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Stadt lockt mit finanzieller Unterstützung

Amöneburg Stadt lockt mit finanzieller Unterstützung

Soll die Stadt einen Jugendkoordinator finanziell unterstützen? Unbedingt, entschieden die Stadtverordneten, sahen aber gleichzeitig auch mögliche Probleme, die auftauchen könnten.

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Luca Boettner (rechts, JSG Mardorf) im Spiel gegen die JSG Nord-Ost. Foto: Florian Gaertner

Quelle: Florian Gaertner

Amöneburg. Welchen Ehrenamtlern gibt man Geld? Und wann? Und wieviel? Dies waren nur einige Fragen, die Rainer Schick stellte, als es um das Thema „Koordinator Jugendfußball“ ging. „Einerseits betrifft mich das Thema als Vater von drei Söhnen, die allesamt in der Jugendspielgemeinschaft aktiv sind, in der Stadtverordnetenversammlung am meisten. Andererseits frage ich mich: Wo ziehen wir die Grenzen?“, sagte das FWG-Mitglied und erinnerte an Feuerwehrleute, die ihr Leben ehrenamtlich aufs Spiel setzten (abgesehen von den Anerkennungsprämien, die das Land nach einer bestimmten Anzahl von Jahren zahlt). Ein anderes Beispiel seien Freiwillige, die sich für Senioren einsetzten und auf diese Weise große gesellschaftliche Verantwortung übernähmen.

Der derzeit im Nachwuchsbereich noch unter dem Namen „Jugendspielgemeinschaft Mardorf“ fungierende Zusammenschluss aller Fußballvereine hat seit einigen Jahren das Problem, dauerhaft einen Koordinator zu finden, der sozusagen als organisatorisch ordnende Hand fungiert (die OP berichtete ausführlich). 150 Kinder und Jugendliche spielen in der JSG. „Bereits heute ist festzustellen, dass Abwanderungstendenzen zu anderen JSGs vorhanden sind, bei denen die Strukturen als besser gesehen werden“, heißt es in der Magistratsvorlage in der sogar die Rede davon ist, dass der Zusammenschluss zerbrechen könnte.

„Ich finde es toll, dass sich die Gemeinde einsetzen will“, freute sich Alfred Schick (CDU) - der ehemalige Vorsitzende des RSV Roßdorf - über den Magistratsantrag. Vereine leisteten schließlich auch Abgaben an die Gemeinde - da könne ruhig etwas zurückgegeben werden.

Greib: JSG „ist einzigartig“

„Jeder Verein kann zwar um Zuschüsse bitten. Aber wenn wir an dieser Stelle Geld geben, dann wird es schwer, aus der Sache rauszukommen oder andere Anfragen abzulehnen“, warf Hildegard Kräling (SPD) ein.

„Solche Bedenken hatte ich auch“, sagte Peter Greib (AWG), betonte jedoch: „Ein solches Netzwerk wie die JSG, in der Vereine aus der ganzen Kommune zusammengeschlossen sind, gibt es nicht noch einmal. Das ist ist einzigartig.“ Entsprechend halte er die angestrebte Einzelfalllösung für vertretbar.

„Sportvereine sind Orte, wo Jugendliche einen großen Teil ihrer Zeit verbringen“, erklärte Jan-Gernot Wichert (CDU). Wenn die Stadt dies unterstütze, könne sie viele Menschen unterstützen. Winfried Kaul (SPD) erinnerte daran, dass die Stadtverordneten sich vor einigen Jahren gegen eine professionelle Jugendarbeit entschieden. Nun habe die Stadt die Möglichkeit, doch noch einen Beitrag zu leisten - Neider müsse sie nicht befürchten, denn das aufwändige Amt des Koordinators sei unabhängig vom Ehrenamt zu betrachten. „Aber was ist mit den Jugendlichen, die durchs Raster fallen? Wir sollten uns keine Gruppe rausgreifen, die wir unterstützen, sondern müssten die Jugend in der Gesamtheit sehen“, übte indes Kräling noch etwas Kritik. „Sportvereine schicken niemanden Weg. Jeder ist willkommen. In der JSG engagieren sich Trainer und Betreuer aus allen Stadtteilen - und Koordinator ist ein Full-Time-Job“, stellte Greib noch einmal die Besonderheiten heraus. Insofern müsse der Zusammenschluss der Vereine als Besonderheit angesehen werden. Andere Vereine beziehungsweise Ehrenämter seien mit diesem Fall nicht zu vergleichen.

Die Stadtverordneten votierten einstimmig dafür, die Vereinsförderrichtlinien zu verändern und eine Einzelfallregelung für die JSG samt „Aufwandsentschädigung“ in Höhe von 200 Euro für den Koordinator festzulegen. Kräling sowie vier von fünf Mitgliedern der FWG enthielten sich bei der Abstimmung.

Einstimmig billigten die Stadtverordneten einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für die Biogasanlage Mardorf, da dort eine Heizzentrale mit einem Holz-Hackschnitzelkessel und einem Nahwärmenetz entstehen soll.

Ebenso stimmten sie für eine Änderung des Bebauungsplanes am Sport- und Gesundheitszentrum Amöneburg. Was als einst für Tennisplätze herhalten sollte, wird nun zu Bauplätzen umfunktioniert.

Des Weiteren segneten sie eine „Gelbe-Schleifen-Aktion“ des Fördervereins Stab Division Schnelle Kräfte ab, der gelbe Schleifen an den Stadteingängen anbringen will, die Solidarität mit den Soldaten am Standort Stadtallendorf zeigen sollen.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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