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Sponsorenlauf wird zum Selbstläufer

Flüchtlingshilfe Sponsorenlauf wird zum Selbstläufer

Im Stadion der Alfred-Wegener-Schule liefen die jungen Handballer des TSV Kirchhain sowie einige Flüchtlingskinder gemeinsam für den guten Zweck. Der Erlös kommt ihnen allen zugute.

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Voller Elan machten sich die 99 Läufer auf die Strecke. Kleine Abkühlungen waren auf dem Weg zu einem fünfstelligen Betrag dabei stets willkommen.

Quelle: Yanik Schick

Kirchhain. Als der Startschuss fällt, tummeln sich schon etliche Jungen und Mädchen ungeduldig auf der Tartanbahn. In den Tagen und Wochen zuvor haben sich die Kinder selbst im Familien- und Bekanntenkreis um Sponsoren bemüht. Pro gelaufener Runde spenden diese einen gewissen Betrag. Und nun, da es endlich losgeht, lassen die jungen Läufer die Kassen klingeln. 99 sind es insgesamt, die sich gemeinsam mit einigen Erwachsenen über die Strecke quälen, alle 400 Meter einen Stempel abholen und danach ungebremst weitertraben. Organisatorin Heike Ulrich kann nur noch staunen. „Dass es so viele werden, hätte ich nicht gedacht“, gibt sie zu. Am Ende erlaufen die Teilnehmer einen stolzen Betrag im fünfstelligen Bereich. Aus dem Sponsorenlauf für Flüchtlinge ist ein Selbstläufer geworden.

Gemeinsam etwas Gutes tun

Die Idee für diese ungewöhnliche Aktion entstand schon im vergangenen Jahr. Ulrich war gerade zur Jugendleiterin bei den Handballern des TSV Kirchhain gewählt worden und überlegte, wie sie den Nachwuchs auch für Aktivitäten außerhalb der Sporthalle begeistern könnte. „Wir wollten gemeinsam etwas Gutes für die Stadt tun“, erzählt sie im Gespräch mit dieser Zeitung, „dabei war der Umgang mit den Flüchtlingen ein aktuelles Thema. Ich glaube, sie können unsere Hilfe am ehesten gebrauchen.“ Ulrich setzte sich mit Helga Sitt vom Arbeitskreis Flüchtlingshilfe in Verbindung und berichtete ihr von dem Konzept des Sponsorenlaufs. Die eine Hälfte der Erlöse sollte der Handballjugend zugutekommen, die andere den Flüchtlingskindern.

Sitt stimmte sofort zu. „Wir versuchen ja, die Kinder in die Sportvereine zu bringen. Da ist so eine Aktion auf jeden Fall wichtig für die Integration.“ Deshalb war sie auch besonders froh, dass unter den Läufern im Stadion der Alfred-Wegener-Schule auch 15 jener Kinder waren, die vor nicht allzu langer Zeit aus ihrem Heimatland hatten fliehen müssen. Viele kennen sich inzwischen schon aus Schule und Kindergarten“, erklärt Sitt. Ein junges Mädchen aus dem Kosovo spielt sogar schon beim TSV Kirchhain Handball.

Til Hoffmann und Martin Loose laufen am meisten

Im Begegnungscafé des Jugendzentrums versuche der Arbeitskreis immer wieder, die Flüchtlingskinder auf solche Angebote aufmerksam zu machen. Wofür der üppige Spendenbetrag nun verwendet werden soll, weiß Helga schon genau: „Viele Kinder kommen in die Hausaufgabenbetreuung, da brauchen wir noch Lernmaterial. Außerdem fehlt es uns an einfachen Spielen, die wir gerne anschaffen wollen.“

Erfolgreichster Läufer bei den Kindern war übrigens Til Hoffmann, der in zwei Stunden sage und schreibe 41 Runden drehte. „Ich musste ihn am Ende noch von der Strecke holen“, betont Ulrich. Getoppt wurde dieses Ergebnis nur von TSV-Jugendtrainer Martin Loose, der genau eine Runde mehr schaffte. Ob ein solcher Sponsorenlauf demnächst wiederholt werde, lässt Heike Ulrich zunächst offen. Allerdings seien die Teilnehmerzahlen sowie die Motivation der Kinder aus ihrer Sicht allemal Grund genug dafür.

von Yanik Schick

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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