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Sport und Facebook geben Impulse

Offene Jugendarbeit Sport und Facebook geben Impulse

So groß wie in den vergangenen Monaten war das Interesse von Jugendlichen am Sport- und Boxcamp im Iglauer Weg noch nie. Erstmals kommen Trainer und Betreuer an Kapazitätsgrenzen.

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Klettern an der Kletterwand und Boxen sind bei Jugendlichen in Stadtallendorf beliebter denn je. Privatfotos

Stadtallendorf. Immer mehr Jugendliche wählen den Weg zu den verschiedenen offenen Angeboten im Sport- und Boxcamp. Im Schnitt seien es etwa 30 bei den Boxeinheiten, freut sich Streetworker Sebastian Habura von der Stadtjugendpflege. Bis November seien es zwischen zehn und zwölf gewesen. „Wir haben immer wieder gezielt darum geworben, teilweise mit umwerfendem Erfolg“, so Habura.

Ein Grund für den Zuwachs während der Wintermonate ist aber auch das immer weiter steigende Interesse von in Stadtallendorf lebenden jungen Flüchtlingen. Etwa 40 Prozent der Besucher sind nach Schätzungen der Stadtjugendpflege Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern, zum Beispiel aus Syrien oder Afghanistan. Die breite Masse der jungen Menschen kommt durchweg regelmäßig. „Fast alle bleiben dabei“, sagt Streetworker Habura, als Sozialarbeiter zuständig für die offene Jugendarbeit.

Es geht nicht nur um Boxen. In der Woche gibt es außerdem Klettern, Fußball und Basketballangebote in der Freizeithalle im Südstadt-Kiosk. Hinzu kommt außerdem Kickboxen für Jugendliche ab 18 Jahren, alles unter professioneller Anleitung und Betreuung. Die Leistung der Trainer im Boxcamp ist für Habura dabei von entscheidender Bedeutung. Die Trainer und angehenden Trainer kommen zumeist aus dem Marburger Boxclub. Einige von denen, die jetzt Jugendliche sportlich begleiten, machten ihre ersten Schläge auf den Sandsack selbst im Boxcamp. Ein anderes Einzelprojekt, über das die OP im Vorfeld berichtete, ist die Trainingsgruppe, die zwölf Wochen zusammenbleibt. Unter dem Titel „Shape up“ gibt es mehrfach in der Woche funktionales Training. Am Ende winkt eine Teilnahme an einer großen Fitness-Veranstaltung in Nordrhein-Westfalen.

Auch auf dem Jakobsweg unterwegs

Acht feste Teilnehmer unter Anleitung von Profi-Trainer Christian Köller lassen sich aktuell fitmachen. Wer kurzfristig noch einsteigen will, sollte sich in dieser Woche entscheiden. Ansprechpartner ist Sebastian Habura. Seit gestern ist „Habu“, wie er von Jugendlichen und Freunden meist nur genannt wird, selbst unterwegs. Gemeinsam mit Jugendlichen läuft er eine erste, kurze Etappe des Jakobswegs ab. Dabei geht es beileibe nicht nur um Bewegung, sondern auch um religiöse wie meditative Elemente. Zunächst führt die Strecke nur bis Wetzlar. Weitere Etappen folgen. Das Vorhaben ist auf mehrere Jahre angelegt.

Warum spielen Sport und Bewegung eine immer größer zu werdende Rolle in der Stadtallendorfer Jugendarbeit? Walter Mengel kennt diesen Ansatz seit Jahrzehnten aus der Erlebnispädagogik. Sport und Bewegung sind ein elementarer Teil bei den Freizeiten der Stadt, etwa bei den Kanutouren in Bad Kissingen oder auch mal auf der Lahn.

„Bei uns gibt es keine feste Bindung, die offenen Angebote liegen Jugendlichen mehr, sie gehen keine Verpflichtungen ein“, nennt Mengel einen Grund für das stetig steigende Interesse. Es ist die Kombination aus sportlicher Begleitung und ebenso professioneller sozialpädagogischer Betreuung, die Sport zu einem wertvollen Element der Jugendarbeit macht. Dabei lernen die Jugendlichen, die ansonsten oft nur schwer erreichbar für Angebote wären, dass sie für den Spaß am Sport auch Pflichten übernehmen müssen wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.

Noch ein Faktor spielt eine Rolle: Neben den klassischen Ankündigungen in der OP und in Anzeigenblättern setzt die Stadtjugendpflege konsequent auf Facebook als Medium. Die Erfahrungen sind hervorragend. „Wir bekommen sehr schnelle Rückmeldungen und immer mehr Jugendliche nutzen diesen Weg auch ihrerseits, um mit uns zu diskutieren oder einfach weitere Informationen über neue Angebote einzuholen“, sagt Walter Mengel. Immer mehr gehe es dabei auch um Inhalte. Für die Jugendarbeit sei Facebook ein sehr gutes Instrument.

HINTERGRUND

Fußball: montags von 16 bis 18 Uhr (ab 15 Jahren) und sonntags von 13 bis 15 Uhr;

Basketball: donnerstags von 16.30 bis 18.30 Uhr (bis 16 Jahre) und 18.30 bis 20.30 Uhr (ab 16 Jahren);

Klettern an der Kletterwand: dienstags 16 bis 18 Uhr;

Kickboxen (ab 18 Jahren): donnerstags 20.30 Uhr bis 22.30 Uhr. Alle offenen Angebote finden im Südstadt-Kiosk im Iglauer Weg 6 statt.

Kontakt: Sebastian Habura, E-Mail sebastian.habura@stadtallendorf.de oder via Facebook unter Streetwork Stadtallendorf.

von Michael Rinde

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