Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Stadt organisiert Hilfe für Flüchtlinge

Runder Tisch am Montag Stadt organisiert Hilfe für Flüchtlinge

Derzeit leben 40 Flüchtlinge in Rauschenberg. Bis zum Jahresende werden es noch deutlich mehr. Das berichtete Bürgermeister Michael Emmerich (CDU) im Gespräch mit dieser Zeitung.

Voriger Artikel
Neue Nutzung statt Leerstand
Nächster Artikel
Verein setzt sich für das Dorfbild ein

Der Großteil der derzeit 40 Flüchtlinge ist im Herzen Rauschenbergs untergebracht. Sie bewohnen Zimmer des ehemaligen Hotels
Ruckert. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Die Stadt wolle die Lebensbedingungen der Neubürger auf Zeit verbessern und setze dabei auf die bekannte Initiativkraft der aktiven und gut vernetzten Bürgerschaft. Erster Schritt sei ein Runder Tisch, zu dem die Stadt für Montag, 11. August, um 19 Uhr interessierte Bürger ins Sitzungszimmer des Rathauses einlade, erklärte Michel Emmerich.

Zielsetzung ist es, so der Bürgermeister, Ideen zu sammeln, wie die Rauschenberger die Lebenssituation der Flüchtlinge in der Stadt verbessern, Hilfen für den Alltag organisieren und über soziale Kontakte auf beiden Seiten bestehende Hemmschwellen abbauen können. Vorbild für die Bemühungen kann die vom Ehrenamt getragene Initiative sein, die sich zur Betreuung der Flüchtlinge in Kirchhain gebildet hat.

Größte Barriere für einen Austausch zwischen Bürgern und Flüchtlingen wird die Sprache sein. Deshalb wünscht sich der Bürgermeister, dass die Flüchtlingsfamilien Zugang zu Deutschkursen erhalten. Noch ist die neue Sprachenvielfalt in der Stadt übersichtlich, denn die in Rauschenberg untergebrachten Flüchtlinge kommen lediglich aus drei Ländern: Iran, Syrien und Afghanistan.

Michael Emmerich erwartet, dass dies nicht so bleibt. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf sei verpflichtet, bis zum Jahresende weitere 600 Flüchtlinge aufzunehmen. Einige der Flüchtlinge würden Rauschenberg zugeteilt, wobei sich die Stadt um den Wohnraum kümmern müsse.

Bisher leben die aus ihrer Heimat geflohenen Menschen ausschließlich in der Kernstadt. Der Landkreis hat sie dezentral im ehemaligen Hotel Ruckert, in der Gartenstraße und in der Jahnstraße untergebracht. Unterbringung und Versorgung werden komplett vom Landkreis getragen.

Das gilt auch für die erwarteten Neuankömmlinge. Der Haushalt der Stadt werde nicht belastet; allerdings kämen auf die Verwaltung zusätzliche Aufgaben zu. So sei die Stadt künftig für die Anmietung von Wohnraum für die Flüchtlinge zuständig, sagt Michael Emmerich. Der Bürgermeister bittet die Rauschenberger, leerstehende Wohnungen und Häuser für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Allerdings müssten sich diese in einem vermietbaren und bewohnbaren Zustand befinden. „Mit Abstellkammern ist uns nicht gedient“, präzisiert der Bürgermeister.

Dieser schloss nicht aus, dass Flüchtlinge demnächst auch in den Stadtteilen mit einer gewissen Infrastruktur untergebracht werden müssen. Gegebenenfalls müsse ein Shuttle-Service für Einkäufe und Arztbesuche eingerichtet werden.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr