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Stadt und Orden sind sich jetzt einig

Baugebiet Stadt und Orden sind sich jetzt einig

Bei einer Gegenstimme von Bündnis 90/Die Grünen beschloss das Stadtallendorfer Stadtparlament eine der größten Geldausgaben in diesem Jahr.

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Landwirtschaftliche Flächen bei St. Michael sollen Bauland werden. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Die Stadt Stadtallendorf kann in den nächsten Jahren ein weiteres Neubaugebiet in der Kernstadt entwickeln. Es liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche St. Michael (die OP berichtete). Es geht um eine Fläche von 53680 Quadratmetern. Magistrat und der in Fulda ansässige Orden der barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul hatten sich nach langen, zwischenzeitlich ins Stocken geratenen Verhandlungen auf einen Preis von 25 Euro pro Quadratmeter geeinigt. Momentan sind die beiden Grundstücke Ackerfläche.

So weit die Vorgeschichte. Bereits im Januar hatte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen einen Vorstoß unternommen, den Kauf und die Ausweisung eines Neubaugebietes an dieser Stelle zu stoppen. Ohne Erfolg, wie diese Zeitung berichtete.

Während der jüngsten Stadtparlamentssitzung starteten die Stadtallendorfer Bündnisgrünen einen weiteren Versuch, ebenfalls erfolglos. Bernt Klapper verkürzte zwar den eingebrachten Änderungsantrag auf den Punkt, den Kauf zunächst zurückzustellen. Eindringlich wiederholte er die Argumente seiner Fraktion. Die beiden Grünen-Stadtverordneten vermissen ein Gesamtkonzept für das Gebiet wie auch für die Wohnungsbauentwicklung. Klapper mahnte das vom Stadtparlament in Auftrag gegebene Gesamtkonzept noch einmal an. Zugleich machte er sich bei der Suche nach Baugrundstücken erneut für eine „Nachverdichtung“ stark. Gemeint ist primär das Füllen vorhandener Baulücken in der Kernstadt. „Wir sind nicht prinzipiell gegen neue Baugebiete, doch wir sehen den Moment gekommen, innezuhalten“, betonte Klapper in seinem Beitrag.

Das sahen die Redner der übrigen vier Fraktionen durchweg anders. Werner Hesse (SPD) warnte: „Allein auf Nachverdichtung zu setzen, wäre Stillstand“. Er hält die jetzt zur Verfügung stehenden Flächen für besonders wertvoll. Stellten sie doch eine „Abrundung“ dar. Dort sei eine differenzierte Bebauung möglich. Sowohl Einfamilienhäuser wie auch Mehrfamilienhäuser, so hatte es die Verwaltung in der Vergangenheit betont, sollen im künftigen Neubaugebiet denkbar sein.

Befürworter stellen die breite Mehrheit

Hans-Georg Lang (CDU) sprach bei diesem Grundstücksgeschäft von einem „Glücksfall“. Der Preis sei akzeptabel, damit sei in der Zukunft auch ein vernünftiger Verkaufspreis realisierbar. Es gehe darum, Familien in Stadtallendorf zu halten. „Dieses Gebiet wird der Kernstadt guttun“, gab sich Lang optimistisch. Aktuell gibt es auf einer Warteliste der Stadtverwaltung 70 Interessenten (Stand: Ende März) für einen kommunalen Bauplatz. Das Baugebiet Kronäcker, das die Stadt zuletzt ausgewiesen hatte, ist bereits voll entwickelt.

Winand Koch (FDP) sieht „endlich eine sinnvolle Nutzung“ für diese Flächen. Es sei städtische Verantwortung, die „Tür für Interessenten offen zu machen“.

Nur Manfred Thierau (Bürgerunion) schlug sich ein Stück weit auf die Seite der Grünen, als auch er sich dafür aussprach, eine „Innenverdichtung“ nicht aus den Augen zu verlieren.

Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) kündigte während der Aussprache an, dass die Verwaltung in der Juni-Sitzung nunmehr eine umfassende Vorlage zur Wohnraumentwicklung in Stadtallendorf vorlegen werde.

In den zurückliegenden Monaten hatten insbesondere Bündnis 90/Die Grünen das ausstehende Konzept mehrfach in Anfragen angemahnt.

Das Abstimmungsergebnis fiel nach dieser Debatte erwartungsgemäß klar aus: Bei einer Ja-Stimme wurde der Änderungsantrag der Grünen abgelehnt. Der Kaufbeschluss fiel bei einer Nein-Stimme genauso eindeutig aus. Wann die Stadt Stadtallendorf aus den Grundstücken Bauland werden lässt, ist noch nicht bekannt. Zunächst müsste ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

von Michael Rinde

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