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Spektakel ums Spektakel geht weiter

Zoff in Amöneburg Spektakel ums Spektakel geht weiter

CDU und FWG auf der einen, AWG und SPD auf der anderen Seite. Der Streit ums Kulturspektakel geht weiter - dabei wäre die Veranstaltungsreihe nur ein Thema des Arbeitskreises Kulturförderung.

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Kultur kostet Geld - und die Diskussion darum sorgt in Amöneburg für Zündstoff.

Quelle: Andreas Hermsdorf/pixelio.de

Amöneburg. Bis zum 15. Juni sollte der Arbeitskreis Kulturförderung die Ergebnisse der Kulturspektakel 2008 bis 2014 bewerten und einen Vorschlag unterbreiten, wie die Kulturförderung der Stadt Amöneburg ab dem Jahr 2016 aussehen könnte. Das hatten die Stadtverordneten in ihrer Januar-Sitzung einstimmig beschlossen. Problem ist: Der Arbeitskreis hat sich noch nicht einmal gegründet.

Die Beschlussvorlage stammte von CDU und FWG, die das Kulturspektakel und die daraus resultierenden Kosten kritisch betrachten - vor allem am Einsatz des Bauhofs stören sich die Fraktionen (die OP berichtete mehrfach). Dem gegenüber stehen SPD und AWG, die, grob gesagt, die Ansicht vertreten, dass Kultur eben Geld kostet.

Tiefe Kluft zwischen Fraktionen

Die Kluft zwischen den Fraktionen scheint nun immer tiefer zu werden - und das, obwohl sie sich einstimmig für die Gründung des Arbeitskreises ausgesprochen hatten. Als nun Mitte Mai die konstituierende Sitzung stattfinden sollte, entsendeten SPD und AWG keine Vertreter - was CDU und FWG veranlasste, die Gründung aufzuschieben. Die SPD gab Befangenheit als Grund für ihr Fehlen an: Vorsitzender Winfried Kaul gehört dem Vorstand des Fördervereins Kulturspektakel an. Peter Greib (AWG) erklärte, dass seine Fraktion sich nicht beteiligen wolle, weil FWG und CDU nur ein Ziel hätten: das Kulturspektakel „kaputtzumachen“.

Jan-Gernot Wichert (CDU) entgegnete, dies sei eine Unterstellung und noch dazu eine „ehrenrührige“ Aussage. SPD und AWG würden mangelndes Demokratieverständnis und fehlendes Verantwortungsbewusstsein zeigen: „Das trägt nicht zum Miteinander bei.“ Fraktionskollege Reinhard Franke ergänzte: „Mir und Herrn Wiechert zu unterstellen, dass wir das Spektakel kaputtmachen wollen, ist unter aller Würde.“

Rudi Rhiel schimpfte, „der Bürger“ kenne nur von Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg geschönte Zahlen und es gelte, über den von der Stadt zu den Spektakeln vorgelegten Rechenschaftsbericht zu sprechen -aber da hätten SPD und AWG wohl kein Interesse dran.

Diskussion abgebrochen

Kaul kommentierte, das Diskussionsklima sei von FWG und CDU diktiert und vergiftet. „Außerdem hieß es doch, die Vereine sollten beteiligt werden. Davon hätte ich nichts mitbekommen“, sagte er und ließ einen bissigen Kommentar zur Tatsache los, dass die beiden Fraktionen die Arbeitskreis-Gründung aufschoben: „Erst anmachen und dann nix auf die Beine stellen.“

„So viel Unsinn habe ich lange nicht gehört“, antwortete Rhiel, ehe Franke zum Gegenschlag in Richtung Kaul ausholte: „Sie haben uns zum Arbeitskreis mitgeteilt, dass Sie befangen seien. Da sind Sie befangen, hier aber nicht?“, wunderte er sich.

Rita Hörl-Eberl (SPD), die in Vertretung von Dr. Stefan Heck (CDU) die Versammlung leitete, brach die Diskussion an dieser Stelle ab. Sie verwies darauf, dass bei einer Mitteilung keine Aussprache vorgesehen sei. Entsprechend ist offen, wie es mit dem Thema weitergeht. Die Fronten sind jedenfalls verhärtet - und auch Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg ist verärgert. Er, der „Vater des Kulturspektakels“, hätte schon erwartet, zu einer Sitzung eingeladen zu werden, in der es um die Zukunft des Kulturspektakels und der Kulturförderung in der Stadt gehe. „Ich würde daran gerne mitwirken“, betonte er und teilte auch noch einen Seitenhieb Richtung CDU und FWG aus: Auch ohne SPD und AWG hätten die beiden Fraktionen die Gründung des Arbeitskreises umsetzen können, meinte er.

  • Weitere Berichte aus der Stadtverordnetenversammlung folgen.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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