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Stadt will Pate der „Amöneburg Dining Hall“ sein

Soziales Engagement in Uganda Stadt will Pate der „Amöneburg Dining Hall“ sein

Mit einem besonderen Beschlussvorschlag bekam es der Amöneburger Haupt- und Finanzausschuss in seiner ersten Sitzung des neuen Jahres zu tun.

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Armin Hedwig (Zweiter von rechts) stellte im Haupt- und Finanzausschuss das Projekt vor.

Quelle: Karin Waldhüter

Roßdorf. Die Stadt Amöneburg soll die Patenschaft über eine „Amöneburg Dining Hall“ der St. Francis School in Mannya in Rakai/Uganda übernehmen. Dafür sprachen sich die Ausschussmitglieder geschlossen aus, nachdem ihnen das Projekt vorgestellt worden war.

Schon während eines Besuchs einer ugandischen Delegation im Amöneburger Rathaus, war diskutiert worden, ob und wieweit die Stadt und ihre Bürger die St.-Francis-Rakai-Initiative Marburg unterstützen könnte. Die Initiative ist eng mit dem ehemaligen Stiftsschullehrer Armin Hedwig verbunden.

Noch während seiner Unterrichtstätigkeit hatte dieser mit Schülern das Projekt unterstützt. Gemeinsam mit Freunden und Bekannten gründete er 2010 den gemeinnützigen Verein zur Unterstützung der St. Francis School.

Hedwig versichert: Spenden kommen an

Die Schule wird derzeit von 423 Schülern besucht - 190 davon sind Aidswaisenkinder, die bei Pflegeeltern wohnen, und Kinder aus sehr armen Elternhäusern. Seit September 2015 lässt der Verein mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sechs dringend notwendige Räume errichten. Für die Errichtung eines ebenso dringend benötigten überdachten Speiseraums - der den Namen „Amöneburg Dining Hall“ tragen könnte - braucht der Verein noch Unterstützung.

Hedwig betonte, dass keine Spendengelder verloren gehen. Davon hat er sich bereits dreimal vor Ort in Uganda überzeugt. „Bildung ist die stärkste Waffe, um die Welt zu verändern“, betonte Hedwig mit Hilfe eines Zitats von Nelson Mandela. „Und neben Nahrung das Beste, was wir den Kindern geben können“, ergänzte er. Bis 2020 will es der 20 Mitglieder zählende Verein schaffen, dass sich die Schule selbst verwalten kann.

„Das Patenschaftsprojekt ist etwas Besonderes, ich vermute, dass es so etwas noch nicht gegeben hat“, sagte Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg. Die Vorlage sehe keinen Zuschuss der Stadt vor, dennoch solle bei der Übernahme des Patenschaftsprojektes das Ziel erreicht werden, innerhalb von sechs Monaten knapp 6000 Euro zu sammeln, so der Bürgermeister. Vorstellbar sei auch, selbst aktiv zu werden: zum Beispiel mit einer Kunstaktion während des Amöneburger Kulturspektakels - und den Überschuss zu spenden.

Mit der „Amöneburg Dining Hall“ könne etwas Bleibendes entstehen - und man bleibe mit der Schule verbunden, sagte der Bürgermeister. Zur Umsetzung des Projektes soll ein Spendenkonto auf Kosten der Stadt eingerichtet werden. Neben einer Vorstellung im Internet soll es Informationsveranstaltungen in Kooperation mit der St.-Francis-Initiative geben.

Wichert: Förderung durch Volksbank prüfen

Während der Diskussion der Ausschussmitglieder kamen weitere Ideen auf. Entwicklungshilfe, die eins zu eins ankomme, sei effizienter, als eine große Organisation zu unterstützen, unterstrich Ausschussmitglied Otmar Graf (CDU).

Winfried Kaul (SPD) verwies auf die Flüchtlingsströme aus afrikanischen Ländern und die dort herrschende Gewalt, den Terror und die Armut. „Wir sind froh über jeden, der eine Initiative auf den Weg bringt, die Frucht trägt“, so Kaul, der die wichtige Bedeutung eines Gewährsmannes vor Ort unterstrich.

Laut Beschlussvorlage des Magistrats dürften kaum Kosten auftreten, erklärte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Reinhard Franke (CDU). Sehr beeindruckt von dem Konzept zeigte sich auch der Stadtverordnete Karl Jennemann (FWG). „Ich finde die Idee gut, dass durch das Projekt von Amöneburg aus Impulse gesetzt werden“, erklärte er und regte an das Projekt in Grundschulen vorzustellen.

„Ein tolles Projekt, spannend es hier über den Ausschuss laufen zu lassen“, lobte Ausschussmitglied Hartmut Weber (AWG). Der Fraktionsvorsitzende der CDU Jan-Gernot Wichert regte an, sich über die Möglichkeit einer 50-Prozent-Förderung durch die Volksbank zu informieren.

von Karin Waldhüter

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