Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Stadt stärkt "Akrobatik"-Bündnis

Stadtallendorf Stadt stärkt "Akrobatik"-Bündnis

Es ist ein ganz besonderes „Bündnis für Bildung“, das die Südschule bereits im vergangenen Jahr eingegangen ist. Vor allem Kinder der dritten und vierten Klasse profitieren davon.

Voriger Artikel
Kinder üben, auf Platt zu zählen
Nächster Artikel
Indischer Bischof hält das Hochamt auf Deutsch

Eintracht-Vorsitzender Bernd Weitzel (hinten, von links), Projektleiter Gerhard Bitterwolf, Bernt Klapper vom Förderverein, Schulleiterin Elfriede Wollmer und Bürgermeister Christian Somogyi freuen sich über das gemeinsame „Bündnis für Bildung“. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Ein starkes Bündnis braucht starke Mitstreiter, will es sein Ziel erreichen. Das Bündnis für Bildung der Grundschule II ist um einen vierten Partner, die Stadt Stadtallendorf gewachsen. „Zirkus macht stark“ heißt das Projekt, das im März vergangenen Jahres entstand. Es geht um Akrobatik, ein Feld, bei dem Grundschule II mit ihren erfolgreichen „Traumfängern“ bereits über reichlich Erfahrung und Erfolge verfügt.

Die „Traumfänger“-Erfahrungen gaben letztlich auch den Ausschlag dafür, dass der Bund einem Antrag des Fördervereins der Grundschule II seinerzeit zustimmte. Damit profitiert die Schule vom Förderprogramm „Kultur macht stark/Zirkusmacht stark“. Bis zum Jahr 2015 fließen 32000 Euro Fördermittel in das Stadtallendorfer Projekt. Davon profitieren mittlerweile 60 Kinder drei mal in der Woche. Sie bekommen außerhalb des Unterrichts im Zuge des Ganztagsangebotes Akrobatikstikunden. Welchen Spaß die Kinder dabei haben und was sie bereits können, das konnten die etwa 500 Besucher des Projekttages vor wenigen Wochen selbst sehen (die OP berichtete).

Bisher bestand das Bündnis aus Förderverein, Grundschule und dem TSV Eintracht Stadtallendorf. Der Verein stellt unter anderem qualifizierte Übungsleiter bereit und unterstützt bei Veranstaltungen.

Jetzt ist auch die Stadt offiziell mit im Boot. Auch sie wird bei Veranstaltungen unterstützen, sich bei Bedarf auch finanziell engagieren, wie Bürgermeister Christian Somogyi bei der Unterschrift unter die Vereinbarung noch einmal zusagte. Somogyi selbst ist von „Traumfängern“ begeistert, sie seien ein „Aushängeschild“ für die Stadt, zugleich bezeichnete er das Bündnis für Bildung als „Leuchtturmprojekt“. „Damit schaffen wir für Kinder ein Alternativangebot zu Smartphone und Computer“, ist er überzeugt.

Bernt Klapper war in doppelter Funktion beim Unterzeichnungstermin dabei, als Mitglied des Fördervereins-Vorstandes wie auch als Stadtrat. Aus Sicht des Fördervereins ist das „Zirkus-macht-stark“-Projekt ein wertvoller Integrationsbeitrag. Viele Kinder, die natürlich durchweg freiwillig daran teilnehmen, haben einen Migrationshintergrund. „Außerdem ist das für die meisten Kinder der erste Kontakt mit einem Verein“, hebt Klapper hervor.

Mit 60 Kindern ist das Projekt derzeit komplett ausgelastet. Dass in absehbarer Zeit noch mehr Gruppen entstehen, ist nicht denkbar. „Wenn wir das Projekt ausdehnen, dann geht es eher in eine inhaltliche Richtung“, sagt Gerhard Bitterwolf, der „Vater“ der „Traumfänger“. Dabei denkt er an andere Zirkuselemente wie zum Beispiel Magie. Bitterwolf leitet auch das Projekt, für das es auch gute Chancen auf eine Verlängerung um weitere zwei Jahre gibt.

Aus seiner „Traumfänger“-Erfahrung weiß Bitterwolf, was das Akrobatiktraining, bei dem es teilweise um sehr anspruchsvolle Übungen geht, bewirkt: „Das Selbstbewusstsein entwickelt sich, Kinder lernen, sich in einer Gruppe einzuordnen und sich auch aufeinander zu verlassen.“ Bitterwolf freut sich auch über die Verstärkung durch die professionellen Übungsleiter der Stadtallendorfer Eintracht. Das bringe zusätzliche Qualität .

Schulleiterin Elfriede Wollmer ist mit den ersten Ergebnissen des Projektes sehr zufrieden. Zwar gibt es keine wissenschaftliche Begleitung und Auswertung. „Doch die Erfolge zeigen sich bei unseren Vorführungen wie beim kürzlichen Projekttag“, sagt Wollmer.

Es gibt bereits neue Pläne des Bündnisses: Im nächsten Jahr soll das Bühnenprogramm „Leannas Traum“ realisiert werden, das in die Welt der mittelalterlichen Gaukler, Spielleute und Akrobaten entführt.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr