Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Stadt glättet Sorgenfalten

Bauarbeiten Stadt glättet Sorgenfalten

Amöneburger Bürger klagen, dass bei der Verlegung des Breitbandkabels in ihrer Stadt historische Steine weggekommen sind. Nach einer Begutachtung gibt der Rathauschef Entwarnung.

Voriger Artikel
Helene Fischer dient als Beispiel
Nächster Artikel
Furnieren, schnitzen, schnüren, nähen

Laut Bürgermeister sind die durch Bauarbeiten entstandenen Schäden am „historischen Material“ minimal.Foto: Lerchbacher

Amöneburg. Als Peter Greib (AWG) während der Stadtverordnetenversammlung eine Sorge der Amöneburger an Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg herantrug, klang die Situation dramatisch: Bauarbeiter hätten während der Verlegung des Breitbandkabels am Kuhberg - dem früheren Hauptweg in die Stadt auf dem Berg - eine ehemalige Stadtmauer beschädigt und historische Steine ausgegraben und entsorgt. Der Rathauschef sprach sogar von Basaltsäulen, die zur Stabilisierung im Boden gelegen hätten und weggekommen seien.

Inzwischen gibt er jedoch Entwarnung: „Die Situation ist weniger schlimm.“ Mitarbeiter des städtischen Bauamtes hätten eine Ortsbegehung unternommen und mit dem Bauleiter der dort tätigen Firma gesprochen. Nach der Analyse könne er die Befürchtung, dass historisches Material weggekommen sei, nicht bestätigen, berichtet Richter-Plettenberg. Er selber hatte zum Beispiel geglaubt, eine Rinne aus Basaltsteinen am Wegesrand sei entfernt worden. „Die Arbeiter haben sie aber wieder eingebaut. Man kann sie nur nicht erkennen, weil Sand draufgeschüttet wurde. Wenn der erste Regen diesen weggespült hat und wir feststellen sollten, dass irgendetwas nicht ordentlich wiederhergestellt wurde, dann werden wir uns beschweren“, kündigt er an, geht aber gleichzeitig davon aus, dass dies nicht der Fall sein werde.

Unter Umständen sei ein Teil einer historischen Mauer „leichtens tangiert worden“, ergänzt der Rathauschef. Geplant sei, eine formelle Mängelanzeige zu schreiben - die Mängel seien allerdings minimal, gibt er an. Das Kreisbauamt habe ihm mitgeteilt, dass es noch Kontrolleure schicken werde. Zudem sehe die Stadt vor, zur Abnahme an die Baustelle zu kommen - obwohl sie nicht Auftraggeber war -und notfalls Mängel geltend zu machen und diese dann beheben zu lassen.

Insgesamt sei der „Riesen-Hype“ nicht notwendig gewesen. Rund um die Baustellen sehe es natürlich hässlich aus, weil jede Menge Dreck herumliegt. Dies sei jedoch bei der Verlegung von Kabeln nichts Ungewöhnliches. Richter-Plettenberg geht davon aus, dass spätestens, wenn der halbe Marktplatz aufgerissen werde, um das Rathaus ebenfalls mit schnellem Internet zu versorgen, weitere Beschwerden auflaufen würden. Dies müsse die Stadt eben hinnehmen.

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr