit gehen 115 Kinder in die Kindertagesstätte „Mäuseburg“ - allerdings nur, weil die Rauschenberger seit Mitte April aufgrund der großen Nachfrage behelfsmäßig eine sechste Gruppe (eine Kinderkrippe mit zehn Plätzen) anbieten. Bald verlassen 18 Kinder die Einrichtung in Richtung Schule, doch der Stadt liegen bereits 20 Neuanmeldungen aus Rauschenberg und 2 aus Kirchhain vor. Nach jetzigem Stand müssten nach Angaben von Bürgermeister Michael Emmerich die beiden Kirchhainer sowie 15 der Rauschenberger Kinder auf eine Warteliste gesetzt werden - ein Umstand, mit dem sich die Stadt nicht anfreunden möchte.

Stattdessen unterbreitete der Magistrat den Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Montag eine Vorlage mit dem Ziel, die Betriebserlaubnis für die Zeit vom 1. August 2013 bis zum 31. Juli 2014 auszuweiten, um die Anzahl der genehmigten Plätze auf 126 zu erhöhen: In 4 altersübergreifenden Gruppen soll es je 24 Plätze für Kinder von 2 bis 6 Jahren geben - 4 wären U-3- und 5 Hort-Plätze. Hinzu kommen eine Krippengruppe mit 10 Plätzen für Kinder von 8 Monaten bis 2 Jahren sowie eine Hortgruppe mit 20 Plätzen für Kinder von 6 bis 14 Jahren.

„Vom Platz her besteht die Möglichkeit, eine sechste Gruppe einzurichten“, betonte Emmerich und bezifferte die zusätzlichen Kosten, die auf die Stadt zukommen, auf 90000 Euro im Jahr. Zwei Stellen für Erzieherinnen müssten neu eingerichtet werden. „Wenn Rauschenberg seine Familienfreundlichkeit weiter ausbauen will, gibt es seitens der Stadt keine Alternative zu einer zunächst einmal befristeten Aufstockung der Gruppen“, betont Emmerich in seiner Vorlage. Der Kirchenkreis habe bereits Zustimmung signalisiert, der Kirchenvorstand tage jedoch erst am 9. Juli und werde eine Entscheidung treffen, ergänzt der Bürgermeister.

Stadt thematisiert auch die Betreuung für Schulkinder

Dann ist es an den Stadtverordneten, ebenfalls ihr Votum abzugeben. Die offizielle Zustimmung steht also noch aus, doch schon am Montag ließ sich an den Aussagen erkennen, dass der vorerst befristeten Erhöhung der Plätze nichts im Weg steht - so stimmten die Stadtverordneten zu, den Antrag in den Haupt- und Finanzausschuss sowie in den Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales zu verweisen. Deren Mitglieder sollen am 10. Juli - also unmittelbar nach dem Zusammenkommen des Kirchenvorstandes - in ihrer in der „Mäuseburg“ stattfindenden Sitzung über die Vorlage abstimmen. Die Stadtverordneten gehen davon aus, dass beide Ausschüsse das gleiche Votum abgeben - womit sie ihre Zustimmung quasi bereits andeuteten.

Die Gruppe soll vorerst auf ein Jahr begrenzt werden. Dies liegt daran, dass der Stadt laut Emmerich keine „belastbaren Zahlen“ zur Entwicklung der Kinderzahlen in Rauschenberg vorliegen. Der beträchtliche Zuwachs der vergangenen Monate liege an diversen Zuzügen, berichtete Emmerich.

Die Stadt Rauschenberg plant des Weiteren, das Gespräch mit Schule und Landkreis wegen der Versorgung von Schulkindern mit Mittagessen, Nachmittagsbetreuung und qualifizierten Hausaufgabenbetreuung in den Räumen der Schule zu suchen. „Sollte eine adäquate Lösung für die Schulkinder gefunden werden, wäre dies eine deutliche Entlastung für den Träger und die Erzieherinnen der Kita Rauschenberg“, heißt es in der Vorlage des Magistrats.

n In seinen Mitteilungen berichtete Emmerich, dass die Rauschenberger Bahnhofstraße noch in diesem Jahr zur Baustelle werde. Der Zweckverband Mittelhessische Abwasserwerke erhalte in diesem Jahr noch Zuschüsse und plane daher den Austausch des Kanals auf einer Länge von rund einem Kilometer (zwischen Volksbank und Cobigolfanlage). „Wir prüfen derzeit die Wasserleitung“, sagte Emmerich und ließ durchschimmern, dass die Stadt auf den fahrenden Zug aufspringen werde und ebenfalls einen Austausch anstrebe.

n Auch auf den Stadtteil Ernsthausen kommt eine Baustelle zu: Das Land plane die Sanierung der Ortsdurchfahrt. Die Stadt will sich dann um Gehwege und Wasserleitungen kümmern und Leerrohre für eine Versorgung mit Breitband verlegen.

n Geschlossen stimmten die Stadtverordneten trotz knapper Kasse einer Spende der Stadt in Höhe von 5000 Euro für die Flutopfer der Hochwassergebiete zu. „Wir haben eigentlich kein Geld zu viel, aber es gibt viele Menschen, denen es deutlich schlechter geht als uns“, sagte Emmerich und bekam große Zustimmung.

Die Rauschenberger einigten sich darauf, für ein konkretes Projekt zu spenden und beschlossen, es dem Landkreis Marburg-Biedenkopf gleich zu tun und den Wiederaufbau eines zerstörten Feuerwehrhauses im nordsächsischen Gruna zu unterstützen.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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