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Stadt soll die Radwege verbessern

Pläne Stadt soll die Radwege verbessern

Über perfekte Radwege wird die Großgemeinde Amöneburg wohl auch in Zukunft nicht verfügen - doch zumindest ein bisschen besser sollen sie auf Wunsch der Stadtverordneten werden.

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Der Schotter auf den Radwegen ist diversen Stadtverordneten ein Dorn im Auge – den beiden Zaungästen ist der Straßenbelag indes egal.Foto: Florian Lerchbacher

Amöneburg. „Der Zustand ist für eine Gemeinde, die auch touristisch mit ihren Radwegen wirbt, nicht zufriedenstellend und muss verbessert werden“, monierte CDU-Vorsitzender Jan-Gernot Wichert in einem ersten Antrag, den seine Fraktion im Juni in die Stadtverordnetenversammlung einbrachte. Schon damals war klar, dass Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg nicht glücklich mit der Kritik ist, ein Großteil der Stadtverordneten jedoch ähnlicher Meinung wie Wichert sind. Würde die Gemeinde ihre bisher geschotterten Radwege, die auf eine Länge von insgesamt rund zwölf Kilometer kommen, asphaltieren, müsste sie etwa fünf Millionen Euro investieren, gab Richter-Plettenberg zu bedenken - diesen Wunsch hatte Wichert allerdings gar nicht geäußert.

Nun setzten sich die Mitglieder des Bauausschusses mit der Thematik auseinander. Vorsitzender Peter Greib (AWG) sprang dem CDU-Vorsitzenden zur Seite, der den Schotter auf den Radwegen als Katastrophe und den Zustand insgesamt als „bedauernswert“ bezeichnete: „Unser Problem ist, dass die Radwege auch Wirtschaftswege sind und die Maschinen der Landwirte immer größer werden“, erklärte Greib.

Im Urlaub habe er verschiedene Radwege mit unterschiedlichen Schotterarten befahren, berichtete Wichert. In Bayern sei der Untergrund eher fein - und selbst Mähdrescher oder Schlepper würden die Qualität der Wege nicht beeinflussen.

„Man muss alles im Verhältnis sehen. Unser Radwegenetz mit wenige Geld auf dem momentanen Stand zu halten, ist eine gute Leistung“, entgegnete Richter-Plettenberg. Die Stadt sei stets bemüht, Alternativen zu finden - zum Beispiel habe sie geprüft, ob sich das Fräsgut, das während der Sanierung der Kreisstraße 29 anfiel, für Radwege eigne. Auf der Strecke zwischen Mardorf und Rüdigheim, die Wichert besonders kritisiert hatte, gebe es beispielsweise eine besondere Schwierigkeit: Trete die Ohm über die Ufer, schwemme das Wasser feines Material einfach weg.

„Ihr Antrag ist für mich zu unbestimmt. Welche Wege wollen sie gemacht haben? Was wollen Sie gemacht haben? Wie sollen wir das Projekt ohne Haushaltsmittel umsetzen? Oder wollen Sie Perspektiven für das nächste Jahr schaffen?“ Richter-Plettenberg überschüttete den CDU-Fraktionsvorsitzenden mit Fragen und erklärte, das Thema Radwege sei nicht einfach zu bearbeiten - seit sieben Jahren bemühe er sich zum Beispiel um die Verbindung zwischen Kleinseelheim und Roßdorf, immer wieder tauchten jedoch Hindernisse auf: „Ich kämpfe mit den Naturschützern.“

Wichert derweil lies sich nicht abbringen und legte letztendlich folgende Beschlussvorlage vor, den die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses bei einer Gegenstimme absegneten: „Der Magistrat möge einen Haushaltsansatz für die Zeit ab 2014 bilden, um die derzeit geschotterten Radwege sukzessive zu verbessern. Außerdem soll der Radwegeausbau in die mittelfristige Finanzplanung aufgenommen werden. (...)“

Ganz oben auf der Liste steht der Radweg zwischen Rüdigheim und Mardorf, als zweites soll die Stadt den R6 zwischen Rüdigheim und Kirchhain angehen. Den Rest der Prioritätenliste gilt es noch zu entwickeln. „Wir machen dann einen Vorschlag“, sagte Richter-Plettenberg zum Finanzvolumen.

Am Montag müssen die Stadtverordneten über das Thema abstimmen. Im Ausschuss sprach sich lediglich Ewald Schick (FWG) gegen die Vorlage aus: „Wir müssen nix für solche Kinkerlitzchen ausgeben“, erklärte er, bekam von Peter Greib jedoch gleich Gegenwind: „Radwege - das ist die Zukunft.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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