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Spinnenbild versetzt Kind in Panik

Stadtallendorf Spinnenbild versetzt Kind in Panik

Seit Kurzem hängen die Plakate, die für eine Spinnenausstellung in Stadtallendorf werben, an Laternenmasten und an Zäunen. Doch nicht jeder kann mit dem verwendeten Bild einer Spinne gut umgehen.

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Menschen reagieren unterschiedlich auf den Anblick von Spinnen, aber beispielsweise auch verschiedenen Insektenarten.

Quelle: Privatfoto

Stadtallendorf. Für ein acht Jahre altes Mädchen ist der täglich Weg in die Bärenbachschule und wieder zurück nach Hause schwierig geworden. Ende vergangener Woche passierte es. Wie ihre Mutter der OP berichtete, war das Kind schon während der Fahrt zur Schule unruhig. Beim Aussteigen an der Niederrheinischen Straße bekam es das Kind massiv mit der Angst zu tun. Vor der Klasse weinte und schrie das Mädchen. Es war in einer Ausnahmesituation.

Das Kind hatte das Plakat für die Ausstellung mit der dort abgebildeten großen Spinne an einem Gartenzaun gleich neben der Ampel an der Niederrheinischen Straße hängen sehen. Nur mit Mühe hatte die Mutter ihr Kind dazu gebracht, überhaupt ruhig und kontrolliert über die Straße zu gehen.

Die Stadtallendorferin hat selbst Angst vor Spinnentieren, hat sich aber bemüht, diese Angst nicht auf ihre Tochter zu übertragen. Doch wie sich jetzt herausgestellt hat, leidet ihre Tochter möglicherweise noch viel mehr unter der Angst vor Spinnen. Der Anlieger, bei dem das Spinnenplakat am Zaun hing, hat es gleich nachdem er von dem Vorfall erfuhr, entfernt. Trotzdem bleibt der Schulweg für Kind und Mutter eine Tortur, so lange die Ausstellungs-Plakate in der Stadt verteilt aufgehängt sind. Die Familie wohnt in der Haartsiedlung.

Angesichts dieser Erlebnis fragt sich die Mutter jetzt, ob es wirklich notwendig ist, in dieser Form und Intensität für die Ausstellung, die seit Jahren in Stadtallendorf immer wieder Station macht, zu werben. „Müssen solche Plakate zum Beispiel an Fußgängerüberwegen bei Schulen hängen?“, fragt sich die Frau. Sie möchte gerne anonym bleiben, auch mit Rücksicht auf ihre Tochter.

Rechtlich ist an den Plakaten nichts zu beanstanden, sie durften mit Genehmigung der Stadtverwaltung aufgehängt werden, wie Fachbereichsleiter Hubertus Müller auf Anfrage gestern bestätigte. Bloß die große Anzahl der im Stadtgebiet verteilten Plakate hält er im Nachhinein doch für bedenklich. „Wir werden, auch angesichts des Vorfalls, etwas sensibler mit dem Thema umgehen, zumindest was die Zahl der Plakate anbelangt“, sagt Müller.

Dass Menschen unter Ängsten vor Spinnen leiden, ist allerdings keine Seltenheit. Das ist auch Sergio Neigert, dem Chef der Ausstellung „Lebende Riesen-Spinnen und Insekten“, wohl bewusst. „Dass das Mädchen Angst vor dem Plakat bekommen und so reagiert hat, tut mir sehr leid“, sagt Neigert.

Dergleichen passiere seiner Erfahrung nach höchstens einmal im Jahr und sei eine absolute Ausnahme. „Wenn so etwas passiert ist, handelt es sich bei dem Mädchen um einen besonders schlimmen Fall“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Neigert weiß, dass Spinnenphobien sehr verbreitet sind. Er biete Besuchern der Ausstellung Hilfe im Umgang mit Spinnen an. Auch um das achtjährige Kind wolle er sich gerne kümmern, auch außerhalb der Ausstellung. Eine besondere Ausbildung hat Neigert dafür nicht, er setze eher auf eine „Schocktherapie“ und verweist auf einige Erfolge bei Ausstellungsbesuchern.

Die Angst vor Spinnen ist durchaus weitverbreitet, wie der sozialpsychiatrische Dienst der Kreisverwaltung, bei dem unter anderem auch ein Facharzt arbeitet, bestätigt. „Dass ein Bild einer Spinne aber bereits Ängste auslöst, ist tendenziell eher eine Ausnahme“, wie Dr. Markus Morr, Pressesprecher der Kreisverwaltung erklärt. Generell gebe es bei Phobien wie gegen Spinnen eine große Bandbreite an Reaktionen, die von Unruhe über Panik bis hin zu körperlichen Reaktionen reiche.

  • Die Ausstellung ist am Sonntag, 17. März, von 10 bis 18 Uhr in der Stadthalle zu sehen.

von Michael Rinde

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