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Stadt soll Bürgschaft in Millionenhöhe übernehmen

Biogas Stadt soll Bürgschaft in Millionenhöhe übernehmen

Obwohl eigentlich nie in Frage stand, dass sie die Übernahme einer Bürgschaft für die Bioenergiegenossenschaft Mardorf befürworten, verlangten die Mitglieder des Finanzausschusses diverse Infos.

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Auf dem Gelände der Biogasanlage Mardorf soll auch die Nahwärmezentrale untergebracht werden.Foto: Matthias Mayer

Mardorf. Im vergangenen Jahr hatten die Stadtverordneten bereits einer Bürgschaft über 800000 Euro für die Energiegenossenschaft Erfurtshausen zugestimmt - diesen Aspekt verloren die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses nie aus den Augen. Dennoch seien 1,4 Millionen Euro viel Geld, entsprechend müssten sie noch einige Nachfragen stellen, erklärten sie Dr. Bernhard Traulich, der die Nahwärme-Initiative Mardorf während der Sitzung repräsentierte. Zum Beispiel wollten sie wissen, wieviel Potenzial noch in dem Nahwärmenetz stecke, dessen Bau noch im April beginnen solle. Bisher seien 120 Anschlüsse eingeplant, entgegnete Traulich. 80 sollen bereits im ersten Bauabschnitt in diesem Jahr umgesetzt werden: „Wir können deutlich mehr als 150 anschließen.“ Er rechne damit, dass die Zahl der Anschlusswilligen noch steigen werde, wenn die Straße ersteinmal offen sind: „Ein bisschen haben wir auf Zuwachs geplant. Sollten wir uns der 200 annähern, müssten wir über eine zusätzliche Holzhackschnitzelanlage nachdenken.“

Traulich berichtete, dass bisher noch die Baugenehmigung für die ohnehin für Spitzenlasten vorgesehene Holzhackschnitzelanlage fehle. Sie werde auf dem Gebiet der Biogasanlage eingerichtet. Es gebe auch die Überlegung, einen Gasspeicher einzurichten, um ebenfalls auf Spitzenzeiten reagieren zu können.

Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg erläuterte den Ausschussmitgliedern, dass das Mardorfer Netz zwar ähnlich groß werde wie das in Erfurtshausen, allerdings seien die Förderbedingungen inzwischen schlechter. Dies sei der Grund, warum die Bürgschaft für Erfurtshausen 800000 Euro, in Mardorf aber 1,4 Millionen Euro betrage. Diese würden nur fällig, wenn die Energiegenossenschaft Insolvenz anmelden müsse. Die Stadt erhalte dann aber ein funktionsfähiges Nahwärmenetz und übernehme die Verträge. Entsprechend bestehe „kein hohes Risiko“ - eine Formulierung, mit der sich die Ausschussmitglieder angesichts der Höhe des Betrages nicht anfreunden wollten.

Sollten die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Montag um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Mardorf der Empfehlung der Ausschussmitglieder (vier Zustimmungen bei einer Enthaltung) folgen und der Übernahme der Bürgschaft zustimmen, bekäme die Genossenschaft bessere Konditionen bei der Kreditaufnahme, erläuterte der Bürgermeister. Im Gegenzug wolle sie der Stadt einen Rabatt in Höhe von 15 Prozent für den Wärmebezug für die kommunalen Liegenschaften - Gemeenshaus, Kindergarten und Bürgerhaus - gewähren.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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