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Stadt erwartet von der Bahn konkrete Vorschläge

Projekt Bahnhof Stadt erwartet von der Bahn konkrete Vorschläge

Am Montagabend informieren Vertreter der Bahn AG ein ­weiteres Mal Kirchhainer Stadtverordnete zum Stand der ­Planungen für den barrierefreien Bahnhofsausbau und über mögliche ­Einsparmöglichkeiten.

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Beim barrierefreien Umbau des Kirchhainer Bahnhofs wird auch der Hauptbahnsteig erneuert.

Quelle: Michael Rinde

Kirchhain. Ein weiteres Mal innerhalb weniger Wochen werden sich Vertreter der Bahn, des von ihr beauftragten Planungsbüros und Kirchhainer Kommunalpolitiker am Montag gegenübersitzen. Es geht um ein zentrales Projekt für die Stadt, den eigentlich lang ersehnten barrierefreien Ausbau des Bahnhofes.

Doch kann die Stadt Kirchhain ihren Eigenanteil finanziell stemmen? Der beläuft sich nach den zuletzt im Juni vorgestellten Planungen auf einen Betrag zwischen 2,2 und 2,5 Millionen Euro. Insgesamt geht die Bahn von Baukosten von 7,6 Millionen Euro aus. Darin ist der komplizierte Einbau eines Aufzuges enthalten, die Unterführung muss entsprechend umgestaltet werden. Um barrierefrei zu werden, müssen auch die Bahnsteige modernisiert und angepasst werden. Hinzu kommt, dass der Kirchhainer Bahnhof am Ausgang einer Kurve liegt, was manches erschwert.

Stadtverordnete und Bürgermeister sind gespannt auf Antworten

Doch gibt es Einsparmöglichkeiten? Diese Frage hatte die Stadtverwaltung nach der Sitzung des Bauausschusses im Juni an das Unternehmen gestellt. Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) ist selbst gespannt auf die Antworten. Er habe keinerlei Wissensvorsprung gegenüber den Parlamentariern, das Unternehmen hat im Vorfeld der montäglichen Sitzung noch keine Antwort gegeben. Eine weitere Frage der Verwaltung zielt auf eine genaue Aufteilung der Kosten ab. Wie viel Geld fließt wirklich in den reinen barrierefreien Umbau und was wird hingegen für eine darüber hinausgehende Modernisierung des Bahnhofs vorgesehen? „Der Auftrag des Stadtparlaments im Jahr 2015 bezog sich rein auf einen barrierefreien Umbau“, betont Hausmann im Gespräch mit der OP. Auch dort sieht die Stadt offenbar noch Möglichkeiten, Geld zu sparen.

Am Montag wird es keinerlei Entscheidungen geben, zumal es auch keine Stadtparlamentssitzung sondern eine „Informationsveranstaltung für Mandatsträger“ ist. Sie ist öffentlich, Bürger können als Zuhörer daran teilnehmen.

2,2 bis 2,5 Millionen Euro an Kosten

Viel Zeit für eine Entscheidungsfindung wird den Gremien der Stadt Kirchhain nicht bleiben. In dem Moment, in dem das Unternehmen Bahn offiziell mitteilt, dass es eine geprüfte Planung gibt, bleiben nur wenige Wochen, über einen Ausstieg aus dem Projekt zu entscheiden. Das ist noch ein weiteres Mal, nach den nächsten beiden Planungsschritten (Leistungsphasen) möglich. Sollten sich die Gremien jetzt für ein Weitermachen entscheiden, entstünden allerdings weitere Planungskosten.

Fakt ist, dass die Summe von 2,2 bis 2,5 Millionen Euro etwa das Volumen zweier Investitionshaushalte Kirchhains ausmacht und dass die Stadt in den nächsten Jahren auch noch weitere Pflichtaufgaben zwingend bewältigen muss.

Wie komplex das Thema barrierefreier Bahnhofsumbau und dessen Finanzierung ist, hat die Nachbarstadt Stadtallendorf im Vorfeld des Hessentags erlebt. In Stadtallendorf wurde der Bahnhofsumbau von Oktober 2007 bis Mai 2010 gestemmt. Möglich war das nur dank „Hessentags-Stadt-Bonus“ und immenser Anstrengungen. Bei der Kostenverteilung gab es aber beispielsweise langwierige Diskussionen darüber, welche Kosten förderfähig sind. Ein Punkt, der den Eigenanteil der Stadt Kirchhain auch noch beeinflussen dürfte. In Kirchhain könnte der Bahnhofsumbau frühestens im Jahr 2019 starten.

  • Die Informationsveranstaltung beginnt am Montag, 15. August, um 18.30 Uhr im Saal des Kirchhainer Bürgerhauses.

von Michael Rinde

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