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Stadt will Raser an Schulen bremsen

Vier Blitzersäulen geplan Stadt will Raser an Schulen bremsen

In Kirchhain könnten schon in naher Zukunft vier stationäre Blitzersäulen installiert werden. Darüber hat die Stadtverordnetenversammlung am 18. Februar zu befinden.

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Kirchhain. Die Pläne zur ständigen Geschwindigkeitsüberwachung in der Kernstadt sind schon weit über das Stadium einer Absichtserklärung hinausgekommen. Die Polizeiakademie Hessen, die stationäre Blitzerstandorte nach einem bestimmten Kriterienkatalog überprüft und gegebenenfalls genehmigt, hat bereits ihr Placet für die vier Säulen gegeben.

Damit könnte Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) in seiner Eigenschaft als Ortspolizeibehörde den Aufbau der Blitzersäulen beauftragen. Der Bürgermeister möchte dieses Vorhaben aber nicht ohne die Transparenz eines parlamentarischen Verfahrens verwirklichen.

Aus einer Beschlussvorlage des Magistrats geht hervor, dass je zwei Geschwindigkeits-Messanlagen in der Dresdener Straße und in der Röthestraße entstehen sollen. Und zwar in besonders schutzwürdigen Abschnitten dieser Straßen.

In der Dresdener Straße können auf Höhe des langgezogenen Schulbus-Bahnhofs auf beiden Straßenseiten zwei Blitzersäulen aufgebaut werden. Den Busbahnhof nutzen Schülerinnen und Schüler der Grundschule, der Alfred-Wegener-Schule und der Beruflichen Schulen sowie die Nutzer des Hallenbades. Langzeitmessungen haben ergeben, dass 40 Prozent der Verkehrsteilnehmer in der dortigen Tempo-30-Zone zu schnell unterwegs sind.

Die Röthestraße ist im oberen Teil aus Richtung Emsdorf schnurgerade, relativ breit und abschüssig. Sie lädt deshalb auch nach Feststellung der Polizei förmlich zum Rasen ein. Zwei Blitzersäulen sollen dort unter anderem die 1300 Schülerinnen und Schüler der Alfred-Wegener-Schule und die Kinder der Kindertagsstätte Röthe vor zu schnellen Verkehrsteilnehmern schützen. Ein Standort findet sich auf Höhe des Schülerhauses der Alfred-Wegener-Schule. Die zweite Säule soll auf der anderen Straßenseite in der Nähe der Kindertagsstätte entstehen.

Nach dem Vorbild der Nordkreis-Kommunen Lahntal, Wetter, Münchhausen und Cölbe, die entlang der Bundesstraßen 3 und 252 sehr erfolgreich mit Blitzersäulen die Höchstgeschwindigkeit überwachen lassen, setzt die Stadt Kirchhain für die Umsetzung des Projekts auf einen wirtschaftlich starken Partner. Der liefert und montiert die Anlagen und misst diese auch ein - auf eigene Kosten. Die Stadt hat lediglich für die Stromanschlüsse zu sorgen. Dafür wird der Hersteller mit einem bestimmten Prozentsatz an den Erlösen aus dem Betrieb der Anlagen beteiligt.

Die hessische Polizei-Akademie hat drei weitere Straßen mit Blick auf eine ständige Geschwindigkeitsüberwachung geprüft und nicht für tauglich befunden. Diese sind:

n Die Alsfelder Straße: Messungen der Polzei ergaben, dass am Ortseingang aus Richtung Niederklein stadteinwärts 19 Prozent und stadtauswärts 11 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell fuhren. Es gibt dort keinen Unfallschwerpunkt, keine schützenswerte Einrichtungen und kaum Fußgängerverkehr. Die Polizei rät zu baulichen Veränderungen oder Geschwindigkeits-Displays.

n Kasseler Straße: Der Kirchhainer Ausfallstraße in Richtung Bundesstraße 3 bescheinigt die Polizei hohes Fahrzeugaufkommen und ein nicht unbeträchtliches Schwerlastverkehrsaufkommen. Gleichwohl wird die Situation den Vorgaben für stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen nicht gerecht. n Ortsdurchfahrt Betziesdorf: Auch diese Straße entspricht nicht den gestrengen Anforderungen.

Wie hoch die Messlatte hängt, musste die Stadt Rauschenberg. Alle überprüften Blitzer-Standorte in der Stadt wurden verworfen.

n Der Kirchhainer Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr wird sich am Montag, 28. Januar, mit den Blitzerplänen beschäftigen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Sitzungsraum des Kirchhainer Jukuz (Borngasse 29).

von Matthias Mayer

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