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Stadt investiert weiter in ihre Wehren

Parlament Kirchhain Stadt investiert weiter in ihre Wehren

Das Kirchhainer Stadtparlament hat gleich zwei größere und nötige Investitionen zugunsten der Feuerwehren einstimmig gebilligt. Es profitieren die Wehren in der Kernstadt und Großseelheim.

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Dieses alte Löschfahrzeug 8, Baujahr 1991, wird jetzt zeitnah ersetzt. Das Land Hessen stellt kurzfristig noch in diesem Jahr ein Katastrophenschutzfahrzeug bereit.

Quelle: Michael Rinde

Kirchhain. Der Bescheid kam überraschend. Kurzfristig wird die Stadt Kirchhain bei der Anschaffung eines neuen Katastrophenschutz-Fahrzeuges berücksichtigt. Eigentlich war damit erst im nächsten Jahr zu rechnen. Das „LF 10 KatS“, so die Bezeichnung, ersetzt ein Fahrzeug, das seit 1991 bei der Feuerwehr Kirchhain im Einsatz ist. Die Abkürzung stehen für „Löschfahrzeug 10 Katastrophenschutz“. Das Land kauft diese Fahrzeuge für den Katastrophenschutz zentral ein. Kirchhain steuert einen Betrag von 85000 Euro bei.

Dieses neue Fahrzeug ist für die Brandbekämpfung, die Menschenrettung und die technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen gedacht und ausgerüstet. Außerdem verfügt es über einen Wassertank mit einem Volumen von 1200 Litern. Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) bezeichnete es in der Stadtparlamentssitzung am vergangenen Montag als „Glücksfall“, dass die Stadt früher als gedacht in den Genuss dieser Landesförderung kommen wird. Als Katastrophenschutz-Fahrzeug und Teil des „Katastrophenschutz-Zuges 14“ des Landkreises. Das heißt: Im Fall der Fälle wird es bei Katastrophen angefordert und samt seiner Besatzung eingesetzt.

Stadt schafft Rettungssatz an

Bei diesem Fahrzeug wird es außerdem eine besondere und dringend benötigte Beladung geben. Die Stadt schafft einen modernen sogenannten Rettungssatz an. Mit diesen Geräten werden Unfallopfer aus ihren oft komplett zerstörten Fahrzeugen befreit. „Damit wird der immer massiver werdenden Bauweise von Fahrzeugen Rechnung getragen“, sagt Gordon Schneider, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung in der Stadtverwaltung. Die aktuellen Geräte der Feuerwehr kämen inzwischen an ihre Leistungsgrenzen. Auch bei der Feuerwehr Kirchhain gab es bereits entsprechende Erfahrungen bei Einsätzen.

Die neuen Geräte, Schere, Spreizer und Rettungszylinder, werden außerdem mit Akkus betrieben. Bei Fahrzeugen, die nach einem Unfall im Feld liegen, müssen künftig keine langen Leitungen mehr verlegt werden - ein wertvoller Zeitgewinn für die Einsatzkräfte. Oft geht es in derartigen Situationen für sie um wertvolle Minuten bei der Rettung eines Menschenlebens. In Summe investiert die Stadt jetzt für Fahrzeug und Beladung den Betrag von 126000 Euro. Wie ist das angesichts der knapp kalkulierten Haushaltszahlen finanzierbar? Die neuerlichen Verzögerungen, die es bei der Einführung des Digitalfunks gibt, macht die Finanzierung zumindest auf dem Papier leichter.

Erster Schritt für neues Gerätehaus in Großseelheim

Genau 200000 Euro stehen dafür im laufenden Haushalt eigentlich bereit. Gebraucht wird der Betrag wohl frühestens nächstes Jahr. Damit steht Geld zur Verfügung, ohne den Haushaltsausgleich gefährden zu müssen. Aus diesem Etatposten nimmt die Stadt jetzt im Übrigen auch die 12000 Euro, die für die beiden neuen Urnenstelen auf dem Kirchhainer Friedhof gekauft werden müssen. Wie die OP berichtete, sind die vorhandenen Stelen vollständig belegt, die Stadt kann diese Bestattungsform darum derzeit nicht anbieten.

Anfang nächsten Jahres trifft ein bereits bestelltes neues Tanklöschfahrzeug bei der Kirchhainer Feuerwehr ein, es ersetzt den „Oldtimer“ aus dem Jahr 1986. Es verfügt über einen 4000-Liter-Tank und wird auch bei Brandeinsätzen an ­anderen Stellen im Kreis eingesetzt werden. Es kostet rund 300000 Euro, wovon die Stadt die Hälfte trägt. Den Rest übernehmen Land und Landkreis.

In der Stadtparlamentssitzung gab es einen weiteren Beschluss in Sachen Feuerwehr. So kauft die Stadt ein Grundstück im Neubaugebiet „Alter Garten“. Dort soll das neue Gerätehaus der Großseelheimer Wehr entstehen. Das Geld für die erste Kaufrate von 75000 Euro ist im Haushalt eingeplant. Bürgermeister Kirchner betonte in der Sitzung noch einmal den dringenden Bedarf der Großseelheimer Wehr. Ihr jetziges Gebäude entspricht längst nicht mehr den Erfordernissen der Zeit. Der Löschturm sei marode, im Inneren gebe es „wie in amerikanischen Feuerwehrfilmen“ noch eine Stange, über die die ­Einsatzkräfte nach dem Umziehen in die Fahrzeughalle kämen.

Das Grundstück hat die Stadt gemeinsam mit Ortsbeirat und in Abstimmung mit Stadt­brandinspektor Reinhold Bonacker ausgewählt. Es liegt an der Ecke Clemens-Brentano-Straße/Kreisstraße 33.

von Michael Rinde

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