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Stadt plant Übernahme der Erddeponie

Investitionen Stadt plant Übernahme der Erddeponie

Selbst im schlimmsten Fall werde die Stadt immer noch Gewinn machen. Diese Voraussage überzeugte die Mitglieder von Haupt- und Finanz- sowie dem Bauausschuss, sodass sie der Übernahme der Erddeponie zustimmten.

Amöneburg. Die Stadt Amöneburg und der Zweckverband Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) verhandeln derzeit über die Übernahme der Erddeponie. Noch ist die Stadt Verpächter, der ALF Betreiber. Die Kommune möchte allerdings in die Betreiberrolle schlüpfen, um den Einbau von 60000 Kubikmetern Erde zu steuern. Diese Menge fehlt noch, dann ist die Kapazität des ehemaligen Steinbruchs erschöpft. Bestreben der Kommune ist es, dort eine riesige Multifunktionshalle bauen zu lassen - für die allerdings noch jegliche Spur von Investoren fehlt (die OP berichtete). Um die Umsetzung dieses Projektes und somit die „touristische und/oder freizeitorientierte Nachnutzung“ der Deponie vorzubereiten, will sie die Erde zielgerichtet einbauen.

Michael Richter-Plettenberg und der ALF beziehungsweise der Kreis haben bereits diverse Gespräche zur Thematik geführt. Laut Bürgermeister kann sich der Zweckverband eine vorzeitige Ablösung des Pachtvertrages mit der Stadt vorstellen. Grund sei, dass „Nachsorge lästig ist“, erklärt Folke Diederich, der Planer des Hallenprojektes beziehungsweise der Nachnutzung der Deponie.

Im schlimmsten Fall sollen 20000 Euro übrig bleiben

Laut Magistratsvorlage will der ALF der Stadt 110000 Euro zur Verfügung stellen, die für die bisher vorgesehene Rekultivierung des Geländes - die laut Berechnungen rund 160000 Euro kosten würde - eingeplant waren. Diederich kommentierte dies in der Ausschusssitzung mit dem Hinweis, dass sich die Übernahme der Deponie in jedem Fall lohne - auch wenn die Halle nicht gebaut und nur die bisher vorgesehenen Rekultivierung des Geländes umgesetzt werde. Für jeden der 60000 Kubikmeter noch einzubauender Erde erhalte die Stadt von einem externen Unternehmen, das sich um die Deponie als Dienstleister kümmern will, zwei Euro. Mithin würden bis voraussichtlich ins Jahr 2017 noch 120000 Euro in die Kassen gespült. Dies plus die „Ablöse“ vom ALF mache insgesamt 230000 Euro. „Dann kann man für Planungskosten 50000 Euro abziehen und es bleiben immer noch 20000 Euro übrig“, erläuterte er und ergänzte, dass an Pachteinnahmen höchstens noch 18000 Euro ausstehen. Richter-Plettenberg wies daraufhin, dass die Stadt für das Gesamtprojekt bisher lediglich 8000 Euro an Planungskosten investiert habe.

„Dass alles so positiv und so leicht aussieht, macht mich misstrauisch“, kommentierte Otmar Graf (CDU) und sprach den anderen Ausschussmitgliedern aus dem Herzen. Fraktionskollege Reinhard Franke ergänzte, das Wichtigste sei, alle Risiken zu minimieren.

Die FWGler enthielten sich der Stimme, ansonsten sprachen alle Ausschussmitglieder eine Empfehlung für die Magistratsvorlage aus. Neben der Ablösevereinbarung für den Steinbruch geht es darin auch noch darum, dass der Magistrat beauftragt wird, ein Nutzungskonzept für die Fläche zu stellen (das mit dem Atmen-Projekt bereits vorliegt, die OP berichtete ausführlich) und mit Investoren und Betreibern zu sprechen. Zudem soll der Magistrat eine Abänderung des Rekultivierungsplanes bewirken.

von Florian Lerchbacher

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