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Stadt hat historische Ortskerne im Blick

FÖRDERPROGRAMM Stadt hat historische Ortskerne im Blick

Vor vier Jahren legte die Stadt Stadtallendorf das kommunale städtebauliche Förderprogramm für die historischen Ortskerne auf. In diesem Jahr stehen aus dem Topf noch 60000 Euro zur Verfügung.

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Fast 20 Jahre stand das Kulturdenkmal in der „Leide 22“ leer. Nach der Sanierung wird das Gebäude heute wieder als Wohnhaus genutzt – und ist ein Hingucker.

Quelle: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. 2011 beschloss der Magistrat der Stadt Stadtallendorf, mit einem städtebaulichen Förderprogramm die Belebung und strukturelle Aufwertung der historischen Ortskerne zu unterstützen. Seitdem fördert sie private Eigentümer, die ihre Gebäude erhalten und modernisieren und das Wohnumfeld verbessern wollen. Jährlich stellt sie dafür 100000 Euro zur Verfügung.

Seither sind in Schweinsberg, Niederklein, Erksdorf, Wolferode und Stadtallendorf insgesamt 24 Projekt unterschiedlichen Ausmaßes abgeschlossen worden. Weitere 17 stehen noch vor der Umsetzung oder befinden sich mitten in der Bauphase. Als Musterbeispiel für eine gelungene Restaurierung gilt die „Mainzer Kellerei“ im alten Dorfkern Stadtallendorfs, die 2012 den Hessischen Denkmalpreis erhielt. Das Kulturdenkmal in der „Leide“ stand jahrzehntelang leer und ist jetzt, aufgrund seiner Erscheinung und Größe, prägend für das Ortsbild.

„Mit Hilfe des Programms wollen wir Leerständen entgegen wirken. Das Programm ist ein Baustein gegen eine städtebauliche Problemlage, die man immer wieder im dörflichen Raum findet“, verdeutlichte Klaus Hütten, Fachbereichsleiter für Bau-, Umwelt- und Grundstücksangelegenheiten während der Vorstellung der neu aufgelegten Infobroschüre und eines Flyers.

Auf 15 Seiten dokumentiert die Broschüre ausgewählte Projekte. Gezeigt werden Bilder vor und nach dem Umbau. Zudem informiert die Broschüre über Förderkriterien. Das Flugblatt bündelt die Informationen und enthält Wissenswertes über Fördervoraussetzungen, Ansprechpartner und Antragsverfahren. Broschüre und Flyer liegen in Banken und im Rathaus aus.

Zwischen den Jahren 2011 und 2014 gab es 53 Beratungen. Insgesamt bewilligte die Stadt in diesem Zeitraum 347060 Euro an Fördermitteln. „Die Hälfte des Jahres ist jetzt vorbei, und für dieses Jahr stehen noch 60000 Euro zur Verfügung“, betonte Bürgermeister Christian Somogyi und ergänzte: „Wir stellen eine finanzielle Unterstützung und eine Bauberatung zur Verfügung und warten nun auf Anträge.“ Die Stadt Stadtallendorf sei eine der wenigen Kommunen, die sich ein solches Programm leiste, um die Wiederbelebung der Ortskerne zu ermöglichen. „Wir würden uns freuen, wenn die zur Verfügung gestellten Mittel auch verwendet werden“, fasste der Bürgermeister zusammen.

Fördervoraussetzung ist eine kostenfreie fachliche Beratung. Die Höhe des Zuschusses beträgt maximal 25 Prozent der förderfähigen Kosten pro Gebäude und Freiflächenprojekt, höchstens jedoch 15000 Euro. Auch Eigenleistungen werden unterstützt. Förderfähig sind nur solche Projekte, für die eine denkmalschutzrechtliche sowie gegebenenfalls eine baurechtliche Genehmigung vorliegt. Die Gebäude müssen in den örtlichen Fördergebieten liegen - Ausnahmen macht die Stadt nur in „begründeten Einzelfällen“ bei Gebäuden von kulturhistorischem Wert.

Zu den förderfähigen Vorhaben an Gebäuden und Freiflächen zählen: Dacheindeckung, Dachausbau, Erneuerung und Einbau von Treppen, Maßnahmen zur Wärmedämmung, Schornstein-Erneuerung, Elektroinstallation, Erneuerung Fenster, Badeinbau, Kellerisolierung, Innenausbau, Fassadenerneuerung, Umnutzung leer stehender Bausubstanz für Wohnzwecke, Anbauten, Neubauten und Holz-, Schieferverschalungen, Baumpflanzungen und Gartenumgestaltungen.

von Karin Waldhüter

Kontakt

Der Antrag ist beim Magistrat der Stadt Stadtallendorf zu stellen. Ansprechpartnerin ist Dr. Heike Rupp.

Kontakt: Telefon 06428/707-322.

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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