Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Sprayer beschädigen fünf Blitzer

Radaranlagen Sprayer beschädigen fünf Blitzer

Die Radaranlagen im Ordnungsbehördenbezirk von Kirchhain, Rauschenberg und Wohra stehen noch nicht lange. Jetzt wurden gleich fünf Anlagen in einer Nacht gezielt beschädigt.

Voriger Artikel
Ein Dorf feiert sein neues Museum
Nächster Artikel
Zusätzliches Plus verursacht ein größeres Minus

Dieser stationäre Blitzer steht in Wohratal, wo es ebenfalls Sprühaktionen gegeben hat. Archivfoto

Kirchhain. Die Unbekannten schlugen in der Nacht zum vergangenen Freitag zu und besprühten die Sichtfenster von insgesamt fünf stationären Blitzgeräten mit blauer und schwarzer Farbe. Betroffen waren die Anlagen in der Gemündener Straße und der Auestraße in Wohra, in Halsdorf in der Hauptstraße sowie in Rauschenberg in der Bahnhofstraße. Außerdem hinterließen die Unbekannten diverse Schriftzeichen.

Bereits in der Nacht zum 16. September kam es in Kirchhain in der Dresdener Straße zu einer Sprayaktion gegen die dortige Anlage. Dabei entstanden rund 900 Euro Schaden. Ob ein Zusammenhang besteht ist nicht klar. „Doch es könnte sein, dass sich da jemand gezielt auf die neuen Anlagen eingeschossen hat“, sagte Polizeisprecher Jürgen Schlick gegenüber dieser Zeitung.

Die Radaranlagen waren jedoch nach einer Spezialreinigung bereits an jenem Freitag, 27. September, wieder in Betrieb. Dies erläuterte Gordon Schneider, Fachbereichsleiter der Kirchhainer Stadtverwaltung, am Mittwoch auf OP-Anfrage. Die Stadt Kirchhain hat die Federführung im gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk der drei Kommunen. Schneider ärgert sich massiv über den Vandalismus. „Was sind das nur für verhaltensgestörte Menschen, die sich im Schutz der Dunkelheit am Eigentum der Allgemeinheit vergreifen?“, fragt sich der Leiter der Ordnungsbehörde.

Angesichts der bisherigen Attacken auf die stationären Blitzer betont Schneider, dass die Anlagen ständig überwacht werden. Sie verfügen auch über Alarmanlagen, die bei Manipulationen einen „stillen Alarm“ auslösen. „Wir werden jeden Versuch, die Anlagen zu beschädigen, anzeigen“, betont Schneider im Gespräch mit der OP.

Ein anderes Problem mit dem stationären Blitzer nahe der Grundschule Wohra ist aus Sicht Schneiders zwischenzeitlich gelöst. Dort hatten sich Anwohner über die Lautstärke der Lüftung der Anlage beschwert, die vor allem in den Nachtstunden massiv störte. Das Unternehmen habe die Technik der Anlage mit erheblichem Kostenaufwand umgerüstet. „Wir haben das auch den Betroffenen mitgeteilt. Bisher gab es keine neuerlichen Beschwerden“, erklärt Schneider auf Nachfrage.

Für eine statistische Bewertung des Blitzereinsatzes ist es aus Sicht der Stadt Kirchhain derzeit noch zu früh. Es gibt allerdings erste Eindrücke der Ordnungsbehörde. In der Röthestraße hat sich die bisher aufgestellte Anlage positiv bemerkbar gemacht. „Es wird an Schule und Kindergarten deutlich langsamer gefahren. Damit haben wir unser Ziel erreicht“, sagt Schneider. Seinem Eindruck nach löst der Blitzer dort auch nur verhältnismäßig selten aus. Die Radaranlage in der Röthestraße blitzt in beide Fahrtrichtungen. In den nächsten Tagen wird ein weiterer Blitzer in der Röthestraße folgen. Beide „Starenkästen“ können in beide Fahrtrichtungen eingesetzt werden.

Kirchhain hat wie andere hessische Kommunen bisher auf die Aufstellung von Hinweisschildern mit der Aufschrift „Radarkontrolle“ verzichtet. Noch gebe es Gespräche der Spitzenverbände mit der Landesregierung dazu. Hessens Verkehrsminister hatte die politisch umstrittenen Schilder auf überregionalen Straßen durchgesetzt.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr