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Stadt feiert großes Gemeinschaftswerk

Abschluss der Altstadtsanierung Stadt feiert großes Gemeinschaftswerk

Die Foto-Dokumentation vorher - nachher im Bürgerhaus führte es vor Augen: Kirchhain ist durch die Altstadtsanierung menschenfreundlicher, liebenswerter und natürlich auch deutlich schöner geworden.

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Großer Einsatz mit viel Freude

Das Ergebnis der Kirchhainer Altstadt-Sanierung bekamen die Besucher der Bürgerversammlung gleich doppelt präsentiert: Bei einem Rundgang durch das Sanierungsgebiet und auf Schautafeln im Bürgerhaus. Fotos: Matthias Mayer

Kirchhain. 30 Jahre lang haben Stadt und Bürger Hand in Hand - mit und ohne öffentliche Förderung - das große Gemeinschaftswerk vorangebracht, dessen Abschluss am Samstag angemessen und mit Kirchhainer Gründlichkeit gefeiert wurde. Eigentlich hatten Stadtverordnetenvorsteher Willibald Preis und Bürgermeister Jochen Kirchner „nur“ zur jährlichen Bürgerversammlung eingeladen, doch diese betteten sie ein in einen Rundgang durch das Sanierungsgebiet, die besagte Ausstellung, einen Festakt und einen zwanglosen Plausch zum Abschluss bei Häppchen und Getränken.

Und die Kirchhainer bekundeten ihr Interesse am Ergebnis jener Epoche. Als das Blasorchester der freiwilligen Feuerwehr um 18.30 Uhr die Bürgerversammlung musikalisch eröffnete, waren fast alle Stühle an den hübsch gedeckten Tischen im großen Saal besetzt. Zuvor hatte sich ein Teil der Besucher ab 17 Uhr auf den Weg gemacht, um sich die Sanierungsergebnisse zwischen Bahnhof und „Dörfchen“ anzusehen und den sachkundigen Erörterungen des Stadtverordneten Stefan Völker zu lauschen.

Als Festredner hatten Willibald Preis und Jochen Kirchner Dr. Eberhard Fennel gewonnen, bis zum April 36 Jahre lang Bürgermeister der Stadt Hünfeld. Fennel sagte viel Bekanntes über die Stadterneuerung und die dramatische Unterfinanzierung der hessischen Kommunen durch das Land und Freundliches über die Sanierung der Kirchhainer Altstadt, die dank der vielen inhabergeführten Geschäfte sehr lebendig sei. Zugleich erklärte er, dass der Prozess der Stadterneuerung niemals ändere, dass die Erfordernisse der Zeit in stetig kürzer werdender Zeitfolgen Erneuerungen brauchten.

Diesen Gedanken griff Bürgermeister Jochen Kirchner auf. Neben der Stabilisierung der städtischen Finanzen und dem demografischen Wandel bezeichnete er die Digitalisierung der Gesellschaft als zentrale Herausforderung für die Stadt. Ein virtuell zugängliches Bürgerbüro und Parkgebühren, die man am Automaten mit dem Handy bezahlen kann, nannte er als zwei Beispiele. Die Stadt müsse sich darauf einstellen, diese Aufgaben ohne Förderung zu stemmen. Das Förderprogramm Stadterneuerung sei ausgelaufen und werde nicht wieder aufgelegt. Das gelte auch für das Stadtumbau-Programm, das in zwei Jahren auslaufe.

Zwei prominente Problemfälle bleiben

Die Stadt und die Bürgerschaft haben während der Altstadtsanierung nicht alle Problemfälle lösen können. Das bekannte der Bürgermeister freimütig und nannte die prominenten Problemfälle Altes Amtsgericht, Altes Armenhaus und Große Mühle. Das im Privateigentum befindliche Amtsgericht bröckelt seit Jahren vor sich her - allein der Bauzaun macht einen vertrauenserweckenden Eindruck. „Zu dem Gebäudes fällt mir nichts mehr ein“, sagte Kirchner, der über Jahre hinweg Interessenten zu dem Baudenkmal geführt hat. Beim Armenhaus sei es nicht zum geplanten Abriss gekommen, weil der Investor in dem Neubau eine Spielhalle habe einrichten wollen. Da spiele die Stadt nicht mit, sagte Kirchner. Allein für die Große Mühle zeichnet sich eine Lösung ab. Ein Kirchhainer Bürger habe das Anwesen gekauft, so der Kirchhainer Bürgermeister.

von Matthias Mayer

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